Noticiero VeneVision
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Maracaibo trotzt Petare ein 1:1 ab - Beton trifft auf Geduldsspiel

Es war ein Abend für Taktikliebhaber, Geduldige - und jene, die Fußball als Schach mit Rasen verstehen. CF Maracaibo und Sporting Petare trennten sich am Samstagabend im Estadio Pachencho Romero mit einem 1:1-Unentschieden. 46.953 Zuschauer sahen ein Spiel, das weniger spektakulär als zäh, weniger wild als taktisch klug war. Und doch: Wer genau hinsah, konnte erkennen, dass hier zwei Philosophien aufeinanderprallten - Pragmatismus gegen Offensivdrang.

Maracaibo-Trainer Sprego Boss hatte seine Elf einmal mehr tief gestaffelt. "Wir verteidigen mit Herz und Hirn, nicht mit Harakiri", sagte er vor dem Anpfiff, während er sich den Schal enger zog. Und tatsächlich: CF Maracaibo stand kompakt, lauerte auf Konter, überließ Petare 51 Prozent Ballbesitz und die meiste Zeit auch das Spielgerät. Petare-Coach Marcel Skupzig hingegen ließ seine Mannschaft von Beginn an anlaufen, aggressiv, offensiv, fast schon trotzig. "Wir wollten das Spiel gewinnen, nicht schön aussehen", knurrte er nach dem Abpfiff.

Die erste Halbzeit gehörte rein optisch den Gästen. Schon in der 13. Minute prüfte David Marchand Maracaibos Keeper Emilio de Freitas - der 34-Jährige lenkte den Ball mit einer Hand über die Latte. Sergi Capucho und Pekka Aaltonen feuerten in den Minuten darauf gleich mehrfach, doch der Betonblock aus Maracaibo hielt. Und dann passierte das, was passiert, wenn man zu oft anrennt: ein Konter.

Kurz vor der Pause, in der 45. Minute, zog Marius Jakobsen im Mittelfeld die Fäden, sah rechts den aufrückenden Nevio Olazabal - und der Routinier drosch das Leder aus gut 20 Metern unter die Latte. 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Olazabal später, "aber der Ball hatte andere Pläne." Die Fans explodierten, Sprego Boss riss die Arme hoch, und Petare stand kurzzeitig unter Schock. Halbzeit. Maracaibo führte - und es roch nach einer dieser typischen Boss-Partien: wenig Ball, viel Effekt.

Nach dem Seitenwechsel aber drehte Petare auf. Der Druck erhöhte sich, Maracaibo verteidigte mit allem, was Beine hatte. Acht Torschüsse der Hausherren standen am Ende 15 der Gäste gegenüber - das Verhältnis sprach Bände. In der 73. Minute platzte schließlich der Knoten: Argirios Kampantais flankte von rechts, und Jose Verdasco nickte aus kurzer Distanz ein. Der Ausgleich war verdient, und Skupzig ballte an der Seitenlinie die Faust. "Endlich", rief er, "das war überfällig!"

Kurz darauf wechselte er doppelt: Karlson und de Freitas kamen, frische Beine für die Schlussoffensive. Bei Maracaibo hingegen kam Ramon Andrade für den müden Claverias - und brachte tatsächlich nochmal Bewegung ins Spiel. In der 88. Minute hätte Andrade fast den Lucky Punch gesetzt, scheiterte aber an Keeper Caio Maniche, der seinen Kasten mit einer artistischen Parade sauber hielt. "Ich hab einfach gehofft, dass er dahin schießt, wo ich schon stand", sagte Maniche mit einem Lächeln, das so breit war wie die Torlinie.

Die Schlussphase wurde ruppiger: Petare-Rechtsverteidiger Freddie Monroe sah in der 68. Minute Gelb für ein beherztes Einsteigen, später erwischte es auch Maracaibos Arsenis Galitsios - in der Nachspielzeit, als er einen Konter unsanft stoppte. Skupzig tobte: "Das war taktisch, aber nicht schön!" Boss konterte mit einem Lächeln: "Manchmal muss man hässlich schön sein."

Statistisch gesehen hätte Sporting Petare den Sieg verdient gehabt - mehr Schüsse, leicht mehr Ballbesitz, bessere Zweikampfquote. Aber Spiele werden nicht auf Excel-Tabellen entschieden. CF Maracaibo verteidigte das Remis mit der Zähigkeit eines Klettverschlusses und der Entschlossenheit eines Teams, das wusste: Jeder Punkt zählt im Abstiegskampf.

Als die Spieler vom Platz gingen, applaudierte das Publikum - nicht euphorisch, aber respektvoll. Ein Zuschauer rief: "Das war kein Spektakel, aber ehrlich!" Und vielleicht brachte er es damit auf den Punkt. Dieses 1:1 war kein Fest für Ästheten, aber ein Abend für Strategen, für Kämpfer, für jene, die wissen: Auch Beton kann schön glänzen, wenn er einen Punkt bringt.

Sprego Boss lächelte zum Abschied: "Ein Punkt gegen Petare? Den nehmen wir mit beiden Händen. Und wenn’s sein muss, auch mit den Zähnen." Marcel Skupzig nickte nur und murmelte: "Wir kommen wieder." Und während die Flutlichter langsam erloschen, blieb das Gefühl, dass hier zwei Mannschaften auf Augenhöhe gespielt hatten - nur mit sehr unterschiedlichen Augen.

01.01.643988 11:35
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
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