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Macclesfield Town siegt in wildem 3:2 - ein Veteran zeigt's den Jungen

Wenn ein 42-jähriger Mittelfeldspieler den Unterschied macht, dann ist das entweder ein Märchen oder die 2. Liga Englands. Im Moss Rose Stadium erlebten 19.430 Zuschauer am Dienstagabend ein Spektakel, das irgendwo zwischen Slapstick, Willenskraft und Fußballromantik lag. Am Ende besiegte Macclesfield Town die Nottingham Foresters mit 3:2 (1:0) - und der Held des Abends hieß Wolfgang Fleischer. Ja, richtig gelesen: 42 Jahre alt, graue Schläfen, aber Beine wie ein junger Hirsch.

Schon nach zehn Minuten legte Macclesfield los wie aufgezogen. Evan Wiltshire, der flinke Rechtsaußen mit der Ballbehandlung eines Straßenkickers, verwertete einen punktgenauen Pass von eben jenem Fleischer zum 1:0. "Wolfi hat den Ball so perfekt reingezirkelt, ich musste ihn nur noch streicheln", grinste Wiltshire später in der Mixed Zone. Trainer von Nottingham, Leon Löwe, soll da bereits missmutig den Kaugummi gewechselt haben.

Die Gäste versuchten in der Folge, mit offensiver Ausrichtung und viel Moral dagegenzuhalten, doch Macclesfield hatte mehr Ballbesitz (55 Prozent) und die deutlich klareren Aktionen. Nottingham schoss zwar früh (Prentiss in der 1. Minute), aber dann traf Macclesfield im Minutentakt Latte, Pfosten oder Torwart. 14 Schüsse aufs Tor zeugten von einer Mannschaft, die lieber einmal zu viel als gar nicht abdrückt. "Wir wollten einfach Spaß haben - und wenn der Ball nicht rein will, dann wenigstens den Keeper warmhalten", witzelte Linksverteidiger Jamie MacCallum.

MacCallum selbst war es, der kurz nach Wiederanpfiff in der 46. Minute für das 2:0 sorgte. Nach einer butterweichen Flanke von Archie Preston hielt er den Spann hin - und plötzlich feierte das ganze Stadion. Nur einer blieb eiskalt: Trainer Löwe. Der stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie und murmelte laut Zeugen: "Das war doch Abseits. Wahrscheinlich."

Doch Nottingham wäre nicht Nottingham, wenn sie nicht die Dramatik liebten. In der 52. Minute verkürzte Max Prentiss nach Vorlage von Luke O’Leary auf 2:1. Ein Tor aus dem Nichts, aber mit Wucht und Präzision - und plötzlich roch die Partie nach Wendung. "Da dachten wir kurz, jetzt wird’s nochmal heiß", gab Macclesfields Torhüter Oscar Livingstone später zu. Acht Minuten später (63.) war es dann tatsächlich soweit: Marcos Chalana traf nach Vorarbeit von Linksverteidiger Luke Gady zum 2:2. Der Ausgleich - und Gady sah kurz darauf Gelb, vielleicht aus purer Euphorie.

In der 82. Minute dann der nächste Schockmoment: Nottinghams 18-jähriger Ellis Callahan verletzte sich ohne Gegnereinwirkung und musste raus. "Der Junge hat Herz, aber seine Wade hatte wohl andere Pläne", kommentierte Löwe trocken.

Doch Fußball schreibt manchmal Geschichten, die selbst einem Drehbuchautor peinlich kitschig vorkämen. In der 78. Minute, also noch vor Callahans Verletzung, traf ausgerechnet der Oldie Fleischer selbst - nach Vorlage von MacCallum. 3:2. Das Stadion explodierte, und selbst die gegnerischen Fans klatschten anerkennend. Fleischer riss die Arme hoch, drehte ab, und rief angeblich in Richtung Bank: "Alt? Ich? Ich hab noch Benzin im Tank!"

Die letzten Minuten gehörten purer Nervosität. Nottingham drückte, hatte noch einen Schuss von Thomas McGowan (81.), aber Livingstone hielt, als ginge es um seine Rente. Macclesfield brachte das Ergebnis mit Routine und etwas Glück über die Zeit.

"Wir waren die bessere Mannschaft, auch wenn es eng wurde", sagte Macclesfields Coach hinterher (sein Name blieb unerwähnt, aber seine Stimme klang nach einem Mann, der heute Abend ein Bier verdient hat). Leon Löwe hingegen sprach von "unnötigen Fehlern und einem Spiel, das wir hätten drehen können". Und fügte mit einem Seufzer hinzu: "Vielleicht hätten wir einfach auch einen 42-Jährigen gebraucht."

Statistisch war Macclesfield leicht überlegen: mehr Ballbesitz, doppelt so viele Schüsse aufs Tor (14:7) - und die bessere Chancenverwertung. Nottingham wirkte phasenweise überfordert, kämpfte sich aber tapfer zurück.

Am Ende bleibt: ein alter Haudegen als Matchwinner, ein Publikum in Ekstase und ein Trainer, der vermutlich seine Taktiktafel in die Ecke geworfen hat.

Oder, wie Wolfgang Fleischer beim Verlassen des Platzes sagte, während er sich lässig den Schweiß von der Stirn wischte: "Man wird nicht älter, man wird präziser."

Und präzise war an diesem Abend nur eines: das Ergebnis - 3:2 für Macclesfield Town.

13.04.643990 22:03
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