Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Margate Reds schocken die Devils - Marceaus goldener Moment in Minute 74

Manchmal ist Fußball wie ein schlechter Witz ohne Pointe - nur dass die Pointe diesmal Didier Marceau hieß. Der Linksaußen der Margate Reds sorgte am 15. Januar im altehrwürdigen Old Trafford (man verzeihe den Manchester Devils den fiktiven Namen) für die bittere Erkenntnis: Wer 18 Mal aufs Tor schießt und trotzdem verliert, hat entweder Pech, oder einen besonders guten Gegner. In diesem Fall war es wohl beides.

Vor 57 888 Zuschauern, die sich bei nasskaltem Wetter nach Toren sehnten wie nach Glühwein zur Halbzeit, begann das Duell recht munter. Schon in der zweiten Minute prüfte Margates Mittelfeldmann Noah Eliot den Heimkeeper Amram Hanegbi mit einem strammen Distanzschuss - der erste Fingerzeig, dass die Reds trotz defensiver Grundordnung nicht nur zum Verteidigen gekommen waren. Die Devils antworteten prompt: Mika Kuqi, der bullige Mittelstürmer der Gastgeber, probierte es gleich dreimal in den ersten zwölf Minuten, aber stets fehlte das berühmte Quäntchen Präzision. "Ich dachte, irgendwann muss der doch rein", stöhnte Kuqi später und grinste gequält.

Die erste Halbzeit war ein Lehrstück in Chancenverwertung - oder besser: in deren Abwesenheit. Die Devils dominierten Ball und Gegner (54 Prozent Ballbesitz, 52 Prozent gewonnene Zweikämpfe), fanden aber keine Lücke. "Wir haben gespielt, als hätten wir das Tor zugeschweißt", kommentierte Trainer Reto Klopfenstein trocken. Einziger Farbtupfer vor der Pause: Zwei gelbe Karten - Vincent Boulanger (16.) auf Seiten der Devils und Mario Baiao (17.) für Margate.

Nach dem Seitenwechsel versuchten die Devils, das Tempo zu erhöhen. Asen Christow und Logan Nolan flankten unermüdlich, Jamie Kirwan zog im Zentrum die Fäden - nur das Ergebnis blieb widerspenstig bei 0:0. In der 58. Minute wechselte Reds-Trainer Ata Lameck den bärenstarken Innenverteidiger Gottfried Hoffman ein, was sich als Glücksgriff erwies. "Wir wollten stabil bleiben und auf den Moment warten", erklärte Lameck später mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Schachgroßmeister und Pokerspieler pendelte.

Dieser Moment kam in der 74. Minute - und wie! Zivojin Basta, der bis dahin mehr Gras als Ball gesehen hatte, zog auf links los, ließ Tertyschny stehen und legte flach in den Rückraum. Didier Marceau kam angerauscht, nahm den Ball direkt und schob ihn trocken ins rechte Eck. 0:1. Eiskalt, präzise, unspektakulär - genau das, was ein Auswärtssieg braucht. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Marceau später in die Kameras. "Manchmal denkt man nicht. Heute war so ein Tag."

Klopfenstein reagierte sofort, brachte Jacob Ross für den glücklosen Kuqi. Der Youngster feuerte in der 75. und 76. Minute zwei ordentliche Geschosse aufs Tor, doch Margate-Keeper Joshua Hannigan war in Bestform. "Ich hab die Bälle fast lieber gefangen als meine Freundin ihre Handtasche", witzelte Hannigan nach dem Spiel.

Die Schlussphase gehörte wieder den Devils - 18 Torschüsse insgesamt, davon acht in den letzten 20 Minuten. Doch egal ob Christow (90.) oder Bancroft (77.), der Ball wollte nicht rein. Und wenn man ehrlich ist: Margate verteidigte mit einer stoischen Ruhe, die man sonst nur bei britischen Busfahrern im Feierabendverkehr sieht.

Die letzten Minuten waren dann purer Nervenkitzel. Zwei weitere Gelbe für die Reds (Hoffman 85., Reacock 86.), ein wütender Klopfenstein an der Seitenlinie, und ein gellendes Pfeifkonzert, als Schiedsrichter Malone endlich abpfiff. Margate jubelte, die Devils schlichen vom Platz.

"Wir haben 18 Mal geschossen, die einmal - und die gewinnen", knurrte Devils-Kapitän Kirwan. "Das ist Fußball. Ungerecht, aber irgendwie auch schön." Trainer Lameck nahm’s sportlich: "Ein Tor reicht, wenn’s das Richtige ist."

So endet ein Abend, an dem Manchester alles hatte - außer einem Tor. Die Devils bleiben in der Tabelle hängen, Margate dagegen feiert einen Coup, der in Kent wohl noch einige Runden Guinness kosten dürfte.

Und wer weiß: Vielleicht erzählt man in Margate bald vom "Wunder von Manchester". Nur dass es diesmal nicht die Roten aus Manchester waren, sondern die aus Margate.

07.09.643987 20:25
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Leichte Bälle zu halten ist einfach. Schwierige Bälle zu halten ist immer schwierig.
Otto Rehhagel
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager