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46287 Zuschauer erlebten am Freitagabend in Oxford ein Spiel, das wohl niemand in die Geschichtsbücher schreiben wird - außer vielleicht die Statistikabteilung. Manchester Devils siegten mit 2:0 bei Oxford City, kontrollierten das Geschehen meist ohne ins Schwitzen zu geraten, und ließen den Gastgebern nur selten Raum für eigene Träume. Dabei begann alles recht munter. Schon in der 4. Minute prüfte Charles Dennehy den Devils-Keeper Amram Hanegbi aus gut 20 Metern - ein Warnschuss, mehr nicht. Oxford spielte mutig, versuchte es mit gepflegtem Kurzpassspiel, doch die Gäste aus Manchester wirkten, als hätten sie noch den Bordmodus eingeschaltet. "Wir wussten, dass Oxford laufen wird", sagte Devils-Trainer Ronnie Ekström später und grinste: "Wir haben sie einfach laufen lassen." Nach einer Viertelstunde nahm das Spiel dann Fahrt auf - allerdings nur in eine Richtung. Manchester schoss sich warm: Kirwan, Kuqi, Bozsik - alle durften mal. Es war wie ein Dauerfeuer auf Harrison Le Tallecs Tor. In der 26. Minute fiel schließlich das logische 0:1. Rechtsverteidiger Alen Rajic flankte scharf in den Strafraum, wo Asen Christow mit einem trockenen Schuss ins lange Eck traf. "Ich habe einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass keiner im Weg steht", witzelte der Torschütze nach dem Spiel. Oxford City versuchte, das Spiel wieder an sich zu reißen, doch die Devils standen kompakt. Trainer David Klockzien gestikulierte wild an der Seitenlinie, rief "enger stehen, schneller spielen!" - doch seine Spieler schienen eher mit dem Gedanken beschäftigt, wann die Halbzeitpause beginnt. Kurz vor dem Pausenpfiff hatte der junge Robert Graysmark eine Chance, doch sein Schuss landete in den Händen von Hanegbi. In der Pause wurde viel diskutiert, aber wenig geändert. Beide Teams kamen mit denselben Formationen zurück. Manchester blieb offensiv, Oxford blieb bemüht. In der 51. Minute wechselte Ekström doppelt: Marcus Steffens kam für den müden Mika Kuqi, und Ivica Dordevic ersetzte den gelbverwarnten Tobias Ludwig. "Ich wollte frische Beine und weniger Risiko", erklärte Ekström. Zwei Minuten später sah auch Jamie Kirwan Gelb - ein Zeichen, dass die Devils zwar führten, aber nicht gerade zimperlich spielten. Oxford kam besser in die zweite Hälfte, Amir Ajalon und Andres Chalana prüften Hanegbi mit Distanzschüssen (57. und 66. Minute). Doch sobald die Devils das Tempo anzogen, geriet City ins Wanken. In der 77. Minute dann die Entscheidung: Alfie Perlman zog auf links davon, legte mustergültig in die Mitte, und Logan Nolan schob eiskalt zum 0:2 ein. Wieder kein Jubelorkan, eher ein höfliches Nicken - Business as usual für die Devils. "Das war abgezockt, aber kein Feuerwerk", urteilte ein englischer Radioreporter trocken. Mit 19 Torschüssen zu 6 und knapp 51 Prozent Ballbesitz dominierten die Gäste die Zahlen, doch die Emotionen blieben auf Sparflamme. Oxford versuchte bis zum Schluss, wenigstens den Ehrentreffer zu erzielen, aber selbst eine späte Kopfballchance von Ajalon in der 89. Minute blieb folgenlos. Nach dem Abpfiff war die Stimmung entsprechend geteilt. Oxfords Trainer Klockzien zeigte sich kämpferisch: "Wir haben gegen eine clevere Mannschaft verloren, aber das war kein 0:2-Spiel. Wir haben uns nicht versteckt." Sein Gegenüber Ekström dagegen sprach von "einem professionellen Arbeitssieg" - was man wohl als das Fußballdeutsch für "bloß nicht überanstrengen" verstehen darf. Spielerisch war es kein Fest, aber für die Devils zählt das Ergebnis. Zwei Tore, drei Punkte, keine Verletzten - Mission erfüllt. Oxford City hingegen bleibt weiter im Tabellenkeller und wird sich fragen, was fehlt: Mut, Präzision oder einfach ein bisschen Glück. Vielleicht war es symptomatisch, dass sich nach dem Spiel ein älterer Fan im Stadionheft verewigen ließ mit den Worten: "Wir waren nah dran - aber nie wirklich dran." So blieb der Abend in Oxford einer jener, an denen man sich an das Bratwurstaroma und den feuchten Rasen besser erinnert als an die Spielzüge. Die Manchester Devils nehmen die Punkte mit, Oxford City den Trost, dass Fußball manchmal gerecht ist - aber meistens nicht. Und irgendwo im Mannschaftsbus der Devils sagt Logan Nolan leise zu seinem Mitspieler Christow: "Nächstes Mal machen wir’s schöner." - Christow lacht: "Oder einfach wieder effizient." 27.12.643993 19:40 |
Sprücheklopfer
Hoch gwinnen wern ma nimma.
Toni Polster in der Halbzeitpause des Länderspiels Spanien gegen Österreich beim Spielstand von 5:0 (Endstand 9:0 für Spanien)