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Margate Reds fliegen über Swindon hinweg - 4:2 auf fremdem Rasen

Es war ein Abend, an dem Swindon Town kurz daran glauben durfte, dass Fußballgötter auch Wiltshire besuchen - ehe die Margate Reds mit der Präzision eines Chirurgen und der Lust eines Straßenfußballers viermal zuschlugen. 41.581 Zuschauer im County Ground erlebten ein Spiel voller Emotionen, Karten und Tore - und am Ende eine Gastmannschaft, die den Rasen als verdienter Sieger verließ.

Swindon begann forsch. Trainer Barney Cheep hatte seine Elf offensiv eingestellt, mit aggressivem Pressing und viel Mut nach vorn. Genau das zahlte sich in der 21. Minute aus: Charles Warriner traf nach feinem Zuspiel von Bradley Cromwell zum 1:0. Das Stadion vibrierte, ein Bierbecher flog, und ein älterer Herr auf der Tribüne rief: "So spielt man in Swindon, Jungs!" - ein Satz, der leider nicht alterte wie guter Wein.

Denn kaum hatte sich der Torjubel gelegt, drehten die Margate Reds auf. Ihr Trainer Ata Lameck hatte schon vor dem Spiel süffisant angekündigt: "Wir spielen lieber über die Flügel als durch die Mitte - das sieht besser aus auf YouTube." Recht hatte er. In der 41. Minute zirkelte Noah Eliot den Ball nach Vorarbeit von Zivojin Basta ins Netz, und keine 60 Sekunden später schlenzte Herman Pederson den Ball aus halblinker Position zur 2:1-Führung - beide Male über die Flügel vorbereitet, beide Male eiskalt abgeschlossen.

Die Swindon-Abwehr wirkte in dieser Phase wie ein Kartenhaus im Wind. Besonders Joel Simpson, der rechte Verteidiger, schien mit den schnellen Läufen der Margate-Offensive überfordert - und kassierte prompt Gelb in der 40. Minute. "Ich wollte nur den Ball treffen, ehrlich", murmelte er später, ehe er in der 55. Minute mit Gelb-Rot endgültig duschen durfte. Trainer Cheep kommentierte trocken: "Tja, manchmal ist der Ball eben schneller als Joel."

Mit einem Mann weniger versuchte Swindon, das Spiel zu retten. Cheep brachte in der 60. Minute den erfahrenen Tyler Lancaster, der prompt Akzente setzte. In der 66. Minute legte er mustergültig für Louis Graysmark auf - 2:2! Kurz flackerte Hoffnung auf, die Fans sprangen, der Stadionsprecher überschlug sich fast. Doch die Freude währte exakt 60 Sekunden. Ricardo Da Cru, eigentlich rechter Verteidiger, wuchtete den Ball in der 67. Minute nach Flanke von Finlay Eliot ins Tor. 3:2 für Margate - und die Moral der Gastgeber sank schneller als die Temperatur an diesem kalten Januarabend.

Swindon rannte, kämpfte, biss - aber die Statistik sprach Bände: 6 Torschüsse zu 20, 48 Prozent Ballbesitz, 45 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Margate dagegen spielte mit kontrollierter Aggressivität, langen Pässen und dem ständigen Gefühl, jeden Moment zustechen zu können. In der 86. Minute war es dann endgültig vorbei: Connor Gayheart, frisch eingewechselt, verwertete eine Hereingabe von Da Cru zum 4:2-Endstand. "Wir wollten einfach noch eins drauflegen", grinste Gayheart später - und ließ sich vom Gästeblock feiern.

Kurz vor Schluss wurde’s noch einmal hitzig: Margates Innenverteidiger Atilay Demirel sah in der 93. Minute glatt Rot nach einem rustikalen Einsteigen. "Er hat nur den Rasen belüftet", meinte Coach Lameck mit einem Lächeln, das wohl nur Sieger tragen können.

Nach Abpfiff fasste Swindons Trainer Cheep das Spiel in einem Satz zusammen, der wohl in die Vereinschronik eingehen wird: "Wir hatten unsere Momente - Margate hatte ihre Tore." Wahrlich, selten lag zwischen Wahrheit und Witz so wenig Platz.

Für die Reds war es ein Statement-Sieg. Vier verschiedene Torschützen, eine geschlossene Mannschaftsleistung, und ein Spiel, das zeigte: Diese Truppe kann nicht nur rennen, sondern auch denken. Für Swindon bleibt die Erkenntnis, dass Leidenschaft allein keine Punkte bringt - und dass man mit zehn Mann gegen eine Flügelwalze wie Margate selten gewinnt.

Als die Lichter im County Ground langsam erloschen, blieb das Echo eines Spiels, das alles bot: Tempo, Tore, Karten und ein Schuss Tragikomik. Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen sagte: "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens unterhaltsam."

Und das, liebe Leser, ist in Swindon fast schon Tradition.

14.05.643987 21:14
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Dann lebe ich in Oslo, spiele immer noch Fußball und bin immer noch so langsam.
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