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Oberliga G | 17. Spieltag | 21.07.26 | Sportfreunde Lotte - TSV Köngen 4:0 Vor 3806 Zuschauern begann die Partie mit einem Paukenschlag. Kaum hatten sich die Fans auf ihren Sitzen eingerichtet, zappelte der Ball schon im Netz. Bailey Yeates, der rechte Flügelflitzer der Lotteraner, nutzte in der vierten Minute eine butterweiche Vorlage von Mittelfeldmotor Niko Heise zum 1:0. "Ich dachte mir: Wenn der Heise den Ball so serviert, dann musst du einfach nur Danke sagen", grinste Yeates später im Kabinengang, während er noch den Rasen aus seinen Stutzen klopfte. Köngen, das mit einer mutigen, als "offensiv" deklarierten Ausrichtung angereist war, fand in diesen ersten Minuten überhaupt nicht statt. Schon nach einer Viertelstunde schien Trainer Mick McLagun an der Seitenlinie mehr mit seinem Kaugummi als mit dem Gegner beschäftigt zu sein - so ruhig war er. "Ich hatte das Gefühl, meine Jungs wissen, was sie tun. Da wollte ich nicht stören", sagte er später mit einem Schmunzeln. In der 29. Minute war es dann wieder Yeates, der die Defensive der Gäste alt aussehen ließ. Nach einem herrlichen Vorstoß über links legte Abba Mitzna quer, Yeates hielt nur noch den Fuß hin - 2:0. Der Jubel war laut, aber fast routiniert. Man hatte das Gefühl, selbst der Stadionsprecher musste sich ein Gähnen verkneifen, so selbstverständlich lief das Spiel für Lotte. Und es kam noch besser - oder schlimmer, je nach Perspektive. Nur vier Minuten später traf Alexander Lineback, der Mann mit dem Namen eines amerikanischen Footballspielers, zum 3:0. Kai Seiler hatte ihn mustergültig bedient, und Lineback drosch den Ball trocken ins Eck. "Ich habe einfach mal draufgehalten", erklärte er lakonisch. "Wenn du so viele Chancen kriegst, irgendwann geht einer rein." Mit diesem Zwischenstand ging es in die Pause. Köngen-Trainer - dessen Name in den Unterlagen kurioserweise fehlte, vielleicht wollte er nach so einer Halbzeit auch gar nicht genannt werden - wirkte ratlos. Seine Mannschaft hatte nicht nur 59 Prozent Ballbesitz für Lotte zugelassen, sondern auch 15:1 Torschüsse über sich ergehen lassen. Der eine Versuch der Gäste in Minute 77 durch Bernd Bader blieb der einzige, der Lotter Keeper Hans Stephan überhaupt beschäftigte. Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild gleich: Lotte dominierte, Köngen versuchte zu verteidigen, und die Zuschauer fragten sich, ob es vielleicht eine Torprämie pro Schuss gäbe. In der 56. Minute traf schließlich Herbert Helguson nach erneutem Zuspiel von Abba Mitzna zum 4:0. Das Stadion jubelte, McLagun ballte kurz die Faust - und setzte sich wieder. "Wir wollten eigentlich das fünfte machen", witzelte der Coach später, "aber meine Jungs hatten Mitleid." Ab der Stunde wurde es dann gemächlich. Lotte spielte die Partie mit fast schon akademischer Ruhe herunter, kombinierte sicher, aber ohne Risiko. Köngen rannte, kämpfte, rutschte - und kassierte immerhin keine weiteren Treffer. Der junge Filip Kaluzny holte sich in der 46. Minute noch Gelb ab, was sinnbildlich für den Frust der Gäste stand. Nach Schlusspfiff herrschte bei den Sportfreunden Zufriedenheit, aber keine Euphorie. "Wir wissen, dass wir es besser können", sagte Yeates halb im Scherz. "Aber vier Tore, null Gegentore - das kann man mal mitnehmen." Die Statistik untermauerte das einseitige Bild: 59 Prozent Ballbesitz, 15:1 Schüsse aufs Tor, 58,9 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Kurz gesagt: Lotte spielte, Köngen schaute zu. Vielleicht war es dieser Unterschied, der McLagun zu seinem trockensten Kommentar des Abends verleitete: "Ich bin zufrieden, dass die Jungs das umgesetzt haben, was wir im Training geübt haben - nämlich Tore schießen. Das klappt ja nicht immer." Und so blieb den Gästen aus Köngen nur die Erkenntnis, dass Offensivfußball ohne Ballbesitz schwer umzusetzen ist. Der Mannschaftsbus rollte leise vom Parkplatz, während die Lotter Fans noch lange "Lotte, Lotte!" skandierten. Ein Abend, an dem alles passte - außer für jene, die auf Spannung gehofft hatten. Schlusswort: Wenn das so weitergeht, sollte man in Lotte vielleicht schon mal den Rasen für die Regionalliga vorbereiten - und in Köngen das Verteidigen üben. Beides scheint derzeit gleichermaßen notwendig. 21.07.2026 21:01 |
Sprücheklopfer
Ich hatte mit dem Polizisten ein überragendes Gespräch.
Mario Basler nach einer angeblichen Rangelei in einer Pizzeria