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Ein kalter Montagabend im Februar, Flutlicht über dem Margate Stadium, 57.361 Zuschauer - und ein Spiel, das sich erst spät entschied. Die Margate Reds trennten sich im 32. Spieltag der 1. Liga England mit 1:1 von den favorisierten Manchester Devils. Es war ein Duell, das weniger durch Effizienz als durch pure Hartnäckigkeit glänzte - und durch einen späten Treffer, der das Stadion beben ließ. Schon in den ersten Minuten war klar, wer das Zepter übernehmen wollte: die Reds rannten an, die Devils verteidigten. 22 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache - nur einer davon fand jedoch den Weg ins Netz. "Wenn du so oft schießt und nur einmal triffst, denkst du irgendwann, das Tor ist verhext", grinste Margate-Trainer Ata Lameck nach dem Spiel und zog dabei die Augenbrauen hoch. Die erste Halbzeit war ein Werkstück aus Dominanz ohne Durchschlagskraft. Lionel Postiga prüfte den jungen Devils-Keeper Jose Enrique Benito bereits in der ersten Minute, Zivojin Basta scheiterte zweimal knapp (5. und 9.), und auch Jose Andrade durfte aus der Distanz Maß nehmen - ohne Erfolg. Manchester kam kaum aus der eigenen Hälfte heraus, brachte aber immerhin durch den 19-jährigen Marcus Steffens zwei gefährliche Abschlüsse zustande. Der Rest war Abwehrarbeit - viel, leidenschaftlich, manchmal grenzwertig. "Wir wussten, dass Margate die Räume sucht. Also haben wir sie zugestellt - und gehofft, sie schießen sich müde", erklärte Devils-Coach Reto Klopfenstein mit einem Lächeln, das mehr Erleichterung als Zufriedenheit verriet. Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete: Margate drängte, Manchester lauerte. Lameck brachte gleich drei frische Offensivkräfte zur Pause - Brandon Ashton, Erik Lydersen und Gardar Kristinsson sollten den Druck erhöhen. Und tatsächlich, das Spiel kippte endgültig in Richtung Devils-Tor. Doch dann kam die 77. Minute, und mit ihr der Fußball-Gott in Gestalt von Mika Kuqi. Ein schneller Konter, Ivica Dordevic schickte den Stürmer mit einem langen Ball steil, Kuqi nahm Maß - und traf eiskalt ins rechte Eck. 0:1, völlig entgegen dem Spielverlauf. Die rund 5.000 mitgereisten Devils-Fans jubelten, während im Rest des Stadions ungläubiges Schweigen herrschte. "Da denkst du dir: Wir machen alles richtig, und dann so ein Ding", knurrte Margate-Kapitän Noah Eliot später. Doch der Mann, der sich so ärgerte, war es selbst, der die Antwort gab. In der 86. Minute verwandelte er eine butterweiche Flanke von Zivojin Basta volley ins linke Eck - ein Treffer, der an Schönheit kaum zu überbieten war. Eliot rannte zur Eckfahne, riss die Arme hoch, und das Stadion explodierte in Jubel. "Ich hab einfach draufgehalten", meinte er später trocken. "Wenn du 21 Mal daneben haust, ist irgendwann die Wahrscheinlichkeit hoch, dass einer reingeht." Kurz darauf sah er noch Gelb, als er bei einem Freistoß den Ball zu früh anrührte - eine jener Szenen, die das Spiel perfekt zusammenfassten: viel Einsatz, wenig Sinn, aber jede Menge Emotion. Manchester hatte in den Schlussminuten keine Antwort mehr. Stattdessen drückten die Reds, als ginge es um den Meistertitel. Gottfried Hoffmann köpfte in der 90. Minute knapp vorbei, und selbst Torwart Joshua Hannigan schien kurz zu überlegen, ob er beim letzten Eckball mit nach vorne gehen sollte. "Das war ein gerechtes Ergebnis", bilanzierte Devils-Trainer Klopfenstein nüchtern. "Margate hat mehr gespielt, wir haben klüger reagiert. Ein Punkt für beide - und alle können schlafen gehen." Lameck dagegen sah das anders: "Wir haben sie an die Wand gespielt. Nur hat die Wand halt zurückgehalten." Die Statistik untermauert seine Sicht: 54,8 Prozent Ballbesitz, 22:6 Torschüsse, eine Zweikampfquote von 56 Prozent. Doch Fußball ist eben kein Schönheitswettbewerb. Und am Ende steht ein 1:1, das beiden Teams irgendwie nicht so richtig schmeckt. Für die Reds bleibt immerhin das Gefühl, einen Rückstand spät egalisiert zu haben - und für die Devils, dass sie trotz schwacher Leistung einen Punkt aus Margate entführen konnten. Vielleicht das treffendste Fazit des Abends kam von Zivojin Basta, der beim Tor den Assist gab: "Es war wie ein Date mit dem Ex - du weißt, dass es weh tun wird, aber du gehst trotzdem hin." So ging ein kühler Februarabend zu Ende, an dem Margate alles versuchte und Manchester das Nötigste tat. Ein Spiel, das kein Sieger verdiente - und genau das bekam es auch. 02.04.643990 02:50 |
Sprücheklopfer
Der Trainer hatte nach den ganzen Ausfällen im Angriff nur noch die Wahl zwischen mir und dem Busfahrer. Da der Busfahrer seine Schuhe nicht dabei hatte, habe ich gespielt.
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