La Prensa Libre
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Löwenbiss im Staub von Guanacaste - Gerechtes 1:1 nach heißem Duell

20.000 Zuschauer im Estadio Municipal von Guanacaste sahen am Sonntagabend ein Spiel, das alles hatte: Sonne, Staub, Leidenschaft - nur eben keinen Sieger. CF Guanacaste und die Lions Generalena trennten sich 1:1, ein Ergebnis, das beiden Trainern ein halbes Lächeln abrang, aber wohl niemanden wirklich glücklich machte.

Dabei fing alles so schwungvoll an. Noch keine halbe Stunde war gespielt, da brandete Jubel auf, als Adrián Forqué in der 29. Minute nach einem feinen Pass von Javier Travassos den Ball trocken ins rechte Eck drosch. "Ich hab’ einfach die Augen zugemacht - und gehofft, dass er reingeht", grinste Forqué später, während ihm der Schweiß in Strömen von der Stirn lief. Es war einer jener Momente, in denen Zeit und Raum kurz stillstehen - nur der Ball nicht.

Doch kaum hatten die Fans den Staub von den Sitzen geklopft, kam die Antwort der Löwen. Zehn Minuten später zirkelte Andrés Gonzalo, der Denker und Lenker im Mittelfeld der Gäste, das Leder nach einer Ecke von Roberto Orlando über Freund und Feind hinweg ins Netz. 1:1 - und plötzlich wirkte CF Guanacaste so überrascht, als hätte jemand das Flutlicht ausgeschaltet.

"Wir haben den Faden verloren, das darf uns so nicht passieren", knurrte Heimtrainer Carlos Jiménez nach dem Abpfiff. (Er schien sich dabei selbst überraschen zu wollen, denn in den offiziellen Unterlagen stand sein Name nirgends - aber das passte zum Abend.)

Statistisch betrachtet hatten die Lions Generalena das Geschehen durchaus im Griff: 53 Prozent Ballbesitz, 11 Torschüsse gegenüber nur 3 Versuchen der Hausherren - die Zahlen sprechen klar. Aber Fußball ist bekanntlich kein Mathematikunterricht. Guanacaste verteidigte beherzt, manchmal auch etwas rustikal: Antonio Marco sah früh Gelb, und Forqué selbst holte sich gleich nach Wiederanpfiff den farblich passenden Zwilling ab - eine Verwarnung, die mehr nach Emotion als nach Verstand roch.

Gerd Hauser, der deutsche Trainer der Lions, blieb dennoch gelassen. "Wir hatten das Spiel im Griff, aber uns fehlte der letzte Biss. Vielleicht hätten wir ein Stück Fleisch mitbringen sollen - bei Löwen hilft das manchmal", witzelte er in der Pressekonferenz. Sein Humor blieb trocken wie der Rasen.

Nach der Pause drängten die Gäste mit Macht: Gonzalo prüfte Keeper Menzies gleich dreimal, Michel Tortosa tänzelte auf links, als wolle er die Eckfahne heiraten, und Pascal Pilat schob aus 20 Metern nur knapp vorbei. Doch der Ball wollte einfach nicht mehr ins Tor. Guanacaste verlegte sich aufs Kontern, Sergio Izquierdo lief zwar viel, aber meist ins Abseits, und Travassos’ Pässe fanden immer seltener ein grünes Trikot.

In der 59. Minute brachte Hauser den 18-jährigen Domingo Herreros, der prompt den rechten Flügel belebte. "Ich war einfach glücklich, dass ich nicht gleich wieder rausmusste", lachte der Youngster - und tatsächlich, er blieb bis zum Schluss. Später ersetzte Tiago Barros den jungen Mendilibar im Sturm, doch auch er biss sich an der Guanacaste-Abwehr die Zähne aus.

Die letzten Minuten gehörten dann wieder den Gastgebern - zumindest gefühlt. Forqué versuchte es mit einem Distanzschuss, der irgendwo zwischen Eckfahne und Hotdogstand landete, und Izquierdo forderte lautstark einen Elfmeter, nachdem er über die eigenen Schnürsenkel gestolpert war. Der Schiedsrichter blieb unbeeindruckt.

Als der Abpfiff kam, wirkten beide Teams erschöpft, aber nicht unzufrieden. 1:1 - ein Resultat, das keiner Tabelle wehtut, aber auch niemanden in Ekstase versetzt. "Wir sind auf dem richtigen Weg", meinte Hauser, "auch wenn der manchmal durch Schlaglöcher führt."

Und so endete ein Spiel, das mehr versprach, als es hielt, aber immerhin zeigte: In der 1. Liga Costa Rica wird nicht nur Fußball gespielt, sondern auch gearbeitet, gestöhnt, geflucht - und manchmal gelacht.

Vielleicht war es sinnbildlich, dass kurz nach Spielende ein Balljunge den letzten Spielball in die Abendsonne schoss - und der flog genau so weit, wie beide Teams an diesem Tag vom Sieg entfernt waren: ein paar Meter zu kurz.

10.06.643990 14:23
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