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Liverpool Reds zerlegen Antwerpen - ein Torfestival mit britischem Humor

Es war ein Abend, an dem in Liverpools Hafen vermutlich sogar die Möwen applaudierten. 46.108 Zuschauer sahen im ehrwürdigen Stadion der Reds einen Fußballabend, der eher an ein Schützenfest erinnerte als an ein internationales Gruppenspiel der Conference League. 7:1 hieß es am Ende gegen einen FC Antwerpen, der zwar anfangs mutig antrat, dann aber vom Offensivorkan der Gastgeber schlichtweg weggeweht wurde.

Schon in der 7. Minute begann das Unheil für die Belgier: Robert Warriner, gerade einmal 22, zog nach Pass von Callum Hawn von der rechten Seite ab - 1:0. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", meinte ein Antwerpener Verteidiger später zerknirscht, "aber der Junge hat einfach weitergespielt." Zehn Minuten später legte derselbe Warriner nach, diesmal nach einem feinen Zuspiel des umtriebigen Thomas Lester - 2:0. Und weil’s gerade so schön war, erhöhte Alessandro Marcedusa in der 22. Minute per Punktlandung nach Vorarbeit von Innenverteidiger Aaron Simpson auf 3:0. Antwerpen wirkte da schon wie ein Boxer, der nach drei Schlägen nur noch auf die Glocke hofft.

Immerhin, ein kleines belgisches Lebenszeichen gab es: In der 33. Minute verkürzte Albin Abelson nach Pass von Julien Hesse auf 3:1. Die Antwerpener Bank sprang auf - kurz, euphorisch, fast erleichtert. Trainer Fabrillio Fabio klatschte, als wolle er seine Mannschaft daran erinnern, dass man hier nicht in einem Freundschaftsspiel sei. Doch die Hoffnung hielt nicht lange.

Zur Pause sprach man auf der Pressetribüne bereits vom "Liverpooler Lachkurs in Sachen Effizienz". Die Reds hatten bis dahin 8 Torschüsse zu verzeichnen, Antwerpen 3. Der Ballbesitz war fast ausgeglichen, aber jeder Angriff der Engländer schien doppelt so gefährlich.

In der zweiten Hälfte wurde es dann endgültig ein Lehrfilm in Sachen Spielfreude. Warriner, der junge Mann mit dem Dauerlächeln, schnürte in der 78. Minute seinen Dreierpack - nach Vorlage des eingewechselten Filipe Arias. "Ich hätte gar nicht gedacht, dass er mir den Ball spielt", grinste Warriner nach dem Spiel. "Aber er meinte, ich solle mal was fürs Torverhältnis tun."

Marcedusa legte in der 85. Minute nach, diesmal nach einer Ecke von Ashton Young - 5:1. Und dann kam die Nachspielzeit, in der Antwerpen endgültig in die Kategorie "Statist in fremder Gala" abrutschte. In der 92. Minute traf Giulio Lorusso, nach herrlichem Pass des frisch eingewechselten Verteidigers Gabor Bodola, zum 6:1. Eine Minute später durfte sich sogar Rechtsverteidiger Jorge Salinas in die Torschützenliste eintragen - 7:1. "Das war ein Schuss, den ich sonst nur im Training treffe", lachte Salinas. "Vielleicht sollte ich öfter einfach mal draufhalten."

Trainer Kurt Kaiser stand am Spielfeldrand und wirkte zufrieden, aber nicht euphorisch. "Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten", sagte er mit britisch-trockener Miene. "Aber sieben Tore… das war nicht geplant. Vier hätten auch gereicht." Sein Gegenüber Fabrillio Fabio dagegen suchte nach Worten: "Wir waren aggressiv, ja. Aber irgendwann kämpfst du nicht mehr gegen den Gegner, sondern gegen die Anzeigetafel."

Statistisch betrachtet war das Spiel erstaunlich ausgewogen - 50,8 Prozent Ballbesitz für Liverpool, 49,1 für Antwerpen. Doch die Reds schossen 16-mal aufs Tor, Antwerpen nur siebenmal. Die Engländer gewannen 54 Prozent ihrer Zweikämpfe, was vor allem an der kompromisslosen Innenverteidigung um Young und Simpson lag.

Die Stimmung im Stadion war ausgelassen, trotz winterlicher Temperaturen. Nach dem Spiel sollen einige Fans gesungen haben, dass Liverpool jetzt schon den Pokal polieren könne - was Trainer Kaiser mit einem Augenrollen quittierte. "Wir haben erst den zweiten Spieltag", mahnte er, "und Fußball hat schon ganz andere Geschichten geschrieben."

Ob Antwerpen nach dieser Klatsche noch an ein Weiterkommen glaubt, darf bezweifelt werden. Die Spieler schlichen nach Abpfiff wortlos in die Kabine, während die Reds ihre Ehrenrunde drehten. "Es war wie ein Orchester", schwärmte ein englischer Reporter neben mir. "Nur dass einer der Geiger drei Tore geschossen hat."

Und so bleibt festzuhalten: Ein Spiel, das in die Vereinschronik der Liverpool Reds eingehen dürfte - nicht nur wegen der sieben Tore, sondern auch wegen der Leichtigkeit, mit der sie fielen. Wenn Fußball Kunst ist, dann war dieser Abend eine Vernissage in Rot.

Oder, wie es ein Fan auf der Tribüne zusammenfasste: "Das war kein Spiel - das war ein Statement."

30.08.643990 11:32
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Ich habe versucht, den Spielern das Gefühl zu geben, dass sie Fehler machen dürfen. Das haben sie bis auf wenige Ausnahmen gut gemacht.
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