Football Today
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Margate Reds beißen sich die Zähne aus: 0:0 gegen die London Gunners

Ein torloses Unentschieden kann manchmal spannender sein als ein 4:3 - nur leider nicht an diesem Montagabend im Margate Stadium. 48.153 Zuschauer sahen beim 12. Spieltag der 1. Liga England, wie die Margate Reds und die London Gunners 90 Minuten lang um Tore rangen, als würden sie sich gegenseitig das Netz nicht gönnen. Am Ende stand ein 0:0, das wohl nur Statistikfreunde glücklich macht.

Dabei fing alles so verheißungsvoll an. Schon in der dritten Minute prüfte Mittelfeldmotor Noah Eliot den Londoner Keeper Dorian Verguts mit einem satten Schuss aus 20 Metern. Ein Raunen ging durchs Stadion - und das sollte das lauteste Geräusch der ersten Halbzeit bleiben. "Ich dachte, der Ball sei drin", sagte Eliot nach dem Spiel und grinste schief. "Dann hab ich gemerkt, dass ich wohl zu genau gezielt habe."

Die Reds spielten offensiv, wie Trainer Ata Lameck es angekündigt hatte: mutig, schnörkellos, aber ohne Fortune. 21 Torschüsse standen am Ende auf dem Papier - mehr als dreimal so viele wie die Gäste, die sich mit sieben Versuchen begnügten. Doch das Runde wollte einfach nicht ins Eckige. Mal stand der Pfosten im Weg, mal ein Abwehrbein, und einmal sogar der eigene Mitspieler. In der 22. Minute trat Zivojin Basta gleich zweimal hintereinander an - beide Male landete der Ball in den Armen von Verguts, der danach genüsslich auf die Uhr sah, als wolle er sagen: "Heute wird hier keiner treffen."

Die London Gunners, leicht favorisiert, hielten sich an ihren Namen - allerdings ohne Munition. Ihr Trainer Mario Roth hatte eine "balancierte" Taktik verordnet, was in der Praxis so aussah, als würde man auf Sieg spielen, solange man sich dabei nicht verausgabt. "Wir wollten ruhig bleiben", erklärte Roth später. "Und das ist uns hervorragend gelungen - vielleicht zu hervorragend."

In der 19. und 48. Minute vergab Margates Sturmtank Armandos Ardizoglou zwei dicke Chancen. Der bullige Mittelstürmer raufte sich die Haare, als sein Kopfball knapp über die Latte rauschte. "Ich schwöre, der Ball hat sich in der Luft noch umentschieden", sagte er nach Abpfiff. "Er wollte einfach nicht rein."

Kurz vor der Pause zog Lameck die erste Wechselkarte: Zivojin Basta wich dem jungen Sigurd Carlsson. Der brachte frischen Wind, aber auch er traf nur das Fangnetz. In der zweiten Halbzeit stellte Lameck auf "mehr Aggressivität" um, wie die Taktikdaten belegten - und tatsächlich: Die Reds pressten, kämpften, schossen aus allen Lagen. Ardizoglou prüfte in der 69. und 70. Minute erneut den gegnerischen Torwart. Der aber blieb unbeeindruckt.

"Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", meinte Gunners-Verteidiger Ellis Stokes. "Die haben auf unser Tor geschossen, als wär’s ein Schießstand. Aber ehrlich gesagt: Ich mag das, hält einen wach."

Die Gunners selbst beschränkten sich auf gelegentliche Konter. Jose Suarez und Yusuf Balta hatten die besten Gelegenheiten, doch Margates Keeper Joshua Hannigan war stets zur Stelle. Besonders in der 54. Minute, als Suarez aus spitzem Winkel abzog, hechtete Hannigan mit einer Parade, die das Publikum endlich wieder aus den Sitzen riss.

Mit zunehmender Spielzeit verwandelte sich das Duell in einen Schlagabtausch der Ideenlosigkeit. In der 83. Minute brachte Lameck noch Connor Gayheart für Didier Marceau - und tatsächlich: Gayheart prüfte in der 88. Minute Verguts mit einem gefährlichen Drehschuss. Doch der Keeper hielt, als hätte er Sekundenkleber an den Handschuhen.

Als Schiedsrichter Thomas Graves schließlich abpfiff, klatschten die Zuschauer höflich. Niemand wusste so recht, ob man sich über einen Punkt freuen oder über zwei verlorene trauern sollte. "Das war kein schlechtes Spiel", sagte Lameck mit einem Schulterzucken. "Nur ein torloses."

Statistisch gesehen hatten die Reds mehr vom Spiel: 48,5 Prozent Ballbesitz, 21 Torschüsse und eine Zweikampfquote von über 54 Prozent. Die Gunners dagegen wirkten effizient - zumindest im Nicht-Tore-Schießen.

Vielleicht war es einfach einer dieser Abende, an denen das Tor wie vernagelt scheint. Oder, um es mit den Worten von Mario Roth zu sagen: "Manchmal ist 0:0 das ehrlichste Ergebnis - keiner hat’s verdient, zu verlieren, aber auch keiner, zu gewinnen."

So trennten sich die Margate Reds und die London Gunners in einem Spiel, das taktisch interessant, kämpferisch anständig, aber emotional eher Diätkost war. Und während die Fans nach Hause trotteten, murmelte ein älterer Herr auf der Tribüne: "Wenn sie beim nächsten Mal wenigstens einmal daneben schießen, wär’s ja schon Fortschritt - dann wissen wir, wo das Tor steht."

Ein Spiel ohne Sieger, aber mit reichlich Stoff für Trainer, Statistikfreunde und jene, die glauben, auch ein 0:0 könne eine Geschichte erzählen - wenn man sie nur laut genug ausschmückt.

26.05.643987 10:38
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