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Leons Stürmer-Duo zerlegt Real Oviedo - Ferrari und Bruhn drehen das Spiel

Es war ein frostiger Abend in León, aber auf dem Rasen brannte ein kleines Fußballfeuerwerk - angezündet von Emiliano Ferrari und Gudmund Bruhn. CD León besiegte Real Oviedo mit 3:1 (2:1) und sorgte damit vor 32.835 Zuschauern für einen dieser Abende, an denen man sich fragt, warum Ballbesitz eigentlich noch eine Statistik ist. Oviedo hatte mehr davon - 55 Prozent -, aber León die Tore. Und das sind bekanntlich die Währung, die am Ende zählt.

Der Auftakt war alles andere als verheißungsvoll für die Gastgeber. Schon in der 8. Minute klingelte es im Kasten von Adriano Custodio: Alejandro Acevedo vollendete nach feinem Zuspiel von Eduardo Aldecoa zur frühen Führung der Gäste. "Wir waren noch beim Aufwärmen, da stand’s schon 0:1", knurrte später Torsten Hoppe, Trainer der Leones, "aber wenigstens waren wir dann wach."

Wach war vor allem Emiliano Ferrari. Vier Minuten später startete der Argentinier im blauen Trikot durch, schüttelte seinen Gegenspieler ab und knallte den Ball trocken ins rechte Eck - 1:1. Noch bevor Oviedo den Schock verdauen konnte, legte Gudmund Bruhn nach. In der 13. Minute traf der norwegische Linksaußen nach feiner Vorlage von Routinier Raúl Domínguez zum 2:1. Der drehte jubelnd ab, während Domínguez, der kurz zuvor Gelb gesehen hatte, grinsend in Richtung Trainerbank deutete: "Ich hab’s doch gesagt, Coach, ich kann auch ohne Foul was Gutes tun!"

Von da an entwickelte sich ein Spiel, das statistisch wohl in die Kategorie "unlogisch, aber effektiv" fällt. Real Oviedo schoss 15-mal aufs Tor, CD León nur zehnmal - aber die Heimelf traf einfach besser. In der zweiten Halbzeit rannte Oviedo an, Acevedo, Aldecoa und der junge Garcés prüften Custodio mehrfach. Doch der Schlussmann hatte einen Sahnetag erwischt. Einmal, in der 56. Minute, kratzte er einen Schuss von Garcés noch aus dem Winkel - mit der linken Hand, während er schon nach rechts fiel. "Das war eher Glück als Können", gab Custodio später zu, "aber im Tor zählt das Gleiche."

León lauerte auf Konter - und einer davon saß. In der 66. Minute war es erneut Ferrari, der nach einem Abpraller am schnellsten reagierte und den Ball trocken ins Netz drosch. 3:1. Während die Oviedo-Abwehr noch Hände in die Luft warf, feierte Ferrari schon an der Eckfahne. "Ich wusste, dass er den Ball fallen lässt", grinste der Stürmer über den Torwartfehler. "Manchmal muss man einfach glauben, dass der Fußballgott Humor hat."

Der Rest war ein Lehrstück in cleverem Verteidigen und Zeitmanagement. León zog sich zurück, Domínguez kassierte noch eine Standpauke vom Schiedsrichter, Jukka Nieminen sah Gelb in Minute 46 ("Ich wollte nur zeigen, dass wir noch da sind", sagte er später mit einem Augenzwinkern), und Oviedo rannte weiter an. Die 15 Torschüsse der Gäste verhallten wie Silvesterböller im Regen - laut, aber folgenlos.

"Wir haben viel Ballbesitz, aber zu wenig Herz gezeigt", meinte Oviedos Kapitän Miron Pogrebnjak nach dem Spiel. Sein Trainer wollte die Schuld lieber bei den Umständen suchen: "Der Platz war glatt, die Luft dünn, und León hatte heute einfach die Götter auf seiner Seite." Man hätte fast Mitleid haben können - wenn León nicht so charmant gewonnen hätte.

Torsten Hoppe hingegen war die Erleichterung anzusehen. "Endlich belohnen wir uns mal für unseren Einsatz", sagte er, während er seinem Stürmerduo Ferrari und Bruhn auf die Schultern klopfte. "Wenn die beiden so weitermachen, muss ich bald gar nichts mehr coachen."

Und so endete ein Abend, an dem CD León mit weniger Ballbesitz, aber mehr Mut und Zielstrebigkeit den Favoriten aus Oviedo in die Schranken wies. Drei Punkte, drei Tore, drei Helden - Ferrari, Bruhn und Custodio. Der Rest? Statistik.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Schön, dass sie endlich wieder Fußball spielen, statt Mathematik."

Ein treffendes Fazit für ein Spiel, das bewies: Der Ballbesitz mag die Theorie gewinnen - aber die Tore schreiben die Geschichte.

02.11.643987 11:49
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