Cardiff Sports
+++ Sportzeitung für Wales +++

Llandudno besiegt Llanelli in wildem 3:2 - Teenager Roades wird zum Matchwinner

Ein kalter Freitagabend an der walisischen Küste, Flutlicht an, die Möwen kreischen, und 21.916 Zuschauer reiben sich die Hände - teils vor Kälte, teils vor Vorfreude. Llandudno Athletic gegen die Llanelli Reds, das klingt nach solidem Erstligafußball aus dem Norden und Süden des Landes. Am Ende stand ein 3:2-Sieg für die Gastgeber, der viel Herz, jugendliche Unbekümmertheit und einen Schuss Chaos bot - im besten Sinne des Wortes.

Schon nach neun Minuten bebte das Stadion, als Louis Krause, 20 Jahre jung, nach feinem Zuspiel von Jozsef Takacs den Ball trocken ins rechte Eck setzte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Krause später in die Kameras, "Trainer Seelow sagt immer, man soll sich was trauen. Also hab ich’s getan." Robert Seelow, der erfahrene Coach der Gastgeber, nickte zufrieden: "Ich hab gesagt: Wenn ihr schon schießt, dann wenigstens zwischen die Pfosten."

Die Führung hielt allerdings nicht lange. In der 16. Minute schlugen die Llanelli Reds zurück: Rafael Baiao, der 27-jährige Flügelmann mit dem linken Zauberfuß, verwandelte eine Hereingabe von Karol Zofcak zum 1:1. Für kurze Zeit sah es so aus, als wollten die Gäste das Spiel an sich reißen - das Ballbesitzverhältnis (48 zu 52 Prozent) belegt, dass sie durchaus mithalten konnten. Doch Llandudno hatte an diesem Abend den längeren Atem und das glücklichere Füßchen.

In der 36. Minute traf Giovanni Ferri, ebenfalls 20, nach starker Vorarbeit von - genau - Louis Krause. Das Duo Ferri/Krause wirbelte die rechte Seite durcheinander, als hätten sie schon 100 Spiele gemeinsam absolviert. "Wir verstehen uns blind", sagte Ferri nach dem Spiel. "Oder zumindest halbblind - Louis ruft immer sehr laut."

Mit 2:1 ging es in die Pause. Beide Teams spielten taktisch überraschend ähnlich - ausgeglichen, mit kontrolliertem Aufbau, kaum Pressing, kaum wilde Grätschen. Nur Llanellis linker Verteidiger Ellis Leachman fiel in der 13. Minute durch eine frühe Gelbe Karte auf. Trainer Seelow kommentierte trocken: "Das war die freundlichste Verwarnung des Abends. Danach wurde’s ruppiger - aber fair."

Die zweite Hälfte begann mit einem offenen Schlagabtausch. Tobias Bader und Dylan Forsythe prüften mehrfach den jungen Llandudno-Keeper Corey Ross, der mit 18 Jahren nervenstark blieb. Dann, in der 59. Minute, schlug Llanelli wieder zu: Manfred Kunz, der bullige Rechtsaußen, traf nach einem Konter zum 2:2. "Das war der Moment, wo wir hätten kippen können", gab Seelow später zu. "Aber unsere Jungs haben einfach weitergemacht, als wäre nichts passiert."

Und das taten sie. Nur sieben Minuten nach dem Ausgleich sorgte der jüngste Mann auf dem Platz für die Entscheidung: Lucas Roades, 17, traf nach schöner Vorarbeit von Hartmut Masse zum 3:2. Das Stadion explodierte. Roades selbst konnte es kaum glauben. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand er lachend. "Aber der Ball flog halt rein. Ich sag jetzt einfach, das war Absicht."

Die letzten 20 Minuten wurden zum Nervenkrimi. Llanelli drängte, Llandudno verteidigte, und Trainer Seelow gestikulierte wild an der Seitenlinie. "Ich hab ihm gesagt, er soll sich hinsetzen", verriet Ferri später grinsend. "Aber er meinte, er verbrennt so wenigstens Kalorien."

Statistisch gesehen war das Spiel nahezu ausgeglichen: 13 Torschüsse für Llandudno, 9 für Llanelli, Ballbesitz fast pari. Doch die Effizienz der Gastgeber machte den Unterschied. Ferri, Krause und Roades nutzten drei ihrer Chancen eiskalt, während Llanelli im entscheidenden Moment das Glück fehlte - oder vielleicht auch die jugendliche Frechheit, die Llandudno auszeichnete.

Robert Seelow fasste es am Ende zusammen: "Wir sind jung, wir machen Fehler, aber wir glauben an uns. Und manchmal hilft’s, wenn man gar nicht weiß, dass man nervös sein sollte."

Llanelli-Coach - der nach dem Spiel nur kopfschüttelnd in die Kabine ging - murmelte noch: "Wenn Kinder so Fußball spielen, sollten wir Erwachsenen vielleicht wieder anfangen, Spaß zu haben."

Ein fairer Gedanke nach einem wilden, ehrlichen Fußballabend in Llandudno. Und während die Fans in die frostige Nacht hinausströmten, hörte man einen kleinen Jungen sagen: "Mama, ich will sein wie Lucas Roades." Ganz ehrlich: Wer an diesem Abend im Stadion war, verstand ihn nur zu gut.

11.07.643987 20:59
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Oliver Kahn konnte ich gerade noch davon abhalten, sich zu ertränken. Der Rest hat sich auf der Toilette eingesperrt.
Mehmet Scholl zur schlechten Stimmung bei den Bayern
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager