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Lladeros Guanare ringt UD?Tachira nieder - spätes Glück im heißen Guanare

Es war einer dieser Abende, an denen der Ball einfach nicht ins Tor wollte - bis er es schließlich doch tat. 38 621 Zuschauer im Estadio de Guanare erlebten beim 1:0‑Heimsieg von Lladeros Guanare über UD Tachira einen Fußballabend, der alles hatte: Schweiß, Spannung, Gelbe Karte, ein Tor in der 86. Minute - und einen Trainer, der sich nach Schlusspfiff lieber erstmal ein kaltes Getränk gönnte als eine Taktikanalyse.

Von Beginn an legten die Gäste aus Tachira los, als hätten sie ein Flugticket zurück nach San Cristóbal nur für den Fall eines frühen Sieges gebucht. Schon nach drei Minuten prüfte Christiano Rocha den Heimkeeper Marvin Stefan, und in der Folge hagelte es Torschüsse: Rocha und sein Sturmpartner Lionel Meira feuerten gefühlt aus jeder Lage. Allein Rocha brachte es auf vier Abschlüsse in der ersten halben Stunde - leider alle mit dem Spann in den Abendhimmel, statt ins Netz.

Guanare dagegen spielte, wie es Trainer Stephan Magiera später lachend nannte, "kontrolliert defensiv mit der Option auf göttliche Eingebung". Die Statistiken geben ihm recht: nur 9 Abschlüsse der Hausherren gegenüber 14 der Gäste, aber eben der eine, der zählte.

Bis dahin aber war Geduld gefragt. In der ersten Halbzeit tat sich wenig außer Tachiras vergeblicher Offensivwut. "Wir hätten 3:0 führen müssen", knurrte UD‑Coach Peter Silie, der seinem Namen alle Ehre machte, als er nach dem Spiel sichtlich säuerlich wirkte. "Unsere Chancenverwertung war… nennen wir es mal poetisch."

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild nur langsam. Guanare stand weiter kompakt, das Publikum wogte zwischen Hoffen und Stöhnen, während Tachira anrannte. In der 56. Minute meldete sich erstmals wieder Fynn Kirchner mit einem satten Schuss aus 20 Metern, den Vadim Sajenko im Gästetor spektakulär parierte. Kurz darauf schob Martin Panero gleich zwei Mal nach - und plötzlich roch es nach einem Momentum-Wechsel.

Silie reagierte in der 60. Minute, brachte den jungen Ruben Derlei in der Innenverteidigung, später den 18‑jährigen Dimas de Freitas auf der rechten Seite. "Frische Beine, frischer Mut", erklärte er, "aber das Tor fiel dann leider auf der falschen Seite."

Denn in der 86. Minute geschah das, was 38 000 Kehlen zum Explodieren brachte: Rechtsverteidiger Egil Sommer startete über die Flanke, drosch den Ball halbhoch in den Strafraum, und dort stand - ausgerechnet der eingewechselte - Cristobal Flores. Der nahm den Ball mit dem Außenrist, ließ Sajenko keine Chance und traf zum 1:0. Es war der einzige Treffer des Abends, aber einer, der noch lange in den Gassen von Guanare besungen werden dürfte.

"Ich hab einfach draufgehalten", grinste Flores hinterher. "Egil meinte später, das sei eine einstudierte Variante. Ich nenne es Zufall mit Stil." Trainer Magiera, sonst nicht für große Emotionen bekannt, sprang beim Tor an der Seitenlinie auf und riss beide Fäuste in die Luft. "Das war der Moment, in dem unsere Geduld belohnt wurde", sagte er später, "und mein Blutdruck kurzzeitig gefährlich hochging."

Tachira versuchte in den letzten Minuten noch alles, spielte offensiv bis zur letzten Sekunde, brachte sogar den Linksverteidiger Gudmund Clausen in Schussposition. Doch der Ballbesitz von 47 Prozent und 14 Abschlüsse halfen nichts - Marvin Stefan im Guanare‑Tor hielt die Null fest, während seine Vorderleute jeden Zweikampf führten, als ginge es ums Überleben.

Die einzige Verwarnung des Abends kassierte Tachiras Rechtsverteidiger Guy Franz in Minute 68 - sinnbildlich für den zunehmenden Frust der Gäste. "Ich wollte nur den Ball treffen", verteidigte er sich nach dem Spiel. "Leider stand der Gegner im Weg."

Am Ende blieb es beim 1:0 für Lladeros Guanare, einem Sieg, der weniger durch spielerische Brillanz als durch Nervenstärke und Timing zustande kam. In den letzten Minuten verwandelte sich die zuvor defensive Grundordnung in ein leidenschaftliches Pressing‑Bollwerk, das Tachira den letzten Nerv raubte.

"Wir wussten, dass sie irgendwann müde werden", sagte Magiera mit einem Augenzwinkern. "Wir mussten nur warten, bis sie nicht mehr wollten - und dann zuschlagen."

Peter Silie hingegen verschwand nach kurzem Handschlag wortlos in der Kabine. Später ließ er ausrichten, man habe "auf allen Ebenen das Spiel kontrolliert - außer beim Toreschießen".

So bleibt in Guanare das Gefühl eines kleinen Fußballwunders: ein einziger Schuss, ein einziger Moment, und plötzlich ist die Welt wieder sonnengelb.

Oder, wie es ein Fan beim Verlassen des Stadions auf den Punkt brachte: "Das war kein schönes Spiel - aber ein wunderschöner Sieg."

15.08.643987 11:43
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Kopfball war für mich immer so etwas ähnliches wie Handspiel.
Günter Netzer
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