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Primera Division | 3. Spieltag | 07.07.26 | Lions Generalena - FC Brujas 6:0 Trainer Gerd Hauser stand nach Abpfiff mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, grinste und kommentierte trocken: "Wir wollten offensiv spielen. Dass es so offensiv wird, überrascht mich dann aber doch." Seine Mannschaft offenbarte eine Zielstrebigkeit, die Brujas schlicht überforderte. 20 Schüsse aufs Tor bei nur 46 Prozent Ballbesitz - das nenne man Effektivität. Schon nach 13 Minuten schlug Marcos Mendilibar zu. Ein klassischer Mittelstürmermoment: Ballannahme, Drehung, Schuss - und der Ball zappelte im Netz. Gästekeeper Alberto Rodriguez reckte noch die Fingerspitzen, aber mehr als ein symbolischer Versuch war’s nicht. In der 31. Minute dann der Doppelschlag - Kamil Okonski legte nach, nach feiner Vorarbeit von Innenverteidiger Sergio Gimenez, der kurz darauf verletzt rausmusste. "Ich wollte eigentlich flanken", witzelte Okonski später, "aber der Ball hatte andere Pläne." Keine zwei Minuten später lag Gimenez auf dem Rasen, die Hand am Oberschenkel, und musste durch Ghalib Spiegler ersetzt werden. Doch der Spielfluss der Lions blieb ungebrochen. In der 40. Minute zeigte Jason Probst, warum er auf der linken Seite so gefürchtet ist: Sprint, Haken, Schuss - 3:0. Der Halbzeitpfiff kam Brujas wie eine Begnadigung vor. Dabei täuschte der Blick auf die Statistik: Der FC Brujas hatte mehr Ballbesitz (53,7 Prozent), kombinierte gefällig - aber immer nur bis 25 Meter vor dem Tor. Dann war Schluss. Vier magere Abschlüsse auf das Gehäuse von Lions-Keeper Joan Eusebio - das war die gesamte Ausbeute. Ein Schuss von James Benett in der 15. Minute und ein Versuch von Matias Antolin kurz vor der Pause - beide Male souverän pariert. Nach der Pause nahm die Demontage ihren Lauf. In der 55. Minute krönte Routinier Pascal Pilat seine starke Leistung mit einem satten Distanzschuss - 4:0. "Jason hat mir den Ball genau so hingelegt, wie ich ihn liebe", sagte Pilat später und grinste. "Flach, mit Tempo - da sagt man als alter Mann nicht nein." Brujas reagierte mit einer Gelben Karte für Antolin in Minute 50 - wohl mehr aus Frust als aus taktischer Notwendigkeit. Von der Bank kam keine Wende, kein Pressing, keine Idee. Trainer der Gäste - dessen Name in den Unterlagen verloren ging wie seine Taktik im Abendlicht - blieb stoisch an der Seitenlinie. Die Lions dagegen wechselten jung und frisch. Francisco Figo (19) und Emilio Ferron (20) kamen, und beide mischten munter mit. Ferron legte in der 86. Minute für Antonio Coelho auf, der den Ball mit der Selbstverständlichkeit eines Stürmers versenkte, der weiß, was er tut. Und weil’s so schön war, traf Coelho in der Nachspielzeit (95.) gleich noch einmal - diesmal nach Vorlage von Figo. 6:0, zwei Tore Coelho, eines Pilat, eines Probst, eines Okonski, eines Mendilibar - ein Spielbericht wie aus einem Offensivlehrbuch. "Wir haben gezeigt, dass Ballbesitz nicht alles ist", sagte Hauser in der Pressekonferenz. "Manchmal ist weniger Ballkontakt einfach mehr Spaß." Sein Gegenüber wirkte ratlos: "Wir hatten den Ball, aber sie hatten den Plan." Auch die Fans feierten ausgelassen. Ein älterer Herr auf der Tribüne meinte, er habe "so etwas zuletzt gesehen, als die Lions noch in der dritten Liga waren - als sie alle Gegner überrannt haben". Am Ende blieb ein Abend voller Tore, Tempo und Löwenmut. Und irgendwo zwischen der 90. und 95. Minute, als Coelho den letzten Ball ins Netz drosch, hörte man im Stadion angeblich einen Fan rufen: "Lasst ihnen doch wenigstens den Ehrenball!" Doch die Lions waren an diesem Abend keine Wohltäter - sie waren Raubtiere. Ein 6:0, das sich in die Vereinschronik einbrennen wird. Und wenn Trainer Hauser nach dem Spiel noch einen Wunsch frei gehabt hätte? "Vielleicht beim nächsten Mal etwas weniger Spannung für meine Stimme", lachte er, "aber so macht Fußball Spaß." Der FC Brujas dagegen wird den Ballbesitz der Statistikabteilung schenken - die Punkte bleiben in Generalena. 07.07.2026 20:41 |
Sprücheklopfer
Ich habe früher auch die großen Philosophen gelesen. Doch dann habe ich gemerkt, dass die von meinem normalen Denken absolut abweichen. Jetzt lese ich nur noch Fußballfachbücher.
Peter Neururer