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Ein kalter Februarabend, 20:30 Uhr, Flutlicht über dem Stadion von Lesh Posen, 21.580 Zuschauer, die sich wohl etwas anderes erhofft hatten als das, was sie dann sahen: ein Lehrstück in Effizienz von SK Pruszkow und ein Abend zum Vergessen für die Hausherren. 0:2 hieß es am Ende - und das war noch schmeichelhaft. Die Partie begann flott, fast zu flott für die Defensive von Lesh Posen. Schon in der ersten Minute prüfte John Hartshorn den Pruszkower Keeper Pedro Sousa mit einem beherzten Schuss - ein Lebenszeichen, das aber eher als Strohfeuer enden sollte. Denn danach übernahm der Gast das Kommando. Mit 51 Prozent Ballbesitz und satten 14 Torschüssen zu Posens mageren vier war das Kräfteverhältnis klar verteilt. In der 25. Minute fiel dann, was sich längst angedeutet hatte. Adam Malfoy, normalerweise Linksverteidiger und nicht gerade als Torjäger bekannt, rauschte nach einem feinen Zuspiel von Constantin Furtok in den Strafraum und hämmerte den Ball aus spitzem Winkel unter die Latte. 0:1 - und auf der Tribüne hörte man das leise Klappern der Kaffeebecher. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Malfoy nach dem Spiel. "Wenn du’s nicht versuchst, triffst du auch nicht. Und ich hatte heute Lust." Lesh Posen versuchte, zu reagieren. Doch das Offensivspiel blieb Stückwerk. Giovanni Brambilla und Marco Valente mühten sich redlich, aber die Pässe kamen selten an. Trainer Tomasz Wojciechowski gestikulierte wild an der Seitenlinie, rief "Höher, weiter, schneller!" - und bekam von seinem Assistenten ein aufmunterndes Schulterklopfen. "Wir wollten offensiv bleiben", erklärte er später. "Aber irgendwie blieb der Ball nie lange bei uns." Im zweiten Durchgang änderte sich wenig. Pruszkow stand sicher, lauerte auf Konter - und bekam in der 65. Minute die Belohnung. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld schnappte sich Amadeus Kowalik das Leder, tanzte zwei Verteidiger aus und schloss eiskalt ab: 0:2. "Ich hab nur gesehen, dass der Torwart ein bisschen zu weit vorne war", sagte Kowalik mit einem Grinsen. "Da musste ich einfach schießen." Posen versuchte es weiter mit langen Bällen, die aber meist irgendwo im Abendhimmel verschwanden. In der 72. Minute dann der nächste Rückschlag: Linksverteidiger Iwan Twerdowski musste verletzt raus, hielt sich das Knie und wurde von Oleg Bandrowski ersetzt. "Es zwickte schon seit der ersten Halbzeit", murmelte Twerdowski beim Abgang - sinnbildlich für den Zustand der ganzen Mannschaft. Pruszkow dagegen wechselte mit Feinsinn: Der 21-jährige Christopher Preston kam für Dario Poggi, der 19-jährige Joaquin Maniche für Jerzy Zurawski. Frisches Blut, das sofort Wirkung zeigte. Preston sorgte gleich für zwei gefährliche Abschlüsse (53. und 90.), während der blutjunge Yves Schäfer mit 17 Jahren in der 73. Minute sein Ligadebüt feierte. "Ich hab noch nie so viele Scheinwerfer gesehen", lachte er nach Abpfiff. Die letzten Minuten verstrichen ohne große Highlights. Posen hatte zwar in der 87. Minute durch Jakub Majak noch eine Halbchance, aber Sousa im Pruszkower Tor zeigte, warum er mit 27 zu den erfahrenen Männern der Liga gehört. "So ein Schuss kitzelt nicht mal", witzelte er später in der Mixed Zone. Am Ende blieb Wojciechowski konsterniert zurück. "Wir müssen lernen, dass Ballbesitz allein keine Punkte bringt", meinte er trocken. 48,7 Prozent Ballbesitz, aber kaum Durchschlagskraft - das Fazit eines Abends, der in der Statistik als Niederlage, im Gedächtnis aber als Warnung bleiben dürfte. Sein Gegenüber Stefan Petruck zeigte sich zufrieden, aber auch leicht ironisch: "Wir wollten eigentlich kontrollieren, nicht dominieren", sagte er mit einem Augenzwinkern. "Aber wenn’s läuft, dann läuft’s. Selbst unsere Außenverteidiger treffen jetzt." Während die Pruszkower Fans nach dem Abpfiff fröhlich sangen, schlichen die Posener Spieler vom Platz - begleitet vom höflichen, aber bestimmten Pfeifkonzert der eigenen Anhänger. Der Stadionsprecher versuchte, mit Musik zu übertönen, was in den Gesichtern stand: Enttäuschung. Vielleicht war es einfach einer dieser Abende, an denen alles schiefgeht. Oder, wie es der erfahrene Verteidiger Gerhard Döring formulierte: "Manchmal kriegst du den Ball, manchmal kriegst du ihn eben ab." Ironischerweise spielte Lesh Posen taktisch offensiv, während Pruszkow offiziell "balanciert" auftrat - auf dem Platz sah das allerdings umgekehrt aus. Fazit: Ein verdienter 2:0-Auswärtssieg für SK Pruszkow, die sich mit kalter Präzision und jugendlichem Elan den Sieg holten. Und Lesh Posen? Sie werden sich wünschen, dieser Abend wäre nie angepfiffen worden. Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wir hätten lieber Eishockey gespielt - da darf man wenigstens draufhauen." 25.04.643990 15:58 |
Sprücheklopfer
Wenn sie mich heute Scheiße fragen, wissen Sie auch nicht, ob Sie morgen noch ihren Job haben.
Andreas Brehme nach einer Niederlage auf die Frage, ob er glaubt, am nächsten Tag noch Trainer des 1.FC Kaiserslautern zu sein.[t]Andreas Brehme