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Liverpool tanzt die Gunners aus - 4:1 und ein Abend voller Ironie

An der Merseyside roch es am Dienstagabend nach nassem Rasen, kaltem Wind - und Überlegenheit. Die Liverpool Reds zerlegten die London Gunners mit 4:1 (4:0) am 26. Spieltag der 1. Liga England und zeigten dabei eine erste Halbzeit, die so einseitig war, dass selbst der Stadionsprecher beim vierten Tor leicht hysterisch klang. 44.419 Zuschauer sahen ein Spiel, das nach 25 Minuten praktisch entschieden war.

Giulio Lorusso, der 32-jährige Stürmer mit der Aura eines leicht mürrischen italienischen Baritons, eröffnete das Spektakel bereits in der 5. Minute. Nach einem Pass von Robert Warriner schob er so lässig ein, dass man meinen konnte, er bestelle gerade einen Espresso. "Ich hatte Zeit. Viel Zeit. Vielleicht zu viel Zeit", grinste Lorusso später. Nur drei Minuten später traf er erneut - diesmal nach Vorlage von Ryan Winston, der auf der rechten Seite so viel Platz hatte, dass er kurz überlegte, ob er noch die Eckfahne polieren sollte.

Was dann kam, war ein Lehrstück in Sachen Effizienz. In der 12. Minute durfte Warriner selbst ran, bedient von Ioan Mutu, und machte das 3:0. Trainer Kurt Kaiser sprang an der Seitenlinie auf, riss die Arme in die Luft und brüllte: "So spielt man Fußball, nicht PowerPoint!" Man hatte fast Mitleid mit den Gunners, die bis dahin so wirkungslos anliefen wie ein aufziehbarer Spielzeugpanzer.

Das 4:0 fiel in der 23. Minute, wieder durch Winston - diesmal nach Vorarbeit von Heikki Tihinen. Die Reds spielten zu diesem Zeitpunkt so offensiv, dass man dachte, sie hätten die Taktiktafel vergessen und einfach "alle nach vorn!" beschlossen. Statistisch war das gar nicht nötig: London hatte mit 54 Prozent Ballbesitz mehr vom Spiel, aber Liverpool mit 15 Torschüssen deutlich mehr vom Spaß.

In der zweiten Halbzeit war die Luft erst einmal raus - und das nicht nur bei den Gunners, die nun verzweifelt versuchten, Würde und Ball zu behalten. Immerhin gelang ihnen in der 55. Minute durch Lionel Manu der Ehrentreffer, vorbereitet von Lewis MacLaren. Ein sehenswerter Schuss, wenn auch eher kosmetischer Natur. "Wir wollten zeigen, dass wir auch da sind", sagte Manu hinterher. "Leider waren sie vorher schon viermal da gewesen."

Danach wurde es etwas ruppiger. Yusuf Balta, der rechte Flügel der Londoner, kassierte erst Gelb (56.) und dann in der 86. Minute die Gelb-Rote Karte - ein zweifelhafter Rekord für einen Spieler, der in der Statistik unter "nicht ganz hilfreich" geführt werden dürfte. Trainer Mario Roth kommentierte trocken: "Yusuf wollte Leidenschaft zeigen. Leider war das Schiedsrichterteam anderer Meinung."

Liverpool wechselte in der Schlussphase munter durch. Leon Ross kam für den müden Jorge Salinas, James Masse ersetzte Ioan Mutu, und der junge Lucas Ward durfte für Alessandro Marcedusa ran - letzterer humpelte nach einer Verletzung vom Feld, bekam aber aufmunternden Applaus. "Nur ein Schlag", sagte er tapfer, "der Ball war härter als gedacht."

Die Reds spielten ihre Führung souverän nach Hause. Auch wenn sie in der zweiten Hälfte den Ball öfter hergaben, waren sie in den entscheidenden Momenten gnadenlos präzise. "Wir wollten offensiv bleiben, auch wenn wir führten", erklärte Trainer Kaiser. "Ich mag das Wort ’Verwalten’ nicht. Das klingt nach Bank, nicht nach Fußball."

Statistisch gesehen war das Spiel ein kleines Paradox: Mehr Ballbesitz und neun Torschüsse für die Gunners, aber weniger Zählbares. Liverpool dagegen machte aus fast jeder guten Gelegenheit Kapital. Der Unterschied lag wohl in der Entschlossenheit - und in Lorusso, der mit seinen beiden frühen Treffern die Richtung vorgab.

Als der Schlusspfiff ertönte, summte das Stadion, als hätte jemand den Strom nicht abgeschaltet. Lorusso wurde zum Spieler des Abends gewählt, Warriner grinste in jede Kamera, und Trainer Kaiser gönnte sich einen Moment der Ironie: "Ich hoffe, wir haben nicht zu früh getroffen - sonst wird’s nächste Woche langweilig."

Und die Gunners? Sie reisten mit gesenkten Köpfen, aber immerhin einem Trostpreis: dem schönsten Tor der zweiten Halbzeit. "Wir werden wieder aufstehen", versprach Roth. "Aber vielleicht nicht gleich morgen früh."

Fazit: Ein Spiel, das die alte Fußballweisheit bestätigte - Ballbesitz schießt keine Tore, aber Tore bringen gute Laune. In Liverpool jedenfalls wird man noch lange von diesem Abend sprechen. Oder wie ein Fan beim Bierstand meinte: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald größere Pokalvitrinen."

25.11.643987 09:37
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Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.
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