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Manchester Blues stolpern über tapfere Saints - Gerechtes 1:1 im Etihad

An einem windigen Februarabend im Etihad-Stadion sahen 31.705 Zuschauer ein Spiel, das eher an ein Schachduell im Mittelfeld als an ein Feuerwerk der Premier-League-Offensive erinnerte - bis plötzlich beide Seiten beschlossen, dass Tore ja doch zum Fußball dazugehören. Am Ende trennten sich die Manchester Blues und der FC Southampton mit 1:1, und irgendwie war das Ergebnis so gerecht wie britischer Regen: unvermeidbar.

Die erste Halbzeit war ein Musterbeispiel für gepflegtes Abtasten. Die Blues ließen den Ball laufen, als wollten sie eine Passstatistik gewinnen, nicht aber ein Fußballspiel. 58 Prozent Ballbesitz sprechen eine deutliche Sprache - nur eben keine, die Tore ankündigt. Southampton dagegen lauerte auf Konter, schoss zwar öfter aufs Tor (17:9 am Ende), aber meist so, dass der Ball eher in die Kategorie "Souvenir für die Tribüne" fiel.

Der einzige, der in Hälfte eins wirklich Schweiß auf der Stirn hatte, war wohl der Linienrichter, der gefühlt 800-mal die Fahne hob - "Ich wollte einfach im Spiel bleiben", witzelte er später inoffiziell.

Nach dem Seitenwechsel wurde es dann doch lebendiger. In der 68. Minute belohnte sich Southampton für seine Hartnäckigkeit: Billy Benett, der frisch eingewechselte Flügelflitzer, steckte den Ball clever durch, und Jan Ovesen - 21 Jahre jung, 21 Jahre furchtlos - schob eiskalt an Blues-Keeper Knud Gruber vorbei. 0:1. Die 500 mitgereisten Saints-Fans sangen sich heiser, während Trainer Michael Böning an der Seitenlinie die Faust ballte. "Wir wussten, dass Manchester Räume lässt. Jan hat das fantastisch gemacht", lobte er später mit breitem Grinsen.

Doch die Freude währte nur drei Minuten. In der 71. Minute schlugen die Blues zurück - und wie. Yannik Gancarczyk, ebenfalls 21 und offenbar auf einer Mission, nahm einen Abpraller am rechten Strafraumeck volley und jagte den Ball unhaltbar unter die Latte. 1:1, das Stadion tobte. "Ich hab einfach draufgehauen", grinste Gancarczyk nach dem Spiel. "Vielleicht sollte ich das öfter tun." Trainer Daniel Kontsch nickte trocken: "Wenn er das jedes Mal so macht, bekommt er von mir einen Freifahrtschein."

Danach entwickelte sich eine offene Schlussphase, bei der beide Teams noch einmal alles versuchten - Southampton mit mehr Zug, Manchester mit mehr Kontrolle. Ovesen tauchte in der 88. Minute noch einmal gefährlich vor Gruber auf, scheiterte aber am aufmerksamen Keeper. Auf der anderen Seite prüfte Jaroslav Drulak in der Nachspielzeit den Saints-Torhüter Gabriel Clancy, der die Kugel im Nachfassen sicherte - und dabei aussah, als hätte er gerade eine heiße Kartoffel gefangen.

Gelbe Karten gab es auch, allerdings mehr aus Reflex denn aus Bosheit: Bosworth (26.) und Domingos (62.) auf Seiten der Blues, Broderick (72.) und Ordono (92.) für die Saints. "Manchmal muss man eben zeigen, dass man da ist", sagte Domingos später - und grinste, als er hörte, dass der Schiedsrichter das ähnlich sah.

Taktisch blieb es beim Erwartbaren: Manchester wie immer mit viel Ballbesitz und kurzen Pässen, Southampton mit mutigem Pressing und schnellen Vorstößen. In der Nachbetrachtung sprach Kontsch von "einem Spiel, das wir kontrolliert, aber nicht entschieden haben". Sein Gegenüber Böning sah das mit feinem Understatement anders: "Wir hatten 17 Schüsse - das ist kein Zufall. Wir hätten gewinnen können."

Auf der Pressekonferenz wirkte der Blues-Coach gelassen. "Ein Punkt ist ein Punkt", sagte er, "auch wenn sich’s anfühlt wie ein halber." Sein Kapitän Jamie Anderson wurde deutlicher: "Wir müssen früher mehr Risiko gehen. In der ersten Halbzeit haben wir gespielt, als wäre’s ein Trainingsspiel im Regen."

Und so bleibt von diesem Abend das Gefühl, dass beide Teams zwar viel investierten, aber keiner das entscheidende Risiko suchte. Southampton wird das Remis als Achtungserfolg verbuchen - schließlich hatten sie auswärts mehr Torschüsse und den frischeren Eindruck. Manchester dagegen bleibt das Gefühl, zwei Punkte liegen gelassen zu haben.

Kurzum: Ein 1:1, das keiner wollte, aber jeder verdient hat. Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen sagte: "War kein Klassiker - aber wenigstens war der Tee heiß."

So klingt englische Normalität im Februar: ein bisschen Wind, ein bisschen Drama - und ein Ergebnis, das sich so britisch anfühlt wie Fish and Chips am Dienstagabend.

19.11.643990 13:33
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