Diarios de Futbol
+++ Sportzeitung für internationale Wettbewerbe +++

London Stars zittern sich ins Halbfinale - Elfmeterschießen als Nervenkrimi

Es war ein Abend, der selbst hartgesottene Fußballfans an den Rand der Belastbarkeit brachte. 59.000 Zuschauer im Londoner Stadion sahen ein 6:4 nach Elfmeterschießen, das weniger nach Gala und mehr nach grimmiger Geduldsprobe roch. Die London Stars besiegten die New York Eagles in einem Play-off-Rückspiel, das alles hatte: späte Dramen, Platzverweise, einen blutjungen Helden - und Trainerinnen, die zwischen Fluchen und Feiern schwankten.

Die erste Halbzeit? Ein taktisches Schachspiel mit stumpfen Figuren. 45 Minuten lang belauerten sich beide Teams, als ginge es um das letzte Stück Kuchen am Buffet. London hatte mehr Ballbesitz (55,9 Prozent) und wirkte gefälliger, aber die Eagles flogen gefährlicher. 17 Torschüsse hatten die Gäste am Ende - und hätten sie nicht so viel Zielwasser verschüttet, sie stünden jetzt wohl im Halbfinale.

"Wir wussten, dass London gerne über die Flügel kommt", erklärte Eagles-Coach Ho Si trocken. "Also haben wir sie einfach fliegen lassen. Leider haben sie irgendwann getroffen."

Doch bis dahin dauerte es. Nach der Pause nahm das Spiel Fahrt auf - und zwar mit einem Donnerschlag. In der 63. Minute drückte der 22-jährige Dylan Edgecomb, der zuvor schon eine Gelbe Karte kassiert hatte, einen scharfen Flachpass von Louis McGowan über die Linie. 0:1 - und plötzlich wachte London auf. Trainerin Jacqueline Star wirbelte an der Seitenlinie, schrie Anweisungen, als wolle sie den Ball selbst ins Netz tragen.

Zehn Minuten später hatte sie Grund zum Jubeln: Ethan Lockhart, der linke Wirbelwind im Mittelfeld, drückte nach Vorarbeit von William Cunningham aus spitzem Winkel den Ball zum Ausgleich ins Tor. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Lockhart später. "Wenn der Ball reingeht, war’s Absicht, wenn nicht, war’s ein Pass."

Danach kippte die Partie endgültig. Die Eagles verloren in der 69. Minute ihren Routinier Alexander Cort nach einer Gelb-Roten Karte - und mit ihm die defensive Ordnung. "Ich hab nur laut geatmet", verteidigte sich Cort in der Mixed Zone, "aber der Schiri war wohl allergisch gegen Sauerstoff."

London drückte, doch trotz Überzahl und 15 Torschüssen wollte die Entscheidung nicht fallen. Cunningham, Buffet, Lujan - sie alle vergaben Chancen, die in den Geschichtsbüchern unter "na ja, er hat’s zumindest versucht" landen werden. Als es nach 120 Minuten immer noch 1:1 stand, war klar: Elfmeterschießen.

Und das wurde zum Heldenepos. Die Stars trafen eiskalt: der 19-jährige John Thuringer, der eingewechselte Freddie Hunt, Innenverteidiger Asier Marco, Flügelstürmer Christopher Buffet und schließlich der jüngste von allen, Konrad Laimer - gerade 18 - versenkte den entscheidenden Ball. "Ich dachte, ich fall gleich um", gab Laimer später zu, "aber dann hab ich nur noch den Jubel gehört - und Jacqueline hat mich fast erdrückt."

Bei den Eagles hingegen versagten die Nerven. Benjamin Lockhart drosch den Ball in den Abendhimmel, und als Adam Bradshaw seinen Versuch an die Latte setzte, war das Drama perfekt. "Wir haben es weggegeben", murmelte Ho Si, während London auf dem Rasen tanzte.

Interessant: Statistisch war New York sogar leicht im Vorteil, was Torschüsse anging, aber London zeigte mehr Geduld im Aufbau, mehr Präzision im Passspiel und - das war letztlich entscheidend - mehr Coolness vom Punkt.

Trainerin Star, deren Name an diesem Abend passender nicht hätte sein können, fasste es mit einem Augenzwinkern zusammen: "Wir haben keinen Schönheitspreis gewonnen, aber wer will schon schön sein, wenn man weiterkommt?"

Und so endete ein Spiel, das allen Beteiligten noch lange in den Knochen stecken dürfte. 59.000 Menschen gingen nach Hause, einige mit heiserer Stimme, andere mit gebrochenem Herzen - aber niemand gelangweilt. London jubelt, New York hadert, und irgendwo in der Kabine summt ein 18-Jähriger wahrscheinlich immer noch: "Ich hab den letzten reingemacht."

Fazit: Fußball ist manchmal ungerecht, manchmal grausam - und manchmal einfach nur herrlich nervenaufreibend.

16.01.643991 10:11
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Das Gegentor fiel zum psychologisch ungünstigsten Zeitpunkt. Aber man muss an dieser Stelle auch einmal die Frage stellen, ob es Gegentore gibt, die zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt fallen.
Christoph Daum
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager