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London Stars drehen das Spiel - späte Sternstunde gegen die Eagles

Es war ein Abend, der in London so kalt begann wie die Stimmung auf den Rängen der Stars. Doch am Ende verwandelte sich der 25. Spieltag der 1. Liga USA in einen jener Abende, über die man später mit leichtem Stolz und noch mehr Unglauben spricht: Die London Stars besiegen die New York Eagles mit 2:1 (0:1) - nach Rückstand, mit viel Herz, etwas Chaos und einer Prise Drama.

Vor 59 000 Zuschauern im prall gefüllten "Star Dome" sah es zunächst gar nicht nach einem Happy End für die Hausherren aus. Die Eagles flogen früh - im wahrsten Sinn des Wortes - in Führung. In der 10. Minute nutzte Louis McGowan einen Abpraller, den Antonio Passeri per beherztem Kopfball in die Gasse verlängert hatte, und vollendete trocken ins rechte Eck. "Ich dachte, das wär’ zu schön, um wahr zu sein", grinste McGowan nach der Partie. "War’s dann ja auch - zumindest nicht lang."

Denn die Stars brauchten zwar bis zur zweiten Halbzeit, um zu zünden, aber dann brannte der Himmel über London. Nach 52 Minuten fasste sich Harrison Badham, der unscheinbare Mann im Zentrum, ein Herz und drosch den Ball aus 20 Metern ins Netz - unhaltbar für Torhüter Cunha. Der Jubel war ohrenbetäubend. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Badham später augenzwinkernd zu, "aber wenn der Ball schon mal so fliegt, sag ich nicht nein."

Von da an kippte das Momentum. Jacqueline Star, die Trainerin der Londoner, hatte in der Pause mit klaren Worten motiviert: "Ich hab ihnen gesagt, wenn sie weiter so halbherzig spielen, schicke ich sie alle zum Rugby. Danach wollten sie wohl lieber Fußball zeigen."

Und das taten sie. Die Stars kombinierten sich über die Flügel, Pedro Pacos und Christopher Buffet wirbelten, als hinge ihr Vertragsbonus davon ab. Zwar blieben viele Chancen ungenutzt - zwölf Torschüsse insgesamt, die meisten davon in den Abendhimmel -, doch der Druck wuchs. Die Eagles, leicht feldüberlegen (53 % Ballbesitz, 14 Torschüsse), wirkten plötzlich müde. Trainer Ho Si versuchte mit der Hereinnahme von Jake Henderson (69.) frischen Wind zu bringen, aber es war eher ein laues Lüftchen.

Dann kam die 82. Minute - und mit ihr der Moment, in dem sich London verliebte. Gerade erst eingewechselt, sprintete Adam Reacock in den Strafraum, nachdem Ethan Lockhart auf der linken Seite einen eleganten Doppelpass gespielt hatte. Reacock nahm Maß und schob den Ball mit der Ruhe eines Mannes, der wusste, dass er Held des Abends wird, ins lange Eck. 2:1. Das Stadion explodierte.

"Ich hab’ mich gefühlt, als würde ich in Zeitlupe laufen", erzählte Reacock später. "Und dann hörst du plötzlich 59 000 Menschen schreien - das vergisst du nicht."

Die letzten Minuten wurden zur Nervenprobe. Die Eagles warfen alles nach vorn, Dylan Edgecomb prüfte Keeper Ze Castro in der 89. Minute noch einmal mit einem satten Schuss - doch der junge Spanier hielt, als hinge sein Leben davon ab. Danach nur noch Pfiffe, ein Abstoß, und dann war Schluss.

Jacqueline Star, sonst eher zurückhaltend, drehte nach Abpfiff eine kleine Pirouette an der Seitenlinie. "Ich tanze sonst nur, wenn ich Kaffee verschütte", witzelte sie später. "Aber heute war’s das wert." Ihr Gegenüber Ho Si nahm die Niederlage sportlich: "Wir haben das Spiel kontrolliert, bis wir’s verloren haben. Das ist schon fast Kunst."

Statistisch gesehen war’s ein Duell auf Augenhöhe - 14 Torschüsse der Gäste, 12 der Hausherren, leichtes Ballbesitzplus für New York. Aber Fußball wird nun mal nicht auf Excel-Tabellen entschieden. Die Stars zeigten mehr Herz, mehr Mut und am Ende den entscheidenden Schuss Glück.

Ein kleines Detail am Rande: In der 82. Minute, fast zeitgleich mit Reacocks Treffer, wechselte Star den 17‑jährigen Konrad Laimer ein. "Damit er schon mal weiß, wie sich ein Sieg anfühlt", grinste sie.

Die Fans sangen noch lange nach dem Abpfiff, während die Spieler der London Stars in die Kabine tanzten. Und irgendwo in der Nacht über der Themse glitzerte tatsächlich ein Stern ein bisschen heller.

Oder, wie es Badham mit einem Lächeln zusammenfasste: "Heute war’s kein Zufall. Heute waren wir wirklich Stars."

04.11.643987 09:10
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Man darf das Spiel doch nicht so schlecht reden wie es wirklich war.
Olaf Thon
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