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Magpies schießen daneben - Rovers siegen mit frühem Treffer

Ein Tor nach vier Minuten, danach 86 Minuten Zittern, Kämpfen und - in Nottinghams Fall - Verzweiflung: Die Ewood Rovers entführten am Samstagabend vor 42.761 Zuschauern im City Ground mit einem 1:0-Sieg bei den Nottingham Magpies drei Punkte, die wohl als Paradebeispiel für "Effizienz im Fußball" in die Lehrbücher eingehen könnten.

Denn während die Magpies 13 Torschüsse abfeuerten, ohne den Ball im Netz unterzubringen, reichten den Rovers ihre sechs Versuche - und einer davon, ein satter Schuss von José Deco in der vierten Minute, entschied das Spiel.

"Ich dachte, der Ball sei schon draußen, aber dann lag er halt drin", grinste Deco hinterher, als hätte er soeben das Geheimnis der Schwerkraft gelüftet. Sein Trainer Stephan Trajes kommentierte trocken: "Wir wollten schnell starten - das war vielleicht ein bisschen zu schnell, aber ich beschwere mich nicht."

Tatsächlich legten die Gäste los wie entfesselt. Nach einem kurzen Kombinationsspiel über die linke Seite zog Jyrki Hyypiä an der Außenlinie entlang, tunnelte seinen Gegenspieler und legte flach in den Rückraum. Deco nahm Maß - und drosch den Ball mit der Präzision eines Uhrwerks ins rechte Eck. 0:1 nach vier Minuten, und der heimische Torwart Lewis Dubois konnte nur die Hände heben, als wolle er fragen: "Warum ich?"

Danach begann das große Anrennen der Magpies. Coach Christoffer Reedtz hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt, mit drei Stürmern - Darabont, Farnsworth und Cabell - in vorderster Linie. Ballbesitz? 55 Prozent. Torschüsse? Mehr als doppelt so viele wie die Rovers. Tore? Fehlanzeige.

"Wir haben alles probiert, sogar kurzzeitig den lieben Fußballgott angerufen", sagte Reedtz nach der Partie mit einem gequälten Lächeln. "Aber offenbar hatte der gerade ein anderes Spiel im Fernsehen."

Besonders bitter war es für Alfie Farnsworth, der sich gleich viermal in aussichtsreicher Position fand - in der 10., 22., 26. und 54. Minute. Immer wieder stand ihm Keeper Logan Bernard im Weg, der an diesem Abend offenbar magnetische Handschuhe trug. "Manchmal triffst du, manchmal triffst du halt nur seine Frisur", kommentierte Farnsworth sarkastisch.

Die Rovers dagegen verteidigten mit allem, was sie hatten - und manchmal auch mit dem, was sie nicht hatten. Bereits nach 31 Minuten musste Innenverteidiger Ewan O’Halloran verletzt runter, Ignacio Carvalho kam ins Spiel. Später folgte noch der Wechsel auf der rechten Abwehrseite, als Amaury Mendo für den angeschlagenen Pedro Gama übernahm.

Kurz vor der Pause wurde es hitzig: Erst sah Nottinghams Linksverteidiger Alfie Elliot Gelb, dann Innenverteidiger Alfonso Sousa. "Wir wollten zeigen, dass wir da sind", erklärte Sousa später, "leider hat der Schiedsrichter das etwas zu wörtlich genommen."

In der zweiten Halbzeit erhöhte Nottingham das Risiko. Die Taktik blieb offensiv, das Pressing wurde aggressiver - laut Statistik sogar "YES", was die Fans mit donnerndem Applaus quittierten. Doch so sehr die Magpies drückten, der Ball wollte einfach nicht über die Linie.

In der 66. Minute kam der junge Egidius Schermerhorn für Farnsworth, brachte frischen Wind - und schoss prompt in die Arme des Torwarts. In der 70. Minute versuchte es Jay Darabont mit einem Volleyschuss, der eher aussah wie ein Notruf an die Tribüne. Und als Linksverteidiger Harry McGrath in der 85. Minute aus 25 Metern abzog, hielt das Stadion den Atem an - um dann kollektiv zu stöhnen, als der Ball knapp rechts vorbeiging.

"Wir hätten bis Mitternacht spielen können, und wahrscheinlich wäre wieder der Torwart im Weg gestanden", brummte Kapitän Darabont.

Die Rovers dagegen retteten die Führung mit kluger Zeitverzögerung und einem letzten Wechsel in der 81. Minute, als Christophe Delmas für den ausgepumpten Stürmer Nicolae Buzanszky kam. Ein kleiner Pyrrhussieg, denn zwei Minuten später verletzte sich Flügelspieler Hyypiä am Oberschenkel.

Am Ende blieb es beim 0:1 - ein Ergebnis, das auf dem Papier knapp aussieht, aber den Unterschied in der Chancenverwertung gnadenlos aufzeigt. "Wir waren heute nicht schöner, aber schlauer", bilanzierte Rovers-Coach Trajes. Reedtz hingegen versprach: "Wir werden weiter mutig nach vorne spielen - irgendwann trifft auch mal jemand ins Tor, nicht nur daneben."

So endete ein Abend, an dem Nottingham alles hatte: Ballbesitz, Chancen, Emotionen - nur eben keine Punkte. Und irgendwo im Gästebus der Rovers saß José Deco und summte zufrieden: Ein Tor, drei Punkte, und 42.761 Menschen, die es lieber nicht gesehen hätten.

03.05.643987 10:09
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Dann lebe ich in Oslo, spiele immer noch Fußball und bin immer noch so langsam.
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