// Startseite
| La Prensa Libre |
| +++ Sportzeitung für Costa Rica +++ |
|
|
|
Primera Division | 29. Spieltag | 09.09.26 | Lions Generalena - UD Puntarenas 1:0 27.925 Zuschauer waren um 20 Uhr gekommen, vermutlich in der Hoffnung auf Spektakel. Sie bekamen zunächst vor allem eines: Spannung. Lions Generalena begann offensiv, wie es Trainer Gerd Hauser angekündigt haben dürfte, allerdings mit der Torgefahr eines höflichen Briefträgers. Die Gastgeber hatten mehr vom Spiel, kombinierten sich immer wieder nach vorne und kamen insgesamt auf 17 Torschüsse. Nur: Der Ball wollte partout nicht ins Tor. Daniel Graf prüfte in der 19. Minute erstmals die Aufmerksamkeit der Puntarenas-Abwehr. Die Gäste antworteten kurz darauf durch Ruben Galindo und Pol Miguel, die in der 21. und 23. Minute für kleine Unruhe sorgten. Mehr war von UD Puntarenas zunächst nicht zu sehen. Die Mannschaft blieb kompakt, ausgewogen und offenbar überzeugt davon, dass ein Fußballspiel auch ohne übermäßige Beteiligung am gegnerischen Strafraum erfolgreich absolviert werden kann. "Wir wollten nicht blind auf alles schießen", sagte Lions-Trainer Gerd Hauser später. "Aber irgendwann mussten wir den Ball schon in Richtung Tor bringen. Sonst wäre es ein sehr langer Abend geworden." Eine bemerkenswert nüchterne Analyse - und eine, die sich mit den Zahlen deckte. Cesc Pascual, Filipe Moutinho, Emilio Ferron und Arnau Sandoval versuchten es im ersten Durchgang mehrfach. Sandoval sah in der 13. Minute zudem Gelb, womit er schon früh klarmachte, dass Einsatz und Regelkunde nicht immer gleichzeitig auf dem Platz stehen. Bis zur Pause blieb es dennoch beim 0:0. Lions Generalena hatte mehr Ballbesitz, 52,7 Prozent gegenüber 47,3 Prozent, aber Zählbares war nicht dabei. Puntarenas hielt dagegen, ohne selbst nachhaltigen Druck zu entwickeln. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Generalena das Tempo. Die Gastgeber blieben offensiv ausgerichtet und suchten den Abschluss, zunächst weiterhin ohne Erfolg. Ferron scheiterte in der 60. Minute, Triantafyllou versuchte es wenig später zweimal. Auf der anderen Seite blieb UD Puntarenas gefährlich genug, um den Abend unangenehm zu machen: Galindo kam in der 73. Minute zu einem weiteren Abschluss, insgesamt brachte es der Gast allerdings nur auf drei Torschüsse. Dann kam die 83. Minute. Aristidis Triantafyllou setzte sich auf der linken Seite durch und fand Emilio Ferron. Der zentrale Mittelfeldspieler blieb ruhig und erzielte das 1:0. Kein artistisches Feuerwerk, keine Torflut, sondern ein Treffer von jener Sorte, die Trainer lieben und gegnerische Torhüter später gern als "unglücklich" bezeichnen. Ferron hatte zuvor bereits mehrfach auf das Tor geschossen - diesmal passte alles. "Ich dachte kurz, der Ball würde wieder irgendwohin abprallen", sagte Ferron nach dem Spiel. "Dann war er plötzlich drin. Das ist eine sehr angenehme Entwicklung." Triantafyllou ergänzte mit einem Grinsen: "Emilio hat heute oft geschossen. Irgendwann musste einer davon ja die richtige Adresse finden." Puntarenas versuchte in der Schlussphase, noch einmal zurückzukommen, doch Generalena verteidigte konzentriert. Rafael Solana sah in der 69. Minute Gelb, Kamil Okonski in der Nachspielzeit; aufseiten der Gäste wurden Jose Salinas, Adriano Alvar und Luís Morte verwarnt. Hauser reagierte zudem mit drei Wechseln und brachte frische Kräfte, während seine Mannschaft in den letzten Minuten auf aktives Pressing umstellte. Am Ende stand ein 1:0, das angesichts von 17:3 Torschüssen verdient war. Lions Generalena hatte lange gebraucht, aber nicht aufgegeben. Und UD Puntarenas nahm die Erkenntnis mit nach Hause, dass man ein Spiel erstaunlich lange offenhalten kann - solange man dem Gegner nur 17-mal erlaubt, es zu versuchen. 09.09.2026 20:37 |
Sprücheklopfer
Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel.
Lukas Podolski