La Prensa Libre
+++ Sportzeitung für Costa Rica +++

Löwenbiss und Kontergeist - Ramonense trotzt Generalena ein 1:1 ab

Es war einer dieser Abende, an denen das Flutlicht von San Ramón so hell strahlte, dass man fast vergaß, dass hier kein Champions-League-Finale stattfand, sondern "nur" der 19. Spieltag der 1. Liga Costa Rica. 37.857 Zuschauer drängten sich ins Estadio Municipal, und sie bekamen ein Spiel, das zwar nicht immer schön war, aber dafür umso ehrlicher - ein 1:1, das beiden Teams schmeckte wie lauwarme Limonade: erfrischend, aber irgendwie unbefriedigend.

Die Lions Generalena, traditionsbewusst offensiv wie ein Rudel auf Beutezug, gingen früh in Führung. In der 16. Minute war es Caio Melendo, der nach feiner Vorarbeit des jungen Dimas Rodrigo aus 18 Metern abzog - und der Ball zischte wie ein geölter Pfeil ins rechte Eck. Torwart Javier Ochoa von Ramonense blieb nur das höfliche Abwinken. "Ich habe den Ball gehört, aber nicht gesehen", murmelte er später mit einem Grinsen in der Mixed Zone.

Bis dahin hatten die Gastgeber eigentlich besser begonnen. Schon in der ersten Minute prüfte Raul Cruz den gegnerischen Keeper, und kurz darauf versuchte es Eduardo Figo mit einem Schuss, der eher an einen Rückpass erinnerte. Trainer Hans-Jürgen Ringelnatter raufte an der Seitenlinie sein Notizbuch, während sein Gegenüber Gerd Hauser demonstrativ die Hände in die Hosentaschen steckte - der Mann lebt Pressing, selbst wenn er stillsteht.

Nach dem Rückstand brauchte CD Ramonense einige Minuten, um sich zu sortieren. Jorge Muno scheiterte in der 17. Minute erneut, und als Jan Janssen sich in der 41. Minute eine Gelbe Karte abholte, war klar: Das wird kein Opernabend, sondern ein Handwerkerduell.

"Wir wussten, dass Generalena stark über die Flügel kommt", erklärte Ringelnatter später. "Deswegen haben wir entschieden, es mal mit dem guten alten Konterspiel zu probieren. So richtig altmodisch - fast schon nostalgisch."

Und siehe da - der Plan ging auf. Direkt nach der Pause legte Santiago Conceicao einen butterweichen Pass auf Raul Cruz, der in der 53. Minute zum 1:1 einschob. Ein Tor aus dem Fußball-Lehrbuch: kurz, präzise, gnadenlos. "Ich habe einfach gedacht: Schieß, bevor du denkst", sagte Cruz lachend. "Und siehe da, das war der richtige Gedanke."

Ab da war das Spiel offen. Cruz blieb der gefährlichste Mann der Gastgeber, prüfte den Torwart noch in der 80. Minute und verpasste das mögliche 2:1 nur um Zentimeter. Auf der anderen Seite schossen sich die Lions den Frust von der Seele - elf Mal insgesamt, aber meist in Richtung Parkhaus. Besonders Tiago Barros versuchte es immer wieder, doch seine Abschlüsse wirkten eher wie Bewerbungsvideos für die Rugby-Nationalmannschaft.

In der 69. Minute brachte Hauser den jungen Michel Tortosa, der prompt frischen Wind brachte - und eine Großchance in der 85. Minute vergab. "Ich wollte zu schön treffen", meinte der 20-Jährige hinterher. "Mein Trainer hat gesagt, ich soll’s beim nächsten Mal einfach reinprügeln." Hauser nickte dazu trocken: "Genau das habe ich gesagt. Wortwörtlich."

Die letzten Minuten wurden hitzig. Viorel Bindea, gerade erst eingewechselt, kassierte in der Nachspielzeit noch Gelb - vermutlich, weil er den Schiedsrichter zu freundlich anlächelte. "Der wollte einfach Aufmerksamkeit", scherzte Ringelnatter später.

Statistisch gesehen war das Remis logisch: 55 Prozent Ballbesitz für Generalena, 45 für Ramonense; elf Torschüsse der Gäste, zehn der Hausherren; Zweikampfquote fast ausgeglichen. Beide Teams spielten offensiv, aber ohne übermäßiges Risiko - wie zwei Pokerspieler, die wissen, dass das letzte Ass schon längst auf dem Tisch liegt.

Nach dem Abpfiff schüttelten sich die Trainer die Hände - ehrlich, aber mit der Körperspannung zweier Männer, die wussten, dass sie dieses Spiel auch hätten gewinnen können. "Wir haben das Spiel kontrolliert, aber das Tor zum 2:1 nicht gemacht", sagte Hauser. Ringelnatter konterte charmant: "Wir hatten das Glück, dass der Fußball kein Schönheitswettbewerb ist."

So ging ein intensiver Abend zu Ende, an dem niemand wirklich verlor - außer vielleicht der Rasen, der nach 90 Minuten aussah, als hätte dort ein Rodeo stattgefunden.

Fazit: Ein gerechtes 1:1 zwischen zwei Mannschaften, die sich nichts schenkten, ein Raul Cruz in Torlaune, ein Caio Melendo mit feinem Fuß, und zwei Trainer, die das Spiel so lasen wie ein Krimi - mit offenem Ende.

Oder, um es mit den Worten eines Fans hinter dem Tor zu sagen: "Wenn das Unentschieden so aussieht, darf’s ruhig öfter passieren."

26.08.643987 22:58
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Wie immer, wenn man Koffer packt, ist das alles nicht so spaßig, Hemden zusammen legen oder Hosen. Vor allem, wenn die eigene Frau nicht dabei ist.
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