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Oberliga G | 30. Spieltag | 04.08.26 | SSV Reutlingen - Sportfreunde Lotte 1:2 Dabei begann Reutlingen durchaus mit offensiver Ansage. Trainer Diego Cristilli hatte seine Mannschaft mutig aufgestellt, mit starkem Zweikampfverhalten und dem Auftrag, bei Gelegenheit nach vorn zu spielen. Das Problem: Gelegenheit und Umsetzung sind im Fußball bekanntlich zwei verschiedene Abteilungen. In der 17. Minute prüfte Johann Preuss erstmals die Lotter Defensive, doch der Gastgeber blieb zunächst ohne Ertrag. Lotte wirkte in den ersten Minuten ruhiger, beinahe so, als hätte die Mannschaft vor dem Spiel einen Beruhigungstee gereicht bekommen. 52,4 Prozent Ballbesitz sammelten die Gäste im Verlauf der Partie, während Reutlingen auf 47,6 Prozent kam. In der 10. und 12. Minute setzte Lotte erste Warnsignale durch Tom Kaufmann und Herbert Helguson. Dann schlug Pascal Hoppe zu. In der 22. Minute landete der Ball im Reutlinger Tor, Hoppe durfte jubeln, und Finn Christ wurde als Beteiligter am Treffer vermerkt. Hoppe hatte zuvor bereits selbst auf das Tor geschossen - offenbar war ihm das Warten auf den nächsten Versuch zu langweilig geworden. Reutlingen lag zurück, obwohl die Mannschaft offensiv begonnen hatte. Hanns Alex sah bereits in der 15. Minute die Gelbe Karte und musste fortan etwas vorsichtiger in die Zweikämpfe gehen. Was im Prinzip immer eine gute Idee ist, besonders wenn der Schiedsrichter zuschaut. Die Gastgeber blieben dran. Lotte hatte bis zur Pause mehr vom Spiel und kam auf mehrere Abschlüsse, doch Reutlingen hielt die Partie offen. Mit 0:1 ging es in die Kabinen - für Cristilli vermutlich mit dem Hinweis, dass offensive Grundhaltung allein noch keine Tore schießt. Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, fiel der Ausgleich. In der 46. Minute traf Marco Gerlach zum 1:1, Julian Voigt wurde als Vorbereiter geführt. Reutlingen war sofort da, die Zuschauer waren es ohnehin. "Wir wollten nach der Pause ein Zeichen setzen", sagte Gerlach später. "Dass es so schnell geklappt hat, war natürlich besonders schön." Lotte reagierte mit einem doppelten Wechsel und brachte unter anderem Kai Seiler sowie Bailey Yeates. Trainer Mick McLagun bewies damit, dass ein Spielplan manchmal auch aus Namen besteht, die man neu auf den Platz stellt. Die Sportfreunde ließen sich nicht aus dem Rhythmus bringen und schlugen in der 58. Minute erneut zu: Herbert Helguson erzielte das 2:1, Pascal Hoppe bereitete vor. Reutlingen warf danach alles nach vorn. Noe Fojut versuchte es in der 79. und 81. Minute, Alex Melendo legte in der Nachspielzeit nach. Insgesamt kam der SSV auf sieben Torschüsse, Lotte auf neun. Auch bei den gewonnenen Zweikämpfen lagen die Gäste knapp vorn: 51,1 zu 48,9 Prozent. Keine Demontage, aber eben der kleine Unterschied, der am Ende drei Punkte wert ist. "Wir hatten unsere Momente, aber Lotte war im entscheidenden Augenblick abgeklärter", analysierte Cristilli. McLagun sah es ähnlich: "Es war kein Spaziergang. Dafür war der Rasen zu groß und Reutlingen zu unangenehm." So blieb es beim 1:2. Reutlingen hatte Mut, Lotte hatte Hoppe, Helguson und die etwas kühlere Rechnung. Im Fußball reicht das manchmal - sehr zum Ärger der Mannschaft, die eigentlich vor heimischem Publikum den schöneren Abend geplant hatte. 04.08.2026 20:57 |
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