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Le Tallec trifft, Opava verpasst - Hradec Kralove siegt knapp aber verdient

Es war einer dieser Abende in Hradec Kralove, an denen der Februarwind durch das Stadion pfeift, als wolle er die Flanken selbst ins Tor tragen. 22.250 Zuschauer trotzten den Temperaturen und sahen ein Spiel, das weniger durch spielerische Finesse als durch Beharrlichkeit und einen Moment der Entschlossenheit entschieden wurde. Am Ende hieß es 1:0 für die Hausherren - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber eine Menge Geschichten erzählt.

Trainer Thomas Michael Rinesch hatte sein Team offensiv eingestellt - "Wir wollten von Beginn an zeigen, dass wir das Spiel in die Hand nehmen", erklärte er später mit einem zufriedenen Lächeln. Und tatsächlich, schon nach zwei Minuten prüfte Stefanos Kalitzakis den gegnerischen Torhüter mit einem satten Schuss. Acht Minuten später war es Nicolas Le Tallec, der erstmals seine Gefährlichkeit andeutete. Es sollte nicht sein letzter Versuch bleiben.

SK Opava dagegen wirkte zunächst so, als habe man den Bus nicht nur vor dem Stadion, sondern auch im eigenen Strafraum geparkt. Erst in der 13. Minute wagte Volker Dubois einen Schuss - der Ball flog in etwa so gefährlich aufs Tor wie ein verspäteter Balljunge. Danach kontrollierte Hradec das Geschehen, auch wenn der Ballbesitz mit 49,5 zu 50,5 Prozent statistisch fast ausgeglichen blieb. Die Wahrheit lag irgendwo zwischen den Zahlen: Kralove machte das Spiel, Opava verwaltete das Nichtstun.

Die erste Halbzeit verging ohne Tore, dafür mit reichlich Frust auf den Rängen. In Minute 38 versuchte es Antonio Albacar aus der Distanz - drüber. In der 43. Minute schlich sich sogar Linksverteidiger Sergio Ochoa nach vorne, doch auch sein Schuss fand nicht den Weg ins Netz. "Da habe ich kurz vergessen, dass ich eigentlich Verteidiger bin", grinste Ochoa später.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag, und zwar gleich doppelt: Rinesch wechselte zur Pause Zdenek Cerny und Joseph Bedard aus, brachte dafür Arto Väyrynen und Taylor Hannigan - und 60 Sekunden später zappelte der Ball im Netz. Nicolas Le Tallec vollendete in der 47. Minute einen butterweichen Pass von Antonio Albacar. Ein Tor aus dem Lehrbuch - wenn man das Lehrbuch in französischem Akzent liest. "Ich wusste, dass Antonio den Ball so spielt", sagte Le Tallec, "er hat diesen Blick, diesen Moment, bevor alles passiert."

Danach hätte Hradec Kralove das Spiel frühzeitig entscheiden können - ja, müssen. Le Tallec vergab kurz nach seinem Treffer zwei weitere gute Chancen (50., 60.), Kalitzakis traf in der 64. und 77. Minute jeweils nur den Torhüter, und Callum Buchan zirkelte in der 71. Minute den Ball haarscharf am Pfosten vorbei. Opava schien in dieser Phase froh, überhaupt noch auf dem Platz zu stehen.

Erst in der Schlussviertelstunde wagten sich die Gäste ein wenig aus der Deckung. Samuel Yeates prüfte in der 73. Minute Keeper Claude Gaudin, der den Schuss sicher festhielt. In der 87. Minute versuchte sich Linksverteidiger Erich Brabec - vermutlich aus purer Verzweiflung - an einem Schuss aus 25 Metern. Der Ball landete im Oberrang, aber der Wille war da. "Wir haben zu spät gemerkt, dass man Tore nur schießen kann, wenn man aufs Tor schießt", meinte Opava-Trainer (dessen Namen die Statistik uns schuldig bleibt) leicht sarkastisch.

Statistisch blieb es eindeutig: 13 Torschüsse für Hradec, nur 3 für Opava. Der Einsatz der Gastgeber war hoch, die Aggressivität grenzwertig - aber effektiv. Rinesch lobte: "Das war kein Spektakel, aber ein Statement."

Am Ende jubelte das Stadion, als hätte man die Meisterschaft gewonnen. Le Tallec wurde gefeiert, als wäre er der Retter der Stadt, während Antonio Albacar mit einem Grinsen die Kabine verließ: "Ich habe nur den Pass gespielt - aber das reicht mir heute."

Ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst? Vielleicht nicht wegen der Dramatik, sondern wegen seiner Klarheit: Wer den Willen hat, braucht kein Glück. Hradec Kralove bewies das eindrucksvoll - und SK Opava wird sich fragen, ob man mit "balancierter" Taktik jemals ein Tor schießt.

Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "War nicht schön, aber wenigstens kurz warm ums Herz."

21.03.643990 14:32
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