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Manchester Devils drehen Klassiker gegen Liverpool - 2:1 nach heißem Tanz

Wenn 59.000 Zuschauer an einem frostigen Freitagabend im Old Trafford lauschen, klingt selbst das Knirschen der Schuhe auf dem Rasen wie Musik. Und tatsächlich lieferten sich die Manchester Devils und die Liverpool Reds am 29. Spieltag der 1. Liga England eine Partie, die an alte Zeiten erinnerte: hitzig, temporeich, mit etwas Chaos garniert - und am Ende mit einem 2:1 für die Hausherren, das sich härter erarbeitet anfühlte als eine Steuererklärung im April.

Die Devils begannen, als hätten sie vor Anpfiff in der Kabine einen Espresso zu viel getrunken. Schon in der ersten Minute zog Rafet Kisa aus spitzem Winkel ab, Liverpool-Keeper Carl Rodrigo lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte. "Ich dachte, der Ball sei schon drin", grinste Devils-Coach Reto Klopfenstein später. "Aber Carl hat wohl noch ein paar Reflexe übrig, die nicht in Rente sind."

Liverpool zeigte sich davon unbeeindruckt. Die Reds, von Trainer Kurt Kaiser taktisch gewohnt diszipliniert eingestellt, warteten geduldig auf ihre Chance - und die kam in Minute 37: Alessandro Marcedusa schob nach feinem Zuspiel von Ryan Winston trocken zum 0:1 ein. Der Gästeblock jubelte, der Rest des Stadions hielt kurz die Luft an. "Wir wollten sie ein bisschen einschläfern und dann zustechen", erklärte Kaiser süffisant. "Hat ja fast funktioniert."

Fast - denn kaum eine Minute später stand das Stadion Kopf. Jean-Pierre Bettencourt, der rechte Mittelfeldmotor der Devils, zog nach einem eleganten Doppelpass mit Manuel Pastorino aus 20 Metern ab, und der Ball zischte unhaltbar ins Eck - 1:1. Pastorino, der an beiden Devils-Toren beteiligt war, kommentierte später trocken: "Ich hab’ ihm den Ball gegeben, weil ich keine Lust hatte, selbst zu laufen."

Nach der Pause wurde das Spiel zu einem offenen Schlagabtausch. 17 Torschüsse für Manchester, 14 für Liverpool - Zahlen, die nach einem Boxkampf klingen. Immer wieder rannte Ewan Burton über die rechte Seite, flankte, schoss, fluchte. Auf der Gegenseite verpasste Logan Nolan zweimal knapp die Führung, ehe Christopher Bancroft in der 69. Minute die Entscheidung brachte. Wieder war Pastorino der Passgeber, wieder zappelte der Ball im Netz. Bancroft rannte jubelnd zur Eckfahne, trat sie fast um und brüllte in Richtung der Fans: "Das ist unser Haus!"

Kurt Kaiser reagierte mit einem Dreifachwechsel zwischen der 66. und 73. Minute, brachte frische Beine mit Roberto Marquez und Leon Ross - doch der erhoffte Ruck blieb aus. Stattdessen kassierte sein Linksverteidiger Callum Hawn wegen eines rustikalen Einsteigens in der 75. Minute Gelb und stürmte anschließend wütend zum Schiedsrichter: "Ich hab doch nur den Ball getroffen!" Der Unparteiische antwortete trocken: "Ja, aber leider erst nach dem Gegner."

In der Schlussphase zitterten die Devils. Asen Christow musste in der 86. Minute verletzt raus, für ihn kam der routinierte Aad Putnam, der das Spiel mit cleverem Zeitspiel einfrieren half. Beim letzten Liverpool-Schuss in der 92. Minute - ein verzweifelter Versuch von Ryan Winston - rauschte der Ball knapp über die Latte. Klopfenstein sprang danach an der Seitenlinie in die Luft wie ein Kind, das gerade den letzten Schokoriegel im Supermarkt ergattert hatte.

"Wir haben’s uns selbst schwer gemacht, aber das sind Spiele, die du lieben musst", sagte der Trainer im Anschluss, während er mit einem Handtuch den Schweiß aus der Stirn wischte. "Liverpool ist nie tot - aber heute haben wir sie lange genug in Schach gehalten."

Die Statistik gibt ihm recht: 53,9 Prozent Ballbesitz, 51 Prozent gewonnene Zweikämpfe, mehr Schüsse, mehr Biss. Liverpool war nie chancenlos, aber immer einen Schritt zu spät. "Manchmal reicht ein Wimpernschlag", meinte Kaiser mit einem bitteren Lächeln. "Heute war’s eher ein Augenrollen."

So endet ein Klassiker, der seinem Namen gerecht wurde: mit Tempo, Emotionen und einem Schuss britischem Wahnsinn. Und während draußen der Regen einsetzte, sangen die Devils-Fans noch lange im Chor. Vielleicht nicht ganz rein, aber dafür aus voller Kehle.

Ein Abend, an dem Manchester wieder einmal bewies: Der Teufel steckt im Detail - und manchmal auch im linken Mittelfeld.

20.12.643987 17:40
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Das ist das größte Kompliment, was sich eine Mannschaft zuteil werden kann.
Günter Netzer
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