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Margate Reds siegen früh und zittern spät

Ein Tor nach sieben Minuten, danach 83 Minuten Zittern - so lässt sich der 1:0‑Heimsieg der Margate Reds gegen die Ewood Rovers am 16. Spieltag der 1. Liga England wohl am treffendsten zusammenfassen. 46.710 Zuschauer sahen im ausverkauften Hafenstadion ein Spiel, das früh entschieden schien und dann doch bis zum Schlusspfiff an den Nerven nagte.

Schon in der 7. Minute zappelte der Ball im Netz. Linksaußen Sean Hannigan, 24, nahm eine butterweiche Flanke von Rechtsverteidiger Ricardo Da Cru auf, ließ seinen Gegenspieler mit einer eleganten Körpertäuschung ins Leere laufen und traf trocken ins rechte Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Hannigan nach dem Spiel grinsend. "Aber wenn der Ball so schön reingeht, sag ich das natürlich keinem."

Die frühe Führung beflügelte die Reds, die in der ersten Viertelstunde Ball und Gegner laufen ließen. Connor Gayheart prüfte den Gäste‑Keeper Lester schon in der 2. Minute, Lewis Onnington legte in der 9. Minute nach. 21 Torschüsse insgesamt zeugen von einem Team, das an diesem Abend Lust auf Offensivfußball hatte - und gelegentlich ein wenig zu viel davon. Trainer Ata Lameck stapfte mehrmals unzufrieden an der Seitenlinie auf und brüllte: "Macht das Ding endlich zu!"

Die Ewood Rovers wirkten da zunächst wie Schüler, die ihre Hausaufgaben vergessen haben. Erst ab der 20. Minute fanden sie besser in die Partie. Der 19‑jährige Corey Kober sorgte mit zwei wuchtigen Abschlüssen für Lebenszeichen, doch Reds‑Torwart Joshua Hannigan - Namensvetter des Torschützen - hielt, was zu halten war. "Wir haben uns nach dem frühen Schock gefangen", erklärte Rovers‑Coach Stephan Trajes später. "Aber vorne fehlte uns die Kaltschnäuzigkeit - und vielleicht auch die Erfahrung. Wenn deine ältesten Spieler 27 sind, ist das halt so."

Vor der Pause wurde es kurz ruppig: Rechtsverteidiger Amaury Mendo sah Gelb für ein beherztes Einsteigen, drei Minuten später folgte Youngster Mason Bosworth. "Zwei taktische Fouls in drei Minuten, das war wohl Taktikunterricht live", murmelte ein Zuschauer auf der Haupttribüne - und brachte damit die Stimmung auf den Punkt.

Nach dem Seitenwechsel wechselte Lameck gleich dreimal: Karl Riedel kam für den matchwinner Hannigan, der sich angeblich "leicht am Knöchel" verletzt hatte, Kai Edwards ersetzte Onnington, und Erik Lydersen sollte vorne für frischen Wind sorgen. Der Wind blieb allerdings lau: Zwar dominierten die Reds weiter den Ball (55 Prozent Ballbesitz), doch die Präzision fehlte. Lydersen versuchte sich mit gleich fünf Abschlüssen, aber entweder flog der Ball in Richtung Nordsee oder direkt in Lesters Handschuhe.

Ewood setzte spärliche Nadelstiche, meist über den linken Flügel, wo Jozef Hasa mit jugendlichem Übermut alle zwei Minuten versuchte, seinen Gegenspieler zu tunneln. In der 85. Minute zwang er Keeper Hannigan zu einer Glanzparade - die einzige Szene, in der das Stadion kurz den Atem anhielt.

"Wir haben den Bock nicht umstoßen können", seufzte Rovers‑Kapitän Owen Ackland nach dem Spiel. "Aber immerhin haben wir ihn ein bisschen geschubst." Sein Trainer Trajes blieb sachlicher: "Das war kein schlechtes Spiel, aber Margate hat uns mit ihrem Pressing früh überrumpelt. Danach war’s ein Bergaufmarsch."

Die Reds dagegen feierten den Sieg, als hätten sie gerade den Titel geholt. "Ein dreckiges 1:0 ist manchmal schöner als ein 5:0", meinte Lameck mit einem Augenzwinkern. "Weil man dann zeigen kann, dass man auch kämpfen kann - und das konnten wir heute."

Tatsächlich war es weniger Kampf als Nervenarbeit. Die letzten Minuten spielten sich fast ausschließlich in der Hälfte der Reds ab, deren Defensivreihe plötzlich so wackelte wie ein Pub‑Tisch nach Mitternacht. Doch Ewood fehlte der letzte Pass, der letzte Mut - und vielleicht auch ein bisschen Glück.

Als Schiedsrichter Houghton nach 93 Minuten abpfiff, war die Erleichterung greifbar. Hannigan - der Torschütze, nicht der Torwart - humpelte zur Fankurve und ließ sich feiern. "Ein Tor, drei Punkte, kein Problem", rief er ins Mikrofon, bevor er im Kabinengang verschwand.

So stehen die Margate Reds nach diesem Arbeitssieg weiter im oberen Tabellendrittel, während die jungen Rovers Lehrgeld zahlen mussten. Aber wer weiß - vielleicht erinnern sie sich eines Tages gern an dieses Spiel, als sie zum ersten Mal erfahren durften, wie lang 83 Minuten ohne eigenes Tor wirklich sein können.

Und Trainer Lameck? Der verschwand mit einem Lächeln und murmelte nur: "Wenn wir das nächste Mal wieder in der siebten Minute treffen, wecke mich bitte erst nach dem Schlusspfiff."

19.11.643990 13:10
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