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Liverpool dreht das Spiel: Marquez macht Ashfords Abend zunichte

Premier League | 3. Spieltag | 19.09.26 | Liverpool Reds - Ashford Town 2:1

Was für ein Abend an der Anfield Road: Die Liverpool Reds haben am dritten Spieltag der Premier League einen 0:1-Rückstand gegen Ashford Town noch in einen 2:1-Sieg verwandelt. 45.958 Zuschauer sahen ein Spiel, das zunächst eher nach einem langen, schmerzhaften Arbeitstag für Liverpool aussah - und am Ende doch mit Heimjubel endete.

Kurt Kaisers Mannschaft begann offensiv, wie es die taktischen Notizen versprochen hatten. Nur: Ashford Town hatte offenbar beschlossen, sich davon nicht beeindrucken zu lassen. Die Gäste schossen in der Anfangsphase aus nahezu jeder denkbaren Lage. Tyler Onnington prüfte Liverpool früh, Noah Musgrave gleich mehrfach, dazu Martin Silva. Das Motto der Gäste lautete offenbar: Erst schießen, dann überlegen, ob es eine gute Idee war.

In der 18. Minute zahlte sich diese Unbekümmertheit aus. Sean McLeod traf für Ashford Town zur Führung. Lewis Warriner war an der Entstehung beteiligt, und plötzlich war es im Stadion so still, dass man vermutlich das enttäuschte Rascheln geöffneter Snacktüten hören konnte. Liverpool hatte bis dahin zwar selbst Chancen durch Nicolo Barella und Juhani Kuqi, doch die Präzision blieb zunächst im Kabinengang liegen.

Ashford spielte offensiv, aggressiv und ohne Pressing - eine eigenwillige Mischung, die aber lange funktionierte. Die Gäste gingen in den Zweikämpfen entschlossener zu Werke und kamen insgesamt auf 13 Torschüsse. Liverpool brachte es auf neun. "Wir wollten aus jeder Position abschließen", hätte Ashfords Trainer David Reichart am liebsten gesagt. Und tatsächlich: Seine Spieler nahmen diese Anweisung derart wörtlich, dass selbst die Entfernung zum Tor zeitweise nur noch als freundliche Empfehlung erschien.

Liverpool blieb dennoch im Spiel. 52,5 Prozent Ballbesitz waren kein übermächtiger Wert, aber genug, um die Kontrolle nicht vollständig aus der Hand zu geben. Jens Markussen versuchte, das Mittelfeld zu ordnen, Kuqi suchte immer wieder den Weg über rechts. Trainer Kaiser hielt an seiner offensiven Ausrichtung fest, obwohl seine Mannschaft zur Pause mit 0:1 zurücklag. Ein mutiger Plan - oder, weniger höflich formuliert, einer, bei dem man sich später entweder als Genie oder als leichtsinnig bezeichnet.

Nach dem Seitenwechsel veränderte sich das Spiel. In der 56. Minute schlug Liverpool zurück: Lucas Ward traf zum 1:1. Der Mittelstürmer war zuvor bereits mit einem Abschluss aufgefallen und belohnte sich nun für seine Beharrlichkeit. "Ich dachte kurz, der Ball wolle heute einfach nicht hinein", lautete die fiktive Bemerkung eines imaginären Liverpool-Fans auf der Tribüne. Dann war er drin, und plötzlich glaubte Anfield wieder an die eigene Mannschaft.

Ashford blieb gefährlich. Musgrave und Onnington sorgten weiterhin für Unruhe, während Liverpool defensiv nicht jeden Ball mit der Eleganz eines Ballettensembles behandelte. Doch die Reds wurden stärker und verlagerten das Spiel zunehmend in die Hälfte der Gäste.

In der 71. Minute fiel die Entscheidung: Roberto Marquez erzielte das 2:1. Der Angreifer hatte bereits zuvor zweimal den Abschluss gesucht und traf nun genau im richtigen Moment. Ashford war geschlagen, aber keineswegs harmlos. Die Schlussphase gehörte den Nerven, den hektischen Blicken zur Uhr und den Wechseln. Nicola Lombardo kam für Barella, Henry Browning ersetzte Ward, später wurde auch der junge Adam Hardin eingewechselt. Ashford brachte seinerseits frische Kräfte, darunter Alexander Longfellow und William Grantham.

Am Ende blieb es beim 2:1. Liverpool hatte nicht die meisten Torschüsse, nicht die größere Zweikampfbilanz und schon gar nicht den bequemsten Abend. Aber die Reds hatten das letzte Wort. Und im Fußball ist das bekanntlich ungefähr so wichtig wie beim Streit über die Fernbedienung: Wer sie am Ende in der Hand hält, behauptet, alles unter Kontrolle gehabt zu haben.

19.09.2026 21:50
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