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Manchester Devils zerlegen Minyor Pernik - ein Abend der roten Euphorie

Wer am Donnerstagabend im Old Trafford auf eine enge Partie gehofft hatte, wurde schon nach einer Viertelstunde eines Besseren belehrt. Die Manchester Devils spielten sich beim 5:0 (2:0) gegen Minyor Pernik in einen wahren Rausch - und das vor 43.605 begeisterten Zuschauern, die am Ende vor lauter Toren gar nicht mehr wussten, wen sie zuerst feiern sollten.

Dabei begann alles recht gemächlich. Pernik, vom bulgarischen Pragmatismus ihrer Trainerin Sofia Luger geprägt, stand tief, sehr tief - so tief, dass mancher Zuschauer witzelte, der Mannschaftsbus sei noch auf dem Platz geparkt. Doch schon nach 14 Minuten traf Marcus Steffens, der erst 20-jährige Mittelstürmer der Devils, nach Vorlage von Alfie Perlman zum 1:0. Ein Treffer, so präzise wie ein Uhrwerk aus der Schweiz - was Trainer Reto Klopfenstein, selbst Eidgenosse, sichtlich amüsierte. "Ich hab ihm gesagt, er soll nicht denken, sondern einfach schießen. Offenbar hat er mir endlich zugehört", grinste Klopfenstein später.

Die Gäste aus Pernik wirkten in dieser Phase wie ein Boxsack im Dauerbetrieb. Kaum war der Ball im Spiel, schnurrte das rote Mittelfeld um Manuel Pastorino und Jeno Bozsik wie ein Uhrwerk. Der Ballbesitz - laut Statistik 53 Prozent - fühlte sich nach deutlich mehr an. Minyor Pernik kam zwar gelegentlich über die Flügel, doch spätestens an Innenverteidiger Heinz Haase war Schluss. Der junge Deutsche bekam in der 53. Minute zwar Gelb, aber wie er später anmerkte: "Ich wollte nur sicherstellen, dass der Linienrichter noch wach ist."

In der 33. Minute erhöhte Agafon Swetlow auf 2:0, scharf und trocken nach einer Flanke von Jean-Pierre Bettencourt. "Der Ball war eigentlich zu hart, aber ich mag’s ja rustikal", lachte der 31-Jährige nach Abpfiff, während er sich von den Fans feiern ließ. Damit war die Partie praktisch entschieden - die Bulgaren wirkten wie eingefroren, während die Devils weiter auf Angriff spielten, als gäbe es Prämien für jeden Schuss.

Im zweiten Durchgang blieb das Bild gleich: Pernik verteidigte tapfer, aber vergeblich. Nach einer Stunde brachte Klopfenstein den erfahrenen Tobias Ludwig für den verwarnten Haase - eine Maßnahme, die wohl mehr der Ordnung halber erfolgte als aus Not. Und dann kam der Showteil: Swetlow legte in der 68. Minute nach, wieder auf Vorlage von Perlman. 3:0 - das Stadion bebte.

Doch die Devils hatten noch nicht genug. Als der junge Ungar Jeno Bozsik in der 82. Minute aus gut 20 Metern Maß nahm, zappelte der Ball erneut im Netz. "Ich wollte eigentlich passen", gestand Bozsik später, "aber dann dachte ich: Warum nicht mal Weltklasse spielen?"

Den Schlusspunkt setzte ausgerechnet Linksverteidiger Danijel Jarakovic in der 87. Minute, der nach schöner Vorarbeit von Swetlow zum 5:0 traf. Es war der Moment, in dem Trainer Luger der Gäste die Hände hob und nur noch den Kopf schüttelte. "Wir wollten defensiv stehen", erklärte sie nach dem Spiel, "aber die Devils haben den Begriff ’defensiv’ offenbar abgeschafft."

Statistisch betrachtet war das Spiel sogar halbwegs ausgeglichen: 20 zu 7 Torschüsse, 53 zu 47 Prozent Ballbesitz - Zahlen, die harmlos klingen, wenn man sie nicht mit der Realität abgleicht. Denn während Pernik mit langen Bällen ins Niemandsland arbeitete, kombinierten die Devils mit chirurgischer Präzision. Selbst Torwart Jose Enrique Benito fror zeitweise ein - man sah ihn in der 70. Minute gähnen, fast schon mitleidig.

Nach Abpfiff stand Klopfenstein mit verschränkten Armen an der Seitenlinie und sagte trocken: "Manchmal läuft’s halt. Heute hatten wir einen dieser Tage, an denen du den Gegner mit guten Manieren auseinanderbaust." Im Hintergrund scherzte Swetlow mit Steffens, Bozsik tanzte mit einem Balljungen, und die Fans sangen noch lange nach dem Abpfiff.

Für Minyor Pernik bleibt das Fazit ernüchternd: fünf Gegentore, keine nennenswerte Torchance, und ein Bus, der vermutlich noch immer im Strafraum steht. Trainerin Luger versprach, "die defensive Taktik zu überdenken - oder vielleicht auch ganz abzuschaffen".

Die Manchester Devils hingegen gehen mit breiter Brust in die nächsten Spiele. Wenn sie weiter so offensiv und spielfreudig auftreten, könnte die Conference League bald sehr rot gefärbt sein. Und wer weiß - vielleicht muss man dann den Begriff "Devils" neu definieren: als Synonym für gepflegte Fußball-Euphorie mit einem Schuss Teufelskunst.

Ein Abend, an dem die Statistik nur die halbe Wahrheit erzählte - die andere Hälfte stand in den Gesichtern der Fans, die aus dem Stadion gingen, als hätten sie gerade ein kleines Fußballwunder erlebt.

30.08.643990 09:22
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