Gazeta sporturilor
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Lupi Ploiesti wird vom Wind der Flügel überrollt

Ein lauer Januarabend in Ploiesti, Flutlicht, 12.500 Zuschauer - und am Ende ein Ergebnis, das die Heimfans vermutlich noch im Schlaf verfolgen wird: Lupi Ploiesti verliert am 12. Spieltag der 1. Liga Rumänien mit 1:5 (1:2) gegen ein entfesseltes ATU Arad. Es war ein Spiel, das begann wie ein Märchen und endete wie eine Komödie mit tragischem Unterton.

Dabei fing alles so vielversprechend an. In der 9. Minute jubelte das Stadion, als Bojan Ristic nach feinem Zuspiel von Marius Dobrin die Kugel ins Netz drosch - 1:0 für die "Wölfe". Trainerbank, Tribüne, Bratwurststand - alle sprangen auf. "Da dachte ich, heute läuft’s", murmelte ein Fan später mit glasigem Blick, als er seinen Becher in den Müll warf.

Doch schon 16 Minuten später begann der Arader Flügelsturm. Der 17-jährige Daniel Stancu, der aussieht, als hätte er gerade erst die Maturaprüfung hinter sich, traf nach Vorlage von Juan Djalo zum 1:1. Und kaum hatten die Gastgeber den Schock verdaut, legte Olaf Vetter in der 33. Minute nach - erneut mit Djalo als Strippenzieher im Mittelfeld. Von da an war klar: Arad wollte nicht nur den Sieg, sie wollten den Rasen umpflügen.

Bis zur Pause blieb es beim 1:2, doch die Statistiken erzählten schon da eine Geschichte: 9 Torschüsse für Lupi, 16 für Arad. Der Ballbesitz sah zwar mit 51 zu 49 Prozent leicht nach Ploiesti aus, aber was nützt das, wenn der Gegner mit jedem Angriff ein Erdbeben auslöst? "Wir hatten den Ball. Sie hatten die Tore", kommentierte Heimtorwart Marius Cocis trocken.

Die zweite Halbzeit begann mit Hoffnung - und endete im Chaos. Lupi bemühte sich, das Spiel an sich zu reißen, aber die Offensivausrichtung wirkte zunehmend wie ein offenes Scheunentor. In der 80. Minute folgte der Dolchstoß: Vasile Sabau, bereits mit Gelb vorbelastet, sah nach einem ungeschickten Einsteigen Gelb-Rot. "Ich wollte nur den Ball spielen", verteidigte er sich später, "aber der Ball wollte wohl nicht."

Arad nahm die Einladung dankend an. In der 82. Minute zirkelte der frisch eingewechselte Julian Galindo den Ball ins Eck - 1:3, Assist von Federico Nocara. Drei Minuten später durfte Humberto Gama ran, der gerade erst eingewechselt worden war, und traf nach Dumitrache-Vorlage zum 1:4. Kaum hatte der Stadionsprecher den Namen ausgesprochen, wiederholte sich das Schauspiel: Gama erneut, diesmal auf Zuspiel von Stancu - 1:5 in der 86. Minute.

Der Rest war ein Schaulaufen. Arad, deren Taktik zu Beginn noch als "balanced" galt, drehte am Ende voll auf. "Wir wollten zeigen, dass wir auch offensiv Spaß haben können", grinste Trainer Mister Zvenson hinterher. "Meine Jungs haben heute Flügel bekommen - und ich meine das wörtlich."

Lupi-Trainer (dessen Name die Vereinsführung nach diesem Abend vielleicht lieber verschweigt) saß dagegen wie eingefroren auf der Bank. "Ich habe keine Erklärung. Vielleicht hat jemand den Verteidigern die Schuhe vertauscht."

Im Mittelfeld mühte sich der erfahrene Manolis Seitaridis redlich, während Stürmer Marcel Csik immerhin zwei gute Chancen hatte - beide vom Arader Keeper Jorge Viqueira entschärft. "Der Junge hat Reflexe wie ein Känguru auf Espresso", lobte Zvenson.

Die gelben Karten - drei insgesamt, Sabau, Stancu und Vetter - passten ins Bild eines Spiels, in dem es mit zunehmender Spielzeit auch an Geduld fehlte. Trotzdem blieb es fair, zumindest statistisch.

Als die Lichter ausgingen, blieb ein bitterer Nachgeschmack. Ploiesti hatte mehr Ballbesitz, aber weniger Plan. Arad weniger Ball, aber viel mehr Ziel. Und im Gästeblock sangen sie, halb im Spaß, halb im Triumph: "Fünf Tore auswärts - das ist kein Zufall."

Vielleicht nicht. Vielleicht war es die logische Folge einer Mannschaft, die offensiv denkt, auch wenn sie "balanced" auf dem Papier steht.

"Wir haben heute Geschichte geschrieben", meinte der 17-jährige Stancu mit leuchtenden Augen. "Und meine Mutter hat gesagt, ich soll früh ins Bett - das wird eng."

Für Lupi bleibt nun nur die Hoffnung auf den nächsten Spieltag. Und vielleicht ein bisschen Selbstironie. Denn wer 1:0 führt und 1:5 verliert, hat zumindest eines bewiesen: Drama können sie in Ploiesti.

Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen sagte: "Wir sind eben die Wölfe - aber heute war Vollmond, und Arad hatte die Silberkugeln."

26.05.643987 10:39
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He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
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