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London Blues verlieren wildes Heimspiel gegen mutige Saints mit 2:3

Ein kühler Märzabend in London, Flutlicht, 32.559 Zuschauer - und am Ende die Erkenntnis: Die London Blues können zwar schön spielen, aber Punkte holen sie momentan nur, wenn der Gegner höflich verzichtet. Der FC Southampton tat das nicht. Stattdessen schnappten sich die mutigen "Saints" aus der Hafenstadt mit einem 3:2 (1:1) einen Auswärtssieg, der ebenso überraschend wie verdient war.

Dabei hatte alles so verheißungsvoll begonnen. Schon nach zehn Minuten zappelte der Ball im Netz der Gäste. Antonio Quaresma, sonst eher der Mann für die eleganten Diagonalpässe, schlich sich in den Strafraum - und nach einem kurzen Doppelpass mit Innenverteidiger Nick Landry drosch er das Leder unter die Latte. 1:0. Die Tribünen tobten, Trainer Guido Träger hob kurz die Faust und murmelte später: "Da dachte ich: Heute wird’s ein Spaziergang. Tja, falsch gedacht."

Denn die Saints ließen sich nicht beeindrucken. Ihr junger Flügelstürmer Gabriel Beecroft - gerade einmal 21, aber schon mit der Selbstsicherheit eines Routiniers - nutzte in der 32. Minute eine Unachtsamkeit in der Blues-Defensive. Nach Vorarbeit von Manuel Tiago schob er den Ball überlegt ins rechte Eck. 1:1, und plötzlich war das Stadion stiller als ein Bibliotheksflur.

Zur Pause deuteten die Statistiken noch auf ein ausgeglichenes Spiel hin - 52 Prozent Ballbesitz für London, 47 für Southampton, 17 zu 18 Torschüsse am Ende. Doch im zweiten Durchgang kippte die Partie endgültig.

Nach 59 Minuten traf Liam Allington aus der Distanz - ein Schuss wie aus dem Lehrbuch, direkt unter die Latte, nachdem Billy Benett ihm den Ball mustergültig aufgelegt hatte. Zwei Minuten später dann der Schock für die Blues: Jan Ovesen vollendete eine Flanke von Linksverteidiger Finnan zum 3:1. Die Saints spielten "offensiv, mutig und manchmal fast frech", wie ihr Trainer Michael Böning später grinsend erklärte. "Wir wussten, wenn wir sie unter Druck setzen, werden sie wackeln."

Und sie wackelten. Zwar brachte Marco Doreste die Blues in der 74. Minute nach feiner Vorarbeit von Finn Hübner noch einmal heran. Doch mehr als Ergebniskosmetik war das nicht. "Wir haben uns selbst geschlagen", seufzte Kapitän Bruno Parent, der kurz vor Schluss noch Gelb sah, als er den Ball frustriert auf die Tribüne drosch.

Die Schlussphase wurde zum kleinen Theaterstück. Träger brüllte von der Seitenlinie: "Jetzt alles nach vorn!" - seine Spieler verstanden offenbar "alles nach hinten". Ein harmloser Rückpass jagte den nächsten. Southampton verteidigte clever, wechselte erfahren (Hamlin kam, sah, bekam Gelb) und ließ sich auch von der hitzigen Atmosphäre nicht aus der Ruhe bringen.

Einziger Wermutstropfen für die Gäste: Stürmer Tiago sah in der 77. Minute Gelb, nachdem er beim Versuch, Zeit zu schinden, einen Freistoß gleich dreimal hinlegte - jeweils ein paar Zentimeter weiter hinten. "Ich wollte nur den besten Winkel finden", rechtfertigte er sich später mit einem Augenzwinkern.

Bei den Blues dagegen herrschte Frust pur. Amaury Miguel musste nach 66 Minuten verletzt raus - offenbar eine Zerrung, die ihn einige Wochen kosten könnte. "Wenn du Pech hast, kommt’s gleich im Doppelpack", meinte Doreste nach dem Spiel. "Erst die Verletzung, dann die Niederlage."

Taktisch blieb London seiner Linie treu: kurzer Aufbau, viel Ballbesitz, wenig Ertrag. Southampton hingegen presste früh, spielte vertikal und nutzte fast jede Unsicherheit. "Wir wollten nicht schön spielen, sondern gewinnen", sagte Böning. Mission erfüllt.

Nach dem Abpfiff schlichen die Blues-Spieler vom Platz, während die 500 mitgereisten Saints-Fans sangen, als hätten sie gerade die Champions League gewonnen. Guido Träger kommentierte das sarkastisch: "Wenn sich jeder über einen Sieg gegen uns so freut, machen wir wohl doch etwas richtig - nur leider nicht auf dem Platz."

So bleibt den London Blues nur die Erkenntnis, dass Fußball eben kein Schönheitswettbewerb ist. Southampton dagegen reist mit breiter Brust nach Hause - drei Tore, drei Punkte, drei Helden: Beecroft, Allington und Ovesen. Und irgendwo in London wird man sich heute Nacht fragen, wie man ein Spiel verlieren kann, das man eigentlich kontrolliert hat.

Vielleicht, weil Kontrolle eben nicht gleich Leidenschaft ist. Und die hatten an diesem Abend nur die Saints.

02.06.643993 13:17
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Jens Jeremies
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