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Longford schreibt Fußballmärchen: 3:2 nach Verlängerung gegen Benfica

35864 Zuschauer konnten am Dienstagabend kaum glauben, was sie da im Longford-Stadion sahen: Ihre Mannschaft, Longford United, lag nach einer halben Stunde mit 0:2 hinten, taumelte, wankte - und stand am Ende als 3:2-Sieger nach Verlängerung gegen den favorisierten FC Benfica da. Es war eines jener Spiele, bei denen man schon währenddessen ahnt: Das wird noch lange erzählt werden.

Dabei begann alles nach dem klassischen Drehbuch der Enttäuschung. Bereits in der 5. Minute traf Benficas Joshua Broderick nach einem Pass von Fernando Costinha. Longfords Keeper Edoardo Villapiana war noch mit den Gedanken beim Hymnensingen, da zappelte der Ball schon im Netz. Zehn Minuten später legte Christopher Fryer nach, bedient von Rafael Eusebio - 0:2, und es roch nach portugiesischer Lehrstunde.

"Ich dachte kurz, das wird heute ein langer Abend", gab Longford-Trainer Philipp Dev später zu. "Aber dann habe ich in die Augen meiner Spieler geschaut - und gesehen, dass sie wenigstens wütend waren. Wütend ist immer besser als resigniert."

Die Statistik sprach indes eine andere Sprache: 16 Torschüsse für Benfica, nur 12 für Longford, knapp 51 Prozent Ballbesitz für die Gäste. Doch Zahlen sind bekanntlich geduldiger als Flügelspieler - und einer davon, Andrew Duff, begann in der zweiten Halbzeit die Geschichte umzuschreiben.

In der 53. Minute traf er nach Vorlage von James Beglin zum 1:2. Plötzlich rannte Longford, als habe man den Kaffee mit Adrenalin verwechselt. Nur eine Minute später legte Bailey Carr nach, diesmal auf Vorlage von - natürlich - Andrew Duff. Das Stadion bebte. Ein älterer Herr auf der Haupttribüne soll gerufen haben: "Ich wusste es!", obwohl er vermutlich gar nichts wusste.

Benfica wirkte konsterniert. Trainer Wes Morgan brüllte an der Seitenlinie und warf mit taktischen Umstellungen um sich wie ein Jongleur mit brennenden Keulen. Doch egal ob Oscar Arias für Noe Augustyn kam (70.) oder später der junge Milan Labant stürmte - Longford hatte Blut geleckt.

Als das Spiel in die Verlängerung ging, schien die Luft dünn zu werden. Nicolas Morin humpelte schon seit der 48. Minute mit bandagiertem Knie herum, bekam dann sogar noch eine Gelbe Karte. Seine Reaktion? "Ich hab sie mir verdient. Das war ein taktisches Foul - und eine taktische Verschnaufpause", grinste der 35-Jährige nach der Partie.

Benfica versuchte weiter, das Spiel an sich zu reißen - Rafael Eusebio prüfte Villapiana zweimal (78., 114.), aber der Torwart, sonst eher ein Mann für solide Dienst nach Vorschrift, wuchs über sich hinaus.

Und dann kam die 110. Minute. Wieder ein Angriff über rechts, Alfie Carey flankt scharf vors Tor, Bailey Carr steigt hoch - Tor! 3:2 für Longford United! Das Stadion explodierte, die Ersatzspieler liefen aufs Feld, jemand verlor seinen Schuh, und Trainer Dev rannte Richtung Eckfahne, nur um sich dann zu erinnern, dass er 48 ist und sein Arzt das nicht gutheißen würde.

"Ich hab’ einfach nur gehofft, dass der Schiedsrichter endlich abpfeift", gab Carr zu. "Drei Tore gegen Benfica - das klingt wie aus einem Videospiel. Nur dass ich da sonst immer verliere."

Die Schlussphase war ein wildes Gemisch aus Krämpfen, Gelben Karten (Carlos Oliveira in der 120., Jamie O’Halloran in der 125.) und kollektivem Nervenzusammenbruch. Als der Schlusspfiff ertönte, sank Keeper Villapiana auf die Knie, während Benfica-Spieler Fryer fassungslos aufs Gras starrte.

"Wir haben 70 gute Minuten gespielt", murmelte Benfica-Coach Wes Morgan. "Leider dauern Fußballspiele manchmal länger."

Longford hingegen feierte, als ginge es schon um den Europapokal selbst. Die Fans sangen, jemand zündete Bengalos, und auf der Pressekonferenz versuchte Philipp Dev, sich einen ernsten Ausdruck zu geben - scheiterte aber. "Ich sag’s mal so", sagte er, "wer nach 0:2 gegen Benfica noch 3:2 gewinnt, darf sich heute Nacht ruhig ein Bier mehr gönnen."

Ein Spiel, das alles hatte: Drama, Verletzungen, Verlängerung, Heldenmut und eine Prise Wahnsinn. Longford United hat nicht nur Benfica geschlagen, sondern auch die Schwerkraft der Wahrscheinlichkeit. Und manchmal, das zeigte dieser Abend eindrucksvoll, ist Fußball eben doch eher Poesie als Mathematik.

Schlusswort? Vielleicht dieses: Wer nach 125 Minuten noch läuft, hat den Sieg verdient. Wer danach noch lachen kann, ist Longford United.

22.11.643993 21:50
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