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Marley trifft früh - Margate Reds retten knappen Sieg mit zehn Mann

Es war einer dieser Abende, an denen Fußballromantiker auf ihre Kosten kamen - und Trainer Ata Lameck vermutlich zehn Jahre älter wurde. Die Margate Reds bezwangen die Ewood Rovers mit 1:0, ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber alles andere als nüchtern zustande kam. 46.703 Zuschauer im Margate Stadium erlebten ein Spiel, das in den ersten Minuten entschieden und in den letzten Minuten überlebt wurde.

Achte Minute, Flutlicht, kalter Wind vom Ärmelkanal: Sigurd Carlsson flankt von links, nicht besonders scharf, aber mit dem richtigen Drall. Kai Marley, 28, sprintet in den Raum, nimmt den Ball halbhöhe und jagt ihn aus neun Metern unter die Latte - 1:0. So einfach, so schön, so früh. "Ich hab’s einfach instinktiv gemacht", grinste Marley später. "Wenn ich nachdenke, geht’s meistens daneben."

Danach spielten nur noch die Reds. 14 Torschüsse, 52 Prozent Ballbesitz, fast doppelt so viele gewonnene Zweikämpfe - die Statistik spricht eine klare Sprache. Und doch blieb es lange gefährlich knapp, weil Margate trotz Dominanz den zweiten Treffer nicht fand. Harrison McGeady prüfte den Rovers-Keeper Bernard in der 30. Minute, Owen Beaulieu scheiterte gleich dreimal an dessen Handschuhen, und selbst Rechtsverteidiger Mario Baiao wagte sich in Minute 39 in die Offensive - sein Schuss strich Zentimeter am Pfosten vorbei.

"Wir hätten in der Halbzeit 3:0 führen müssen", knurrte Lameck. "Aber meine Jungs wollten’s wohl spannend machen. Vielleicht dachten sie, das Publikum braucht Adrenalin."

Die Rovers dagegen wirkten über weite Strecken wie Statisten in einem Stück, dessen Text sie nicht kannten. Trainer Stephan Trajes hatte sein Team offensiv eingestellt, über die Flügel sollte Tempo kommen - kam aber nicht. Erst nach der Pause, nach zwei Wechseln, zeigte sich so etwas wie Leben. "Wir waren zu brav in der ersten Hälfte", gab Trajes zu. "Da hätten wir auch gleich mit Ferngläsern auf der Tribüne sitzen können."

Doch Margate fand Gefallen am kontrollierten Risiko. Taktisch blieb alles im Lot - bis zur 82. Minute. Da verlor Herman Pederson kurz die Nerven, rauschte im Mittelfeld rücksichtslos in Delmas hinein und sah folgerichtig Rot. "Ich wollte den Ball treffen", stammelte er später, "der Ball wollte aber nicht." Das Stadion hielt den Atem an. Zehn Reds gegen elf Rovers - und noch fast zehn Minuten auf der Uhr.

Was folgte, war eine Mischung aus Nervenschlacht und Abwehrballett. Der frisch eingewechselte Ricardo Da Cru sah in der 85. Minute Gelb, nachdem er den anstürmenden Hoskins eher herzte als tackelte. Und vorne? Kai Marley war da schon ausgewechselt, Ersatzmann Erik Lydersen trabte verloren zwischen Mittellinie und Eckfahne hin und her, als wolle er prüfen, ob das Gras überall gleich hoch ist.

Dann die Schlussminuten: 86., 89., 90. - dreimal schoss Rovers-Stürmer Nicolae Buzanszky, einmal Hoskins. Dreimal parierte Joshua Hannigan, der Torwart der Reds, mit einem stoischen Gesichtsausdruck, als würde er gerade einen Einkaufszettel lesen. "Ich hab einfach da gestanden, wo der Ball hingeflogen ist", erklärte er trocken. "Vielleicht war das mein Glückstag."

Als Schiedsrichter Donnelly endlich abpfiff, brach Jubel los, der eher nach Befreiung als nach Freude klang. Lameck umarmte jeden seiner Spieler, auch den vom Platz gestellten Pederson, der betreten am Kabineneingang wartete. "Wir haben Moral gezeigt", sagte der Trainer. "Und ein bisschen Wahnsinn gehört eben dazu."

Stephan Trajes dagegen schüttelte nur den Kopf. "Wir hätten noch zwei Stunden spielen können, ohne zu treffen", meinte er. "Manchmal ist Fußball wie ein schlechter Witz - nur lacht keiner."

So blieb es beim 1:0 - ein Ergebnis, das Margate drei Punkte und viel Gesprächsstoff beschert. Kai Marley wird als Matchwinner gefeiert, Hannigan als Held der letzten Minuten, und Pederson als mahnendes Beispiel für zu viel Leidenschaft.

Zum Schluss fragte ein Reporter Lameck, ob er das nächste Mal defensiver spielen lasse. Der Coach lachte: "Nach so einem Abend? Niemals. Meine Herzfrequenz braucht das."

Ein Abend, an dem ein frühes Tor, ein roter Karton und ein nervenstarker Torwart reichten, um 46.703 Menschen mit einem einzigen Gedanken nach Hause zu schicken: Fußball kann so herrlich verrückt sein.

18.06.643987 14:15
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Rainer Calmund
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