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London Stars drehen 1:3-Rückstand - Pioniere brechen in Halbzeit zwei zusammen

Ein Abend, wie ihn Drehbuchautoren lieben, spielte sich am 30. Spieltag der 1. Liga USA im London Stadium ab. 59 000 Zuschauer sahen ein Fußballspiel, das mit einem Donnerschlag begann, in ein Drama mündete und schließlich in ein Happy End für die London Stars ausklang. 4:3 hieß es am Ende gegen die Western Pioneers - und wer nach 37 Minuten noch auf die Gäste gesetzt hatte, dürfte sich jetzt in aller Ruhe die Quittung anschauen.

Kaum hatte Schiedsrichter Mallory den Ball freigegeben, stand es 0:1. Logan Cromwell, der bullige Mittelstürmer der Pioneers, brauchte genau 60 Sekunden, um die Stars-Verteidigung in Schockstarre zu versetzen. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du so früh triffst, denkst du: Heute läuft’s", grinste der 26-Jährige später. Und es lief tatsächlich - zumindest bis zur Pause.

Nach einer Viertelstunde erhöhte Humberto Costinha nach glänzender Vorarbeit von Vincent Landry auf 0:2. Die Londoner Hintermannschaft stand zu dem Zeitpunkt ungefähr so sicher wie ein Kartenhaus im Wind. Als Shefki Pyykkö in der 37. Minute den dritten Treffer nachlegte, war das Raunen im Stadion deutlich hörbar. Dazwischen hatte Ryan Lujan mit seinem Treffer zum 1:2 kurz Hoffnung gesät - ein sauberer Abschluss nach Pass von Rhys Bridges -, doch die Freude hielt exakt 60 Sekunden.

Trainerin Jacqueline Star stand an der Seitenlinie mit verschränkten Armen und einem Gesichtsausdruck, als überlege sie, ob sie lieber das Spielfeld oder ihre Spieler austauschen sollte. "Ich hab ihnen in der Pause gesagt: Wenn ihr schon verliert, dann wenigstens mit Haltung. Und siehe da - plötzlich wollten sie doch gewinnen", lachte sie nach Spielende.

Was dann kam, war ein Musterbeispiel für den Unterschied zwischen Spiel- und Kampfgeist. Die Stars kehrten mit Feuer zurück. Harrison Badham eröffnete die Aufholjagd in der 51. Minute - wieder war Bridges beteiligt, der an diesem Abend auf der rechten Seite wirbelte, als hätte er zwei Lungen mehr als die anderen. Acht Minuten später glich Harvey Corraface nach Vorarbeit von Lujan aus. Die Pioneers wirkten da schon so, als hätten sie ihre Offensivfreude in der Kabine vergessen.

Und als Adam Reacock in der 67. Minute einen butterweichen Pass von Vilmos Dzsudzsak volley zum 4:3 verwandelte, bebte das Stadion. "Ich hab gar nicht groß nachgedacht", sagte Reacock. "Ich hab einfach gehofft, dass der Ball nicht den Bierverkäufer auf der Tribüne trifft." Tat er nicht - er landete im Netz.

Von den Pioneers kam danach nur noch wenig. Zwar hatten sie mit 51 Prozent leicht mehr Ballbesitz, aber die Zahlen erzählen die Wahrheit: 17 Torschüsse der Londoner gegenüber sieben der Gäste. Was nach Statistik klingt, fühlte sich für Torwart Reece Haddock wie Dauerbeschuss an. Er war zur Halbzeit für den glücklosen Zoltan Tököli gekommen - ein Wechsel, der die Partie nicht mehr retten konnte.

Coach Walter White - nein, kein Chemielehrer, aber ähnlich explosiv - schäumte nach Abpfiff: "Wir haben aufgehört zu spielen, als der Gegner anfing, Fußball zu spielen. Das ist nicht akzeptabel." Als er sich dann noch über die Gelbe Karte für Landry in der 74. Minute echauffierte, musste man ihm fast Mitleid zollen. "Das war kein Foul, das war Physik", murmelte Landry später.

Die letzten Minuten gehörten dann nur noch den London Stars. Nachwuchsangreifer Finlay Fryer durfte noch ein paar schnelle Sprints zeigen, Zbigniew Szymkowiak prüfte den Keeper zweimal in der Schlussphase. Der Ballbesitz kippte leicht zu Gunsten der Gäste, doch die besseren Chancen blieben bei den Hausherren.

Als der Schlusspfiff ertönte, fiel Lujan auf die Knie, Badham schrie seine Freude in den Nachthimmel, und Trainerin Star wurde beinahe von ihren Spielern umgerannt. "Ich bin stolz, dass sie sich nicht aufgegeben haben", sagte sie mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Erleichterung und Triumph lag.

Das Publikum verabschiedete die Mannschaft mit stehenden Ovationen - und vielleicht auch mit der Erkenntnis, dass man Fußball nie zu früh abschalten sollte. Denn wer nach 37 Minuten aufs Klo geht, kommt zurück und fragt sich, warum es plötzlich 4:3 steht.

Fazit eines denkwürdigen Abends: Die Western Pioneers begannen wie eine Dampfwalze und endeten wie ein Kaffeefilter - viel Druck, aber nichts kam mehr durch. Die London Stars dagegen schrieben ihr eigenes kleines Märchen, mit Mut, Tempo und einem Schuss britischem Trotz.

Jacqueline Star brachte es am Ende charmant auf den Punkt: "Manchmal musst du erst drei kassieren, um zu merken, dass du vier schießen kannst." Ein Satz, der vermutlich morgen in jeder Kabine der Liga zitiert wird - und vielleicht auch an der Bar, wo London heute Nacht ganz sicher noch lange feiern wird.

01.01.643988 05:56
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