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Scottish League One A | 29. Spieltag | 03.08.26 | Lothian Thistle - Wick Scorries 1:0 Lothian begann unter Trainer Lou Zephir offensiv, aber nicht kopflos. Die Vorgabe lautete offenbar: Druck machen, Chancen herausspielen, nicht aus jeder schottischen Nebelwolke sofort schießen. Das spiegelte sich auch in der taktischen Aufstellung wider: offensiv ausgerichtet, ausgewogen im Angriff, mit sicherheitsorientiertem Torschussverhalten. Pressing? Fehlanzeige. Beide Mannschaften verzichteten auf aggressives Anlaufen - möglicherweise aus taktischen Gründen, möglicherweise, weil der Abend einfach zu frisch war. Die erste nennenswerte Gelegenheit gehörte den Gästen. Vahit Tüfekci prüfte in der 8. Minute die Aufmerksamkeit von Lothians Torhüter Adam Skene. Zwei Minuten später antwortete Bailey Chattan für die Hausherren. Es entwickelte sich ein munteres Hin und Her, wobei "munter" im schottischen Fußball durchaus bedeutet, dass sich gelegentlich jemand in Richtung Strafraum bewegt. Lothian übernahm zunehmend die Kontrolle. Jozsef Borbas (21.), Bailey Sutherland (28. und 42.), Owen MacArthur (30.), Ernst John (35.) und Max MacMillan (37.) suchten den Abschluss. Wick blieb gefährlich, vor allem über Tüfekci, der in der 16. Minute erneut abzog. Doch zur Pause stand es 0:0 - ein Ergebnis, das beiden Torhütern schmeichelte und den Zuschauern Gelegenheit gab, ihre Getränkebecher auf dramatische Weise nachzufüllen. "Wir hatten Geduld, vielleicht sogar mehr als uns lieb war", soll Lothian-Trainer Zephir nach der Partie gesagt haben. "Aber wenn man in der 92. Minute gewinnt, nennt man das nicht mehr Warten, sondern Planung." Auch nach dem Seitenwechsel blieb Lothian die aktivere Mannschaft. Der junge Levi Aloni, gerade 17 Jahre alt, brachte in der 50. und 60. Minute Schwung über die linke Seite. Wick antwortete durch Godewyn Dirk (59.) und Tüfekci (62. und 70.), doch die Gäste kamen insgesamt nur auf fünf Torschüsse. Lothian brachte es auf 13 Abschlüsse und hatte mit 56,5 Prozent Ballbesitz ebenfalls die etwas besseren Argumente. Bei den Zweikämpfen lagen die Gastgeber mit 54,4 Prozent vorn - kein großer Vorsprung, aber immerhin einer, der nicht erst mit dem Taschenrechner gesucht werden musste. In der Schlussphase wurde es hektischer. Aloni sah in der 77. Minute Gelb, Ernst John folgte zwei Minuten später, Tyler Ogilvie in der 91. Wick verteidigte verbissen, Lothian drängte. MacArthur scheiterte in der 90. Minute noch, bekam aber kurz darauf seine zweite große Gelegenheit. Dann die 92. Minute: Lubos Grygera fand Owen MacArthur, und der 32-jährige Linksaußen ließ sich diesmal nicht bitten. 1:0. Ein Treffer, so spät, dass selbst der Ball kurz überlegt haben dürfte, ob er noch rechtzeitig im Tor ankommen würde. "Ich dachte, der Schlusspfiff kommt vor dem Pass", sagte MacArthur angeblich lachend. "Zum Glück hatte der Schiedsrichter offenbar noch Termine." Wick wechselte in der 93. Minute noch Iwan Larionow für den verletzten Tüfekci ein. Für eine Aufholjagd blieb jedoch keine Zeit. Lothian Thistle gewinnt - knapp, spät und mit jener besonderen Mischung aus Geduld und Drama, die den Fußball so zuverlässig davon abhält, vernünftig zu sein. 03.08.2026 21:23 |
Sprücheklopfer
Sowohl als auch. Einer, der auf Abseits gespielt hat, hat gepennt.
Peter Neururer auf die Frage: 'Haben die da auf Abseits gespielt oder gepennt?'