Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Liverpool und Margate teilen sich das rote Drama

Ein lauer Februarabend, 48.689 Zuschauer an der Anfield Road - und zwei Mannschaften, die beschlossen haben, die Farbe Rot gleich doppelt auf den Rasen zu bringen. Es war der 9. Spieltag der 1. Liga England, und das Duell "Liverpool Reds" gegen "Margate Reds" versprach schon vor dem Anpfiff eine gewisse Verwechslungsgefahr. Am Ende trennten sich beide Teams mit einem 2:2, das ebenso wild wie gerecht war - und das bereits nach 27 Minuten komplett entschieden war.

Margate startete wie von der Leine gelassen. Schon in der 2. Minute feuerte Zivojin Basta den ersten Warnschuss ab - knapp vorbei. Fünf Minuten später war es dann Robert Amyot, der die frühe Führung besorgte. Der rechte Mittelfeldspieler traf nach einem feinen Pass von Basta zum 0:1. "Ich hab einfach draufgehalten, bevor der Ball sich’s anders überlegt", grinste Amyot nach Abpfiff.

Liverpool schien kurzzeitig in Schockstarre. Und während man an der Seitenlinie noch nach der passenden Antwort suchte, schlug Margate erneut zu. In der 16. Minute tanzte Noah Eliot durchs Zentrum und versenkte den Ball mit einem satten Schuss - 0:2. Trainer Ata Lameck feierte an der Seitenlinie, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen. "Wir wollten früh zeigen, dass wir nicht zum Sightseeing hier sind", sagte er später mit einem spitzbübischen Grinsen.

Doch Liverpool wäre nicht Liverpool, wenn man sich kampflos ergeben würde. In der 26. Minute brachte Pim Voores die Hausherren zurück ins Spiel, nachdem Innenverteidiger Ashton Young (!) den Ball mit einem beherzten Vorstoß in den Strafraum bugsiert hatte. Ein klassischer "Ich hab nix zu verlieren"-Moment. Keine 60 Sekunden später tobte Anfield: Bo Kristensen, der zentrale Mittelfeldmotor, traf nach feiner Vorlage von Heikki Tihinen - 2:2!

"Ich hab ihm zugerufen, dass er schießen soll. Zum Glück hat er mich mal gehört", witzelte Tihinen später. Und Kristensen ergänzte trocken: "Das war der Moment, in dem ich kurz vergessen hab, dass wir 0:2 hinten lagen."

Wer dachte, die zweite Halbzeit würde das Feuerwerk fortsetzen, wurde eines Besseren belehrt. Statt Toren gab es Taktik, Finesse - und eine Prise Chaos. Margate hatte mit 53 Prozent Ballbesitz und 15 Torschüssen die Nase vorn, Liverpool hielt mit Herz und zehn eigenen Abschlüssen dagegen. Besonders auffällig: Der 17-jährige Christopher Cort, der zur Pause für Voores kam, beeindruckte mit jugendlichem Übermut. "Er hat einfach gemacht, bevor er nachgedacht hat", lobte Trainer Kurt Kaiser halb stolz, halb nervös.

In der 38. Minute musste Margate-Coach Lameck dann improvisieren: Stürmer Lionel Postiga verletzte sich und wurde durch Connor Gayheart ersetzt. Der Neue brachte frischen Wind - und drei ordentliche Schüsse aufs Tor, die Liverpools Keeper Carl Rodrigo spektakulär parierte. "Ich hab den Ball kommen sehen und gedacht: nicht mit mir, Connor", lachte Rodrigo später.

Die Partie blieb intensiv. Zivojin Basta kassierte in der 70. Minute die Gelbe Karte, nachdem er Pedro Meireles etwas zu herzlich in die Bande geschubst hatte. Kurz darauf brachte Lameck den flinken Kai Marley für den erschöpften Innenverteidiger Atilay Demirel - ein Wechsel, der taktisch so überraschend war, dass selbst die Margate-Bank irritiert wirkte.

Liverpool versuchte in den Schlussminuten alles. Giulio Lorusso prüfte Margate-Keeper Joshua Hannigan in der 53. Minute, doch der blieb standhaft. In der 89. Minute feierte das Publikum dann noch ein emotionales Debüt: Der 17-jährige Freddie Madigan ersetzte den ausgepumpten Ashton Young. "Ich dachte, der Schiedsrichter macht Witze, als er meine Nummer sah", verriet Madigan später.

Am Ende blieb es beim 2:2 - einem Ergebnis, das beiden Trainern nicht so recht schmeckte, aber niemanden überraschte. "Wir hätten gewinnen können, vielleicht sogar müssen", haderte Kaiser, "aber wenn man nach 16 Minuten 0:2 hinten liegt, nimmt man den Punkt dann doch mit einem Schulterzucken." Lameck konterte schnippisch: "Wenn man zwei Tore schießt und trotzdem nicht gewinnt, ist das wie ein Date ohne Dessert - irgendwie unvollständig."

Die Statistik stützte den Eindruck: Margate mit mehr Torschüssen, mehr Ballbesitz, mehr Risiko - Liverpool mit mehr Herz. Ein gerechtes Remis, das keinem weh tat, aber allen etwas zu erzählen gab.

Und so verließen beide Teams den Platz - die einen mit einem Lächeln, die anderen mit einem Seufzen. Nur der Stadionsprecher hatte am Ende noch den schönsten Satz des Abends: "Danke an die zwei roten Teams - wenigstens wussten wir heute alle, was unsere Lieblingsfarbe ist."

30.08.643990 14:00
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