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Margate Reds drehen das Spiel: 3:2-Sieg nach wilder Blues-Halbzeit

Manchester - Ein lauer Märzabend, 36.999 Zuschauer, und im Etihad-ähnlichen Rund wähnte man sich nach 25 Minuten schon auf einer Jubelparade: Die Manchester Blues führten komfortabel 2:0, Jamie Anderson hatte doppelt getroffen, der Rasen glitzerte, und Trainer Daniel Kontsch klopfte zufrieden auf die Ersatzbank. Doch dann kam alles anders - und am Ende stand ein 2:3, das die Blues noch lange in den Ohren klingeln dürfte.

"Das ist Fußball. Manchmal gewinnst du, manchmal verlierst du - und manchmal verlierst du richtig schön", sagte Kontsch mit einem gequälten Lächeln nach dem Abpfiff. Seine Mannschaft hatte die erste Halbzeit kontrolliert, aber die Kontrolle in der zweiten gänzlich abgegeben.

Dabei begann alles nach Maß: In der 21. Minute wurde Anderson von Innenverteidiger Lucas Carey auf die Reise geschickt - und vollstreckte trocken ins lange Eck. Nur vier Minuten später doppelte er nach, diesmal nach feinem Zuspiel von Riley Bosworth. "Ich dachte, heute geht’s durch bis zu meinem ersten Hattrick seit Jahren", grinste Anderson später. Leider irrte er sich.

Denn kaum hatten die Fans den zweiten Torjubel beendet, antworteten die Margate Reds. In der 31. Minute verkürzte Zivojin Basta nach Vorarbeit von Noah Eliot auf 2:1. Ein Warnschuss, der sich im Nachhinein als Vorbote des Sturms entpuppte.

Margate-Coach Ata Lameck hatte seine Elf ohnehin offensiv eingestellt - Alignment: OFFENSIVE, Aggressivität: STRONG, wie die Analysten sagen würden. In der Praxis hieß das: Vollgas, Flanken, und ein Pressing, das den Blues die Farbe aus dem Gesicht trieb. "Wir wussten, wenn wir draufbleiben, kippt das Spiel", sagte Lameck später.

Nach der Pause war es dann soweit: Hansen Scranton, der bullige Mittelstürmer mit der Eleganz eines Güterzugs, glich in der 50. Minute nach feiner Vorarbeit von Felipe Espriu aus. Die Reds hatten sich zurückgebissen. Und während Kontsch an der Seitenlinie hektisch Anweisungen brüllte ("Kurzpassspiel, Männer, KURZPASS!"), rollte Angriff um Angriff auf das Tor von Knud Gruber.

Die Statistik spricht Bände: 18 Torschüsse für Margate, nur sieben für die Blues. Auch beim Ballbesitz (55 zu 45 Prozent) hatten die Gäste klar die Nase vorn. Gruber hielt, was zu halten war, aber in der 70. Minute war es wieder Basta, der - wer sonst - nach einem Doppelpass mit Scranton das 3:2 erzielte.

"Ich hab einfach draufgehauen, ehrlich", gab Basta später zu. "Wenn du so viele Chancen hast, muss ja irgendwann eine rein."

Das Publikum schwankte zwischen Unglauben und Galgenhumor. Ein älterer Herr auf der Haupttribüne rief Richtung Spielfeld: "Vielleicht versuchen wir’s ja auch mal mit Schüssen aufs Tor!" - und bekam Applaus.

Kontsch reagierte mit jungen Kräften: Ramirez raus, Gancarczyk rein (53.), später kam Domingos für den blassen Lester (61.). Doch die frischen Beine brachten keine Wende. Stattdessen kassierte Joao Linares in der 27. Minute noch eine Gelbe, und die Blues wirkten zunehmend entnervt.

In der Nachspielzeit wurde es noch einmal hitzig, als Reds-Verteidiger Gottfried Hoffman sich seine Gelbe abholte - und Lameck ihn daraufhin liebevoll "unseren Abräumer" nannte. "Er hat seine Aufgabe erfüllt", grinste der Coach.

Beim Abpfiff jubelten die Margate Reds ausgelassen. Ersatzkeeper Jamie Smith, erst zur Pause für Joshua Hannigan gekommen, wurde von den Mitspielern in die Luft geworfen. "Ich hab kaum was halten müssen, aber das Timing war perfekt", witzelte der 19-Jährige.

Für die Blues dagegen war es ein Abend voller vertaner Chancen und taktischer Sturheit. "Wir haben zu viel verwaltet, zu wenig riskiert", gestand Kontsch. "Vielleicht war’s auch mein Fehler. Ich dachte, 2:0 reicht."

Die Fans sahen es pragmatischer. "Immerhin war’s spannend", meinte ein Zuschauer beim Hinausgehen. "Und Anderson hat wenigstens getroffen. Wenn er das nächste Mal auch verteidigt, gewinnen wir vielleicht."

Ein versöhnliches Schlusswort? Nicht ganz. Denn in Manchester wird man noch einige Tage über dieses 2:3 sprechen - über verpasste Gelegenheiten, über einen Basta in Bestform, und über einen Trainer, der lernte, dass "ausgewogen" (Balanced Tactics) manchmal einfach zu wenig ist.

Und irgendwo in Margate wird Ata Lameck heute Abend sein Glas heben und sagen: "Wir haben’s ihnen gezeigt, den Großen." Nun ja - zumindest für 90 Minuten.

02.06.643993 13:05
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