Football Today
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Margate in Ekstase - Reds zerlegen die Gunners mit 5:1

Wenn am Valentinstag jemand Herzen gebrochen hat, dann waren es die Margate Reds - und die London Gunners durften zusehen, wie ihre Abwehr in kleine, traurige Stücke zerfiel. Vor 50.125 Zuschauern im ausverkauften Margate-Stadion verwandelte sich das Spielfeld in ein rotes Feuerwerk: 5:1 hieß es am Ende, und selbst das wirkte noch gnädig.

Dabei begann alles so vielversprechend für die Gäste aus London. In der 7. Minute zappelte der Ball bereits im Netz der Reds: Maurice Blanchett, der quirlige Linksaußen der Gunners, traf nach feiner Vorarbeit von Luke Bloomfield. Trainer Hubert Wetzel ballte die Faust, der Gästeblock sang - und dann hörte man eigentlich 83 Minuten lang nur noch die Heimfans.

Denn Margate reagierte nicht beleidigt, sondern beleidigend gut. Robert Amyot, der rechte Flügelmann mit der Präzision eines Uhrwerks, bediente in der 20. Minute Harrison McGeady, der trocken zum 1:1 einschob. "Ich wusste, wenn Robert den Ball bekommt, muss ich nur noch laufen", grinste McGeady später. Zehn Minuten später war’s wieder Amyot, der über rechts durchbrach und Owen Beaulieu bediente - 2:1, und das Stadion vibrierte.

Die erste Halbzeit endete mit einer Gelben Karte für David Reacock, der sich offenbar in Erinnerung rufen wollte. "Ich hab den Ball gespielt", brummte er nach dem Spiel, "aber offenbar hat der Schiri eine andere Brille als ich."

Nach der Pause wurde es zum Schaulaufen der Reds. Während die Londoner Gunners in ihren offensiven Träumen festhingen, übernahmen die Hausherren endgültig die Kontrolle - 60 Prozent Ballbesitz, 17 Torschüsse, und zwischendurch sah man McGeady und Amyot fast schon amüsiert kombinieren.

In der 65. Minute machte Connor Gayheart das 3:1, als er einen Abpraller eiskalt verwertete. Die Gunners wirkten nun wie ein Boxer, der nach der dritten Runde die Arme nicht mehr hebt. Trainer Wetzel reagierte mit jugendlichem Mut: Er brachte den 17-jährigen Adam Corraface und kurz darauf den ebenso jungen Sean Morriss. Leider half es auch nicht gegen die geballte Erfahrung der Reds-Offensive.

Denn dann kam wieder dieser Robert Amyot, der in der 70. Minute selbst zuschlug. Nach einer Vorlage von McGeady drosch er den Ball humorlos unter die Latte - 4:1. "Ich dachte, das Tornetz reißt", meinte Gästetorwart Dorian Verguts, halb lachend, halb verzweifelt. Keine 60 Sekunden später folgte der nächste Schlag: Didier Marceau nahm einen Pass des jungen Billy Henderson auf und vollendete zum 5:1.

"Das war ein Statement", sagte Margates Trainer Ata Lameck nach Abpfiff. "Wir wollten zeigen, dass wir vorne alles können - und hinten auch mal Glück haben." Tatsächlich ließ seine Defensive wenig zu. Die Gunners kamen auf ganze vier Schüsse aufs Tor, von denen nur einer saß.

Ein kleiner Trost für London: Ihre Nachwuchsspieler durften Premier-Luft schnuppern. Der 17-jährige Morriss grinste trotz der Klatsche: "Ich hab gelernt, dass Profifußball weh tut - aber es macht Spaß." Trainer Wetzel nahm’s mit Galgenhumor: "Wenn du fünf kriegst, musst du wenigstens so tun, als wäre das Teil des Plans."

In der Schlussphase durfte Margate noch ein bisschen zaubern. Der eingewechselte Zivojin Basta prüfte den Torwart zweimal, ehe er in der 90. Minute für den 19-jährigen Kai Edwards Platz machte. Die Fans feierten den Youngster, als hätte er schon das sechste Tor geschossen.

Die Statistik war so eindeutig wie das Ergebnis: 60,7 Prozent Ballbesitz, mehr als doppelt so viele Torschüsse, eine Zweikampfquote von über 56 Prozent. Und das alles mit einer Spielweise, die Ata Lameck selbst als "kontrollierte Aggression mit Stil" bezeichnete.

Bei den Gunners dagegen herrschte Ratlosigkeit. Ihr Pressing blieb aus, die Offensive lief ins Leere, und am Ende wirkten sie wie ein Team, das zwar offensiv eingestellt war, aber vergessen hatte, was man mit dem Ball anfängt.

Als die Spieler vom Platz gingen, sang der Margate-Block: "Fünf für den Valentinstag!" - und selbst einige Londoner Fans klatschten anerkennend.

Ata Lameck fasste es mit einem Schmunzeln zusammen: "Heute haben wir uns verliebt - in unser eigenes Spiel."

Ein bisschen Pathos darf sein. Schließlich erlebt man solche Liebeserklärungen auf dem Rasen nicht alle Tage.

19.08.643990 09:32
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