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Last-Minute-Löwe: Hull Tigers ringen Yeading in der Nachspielzeit nieder

Ein Tor in der 94. Minute, 30.153 Zuschauer zwischen Euphorie und Eiseskälte, ein Trainer, der beinahe schon zum Händeschütteln ansetzt - und dann zischt der Ball doch noch ins Netz. Hull Tigers besiegen Yeading United mit 1:0, und zwar auf die denkbar späteste, dramatischste und, ja, vielleicht auch verdienteste Weise.

"Ich hatte schon angefangen, an die Waschmaschine zu denken", grinste Hulls Trainer Mathias Oergel nach Abpfiff. "Und dann macht Billy da diesen Vollspann aus dem Nichts - unglaublich." Billy Chamberlain, 22 Jahre jung, Rechtsaußen mit einer Vorliebe für späte Showeinlagen, war der Held des Abends. Nach 93 Minuten Dauerdruck, 21 Schüssen aufs Tor und einem gegnerischen Keeper, der zwischenzeitlich wie ein Spinnenmensch wirkte, erlöst er die Tigers mit einem Schuss, der so trocken war, dass selbst der Ball kaum glauben konnte, wo er gelandet war.

Der Abend begann weit weniger spektakulär. Yeading United, von Trainer Burghard Krause gewohnt pragmatisch eingestellt, hatte früh die erste Chance: Joseph Warrington prüfte Hull-Keeper Joel Eliot bereits nach 60 Sekunden. Danach aber gehörte das Feld fast ausschließlich den Gastgebern. Lewis Payne zog im Mittelfeld die Fäden, Alexander Bancroft und der 18-jährige Ewan Caviness sorgten über die linke Seite für Wirbel - und für eine Schussstatistik, die zur Pause wie ein Überfallprotokoll klang: neun Versuche der Tigers, einer von Yeading.

"Wir haben uns gefühlt wie im Dauerfeuer", gab Gästetorwart Leo Wyler später zu. "Aber irgendwie blieb der Kasten sauber. Bis zur 94. eben."

Oergel an der Seitenlinie wirkte derweil wie ein Dirigent ohne Orchester: gestikulierend, schimpfend, anfeuernd. In der 45. Minute wechselte er den jungen Innenverteidiger Christopher Lujan für Isaac Lankford aus - offiziell "aus taktischen Gründen", inoffiziell wohl, weil Lujan nach einem Fehlpass so bleich war, dass selbst der Linienrichter besorgt schaute.

Die zweite Halbzeit blieb ein Geduldsspiel. Hull kombinierte kurz, Yeading verteidigte lang. Payne zog ab (77.), Engelhardt zielte vorbei (78.), Götz prüfte Wyler (86.). Und immer wieder rief Oergel: "Noch einmal! Noch einmal!" - so lange, bis selbst die Ersatzspieler das Mantra murmelten.

Auf der anderen Seite versuchte Yeading es sporadisch mit langen Bällen auf Simard und Warrington, doch Hulls Abwehr ließ kaum etwas zu. Einzig zwischen der 69. und 76. Minute blitzte kurz Gefahr auf, als Simard gleich dreimal auftauchte, aber Eliot jedes Mal sicher zupackte.

Dann die Nachspielzeit. 94. Minute. Payne bekommt den Ball zentral, hebt einmal den Kopf, sieht Chamberlain rechts starten. Pass, Annahme, ein Schritt nach innen - und dann dieser Schuss. Flach, präzise, unhaltbar. 1:0. Das Stadion explodiert. Trainer Oergel stürmt die Linie entlang, stolpert fast in den vierten Offiziellen, während Wyler konsterniert in den Himmel blickt.

"Ich dachte, der pfeift gleich ab", sagte Chamberlain hinterher und grinste schüchtern. "Aber Lewis hat mich gesehen. Und ich wollte einfach nur draufhauen."

Yeading-Coach Krause blieb fair: "Wir haben gut verteidigt, aber Fußball ist manchmal grausam. 94 Minuten top, eine Sekunde Schlaf - und du verlierst."

Statistisch gesehen war der Sieg kaum zu bestreiten: 50,9 Prozent Ballbesitz für Hull, 21:6 Torschüsse, 55,9 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Und doch hätte es fast nicht gereicht. "Wenn man so viele Chancen liegen lässt, darf man sich nicht wundern", knurrte Oergel, bevor er dann doch lächelte. "Aber am Ende zählen die Punkte. Und die Waschmaschine kann warten."

Die Fans jedenfalls feierten, als hätte Hull gerade den Aufstieg klargemacht. Billy Chamberlain wurde auf den Schultern aus dem Stadion getragen, Payne bekam ein Bier gereicht, und irgendwo in der Kabine hörte man den Trainer mit rauer Stimme sagen: "Nächstes Mal machen wir’s in der 60., ja?"

Yeading dagegen trat den Heimweg mit hängenden Köpfen an. "Wir nehmen das Positive mit", murmelte Krause in die Mikrofone. "Immerhin wissen wir jetzt, dass wir 93 Minuten lang ein 0:0 halten können."

Und so endete ein Spiel, das lange nach einem dieser typischen 0:0-Regenabende aussah - bis sich ein junger Rechtsaußen entschloss, Geschichte zu schreiben. Hull Tigers 1, Yeading United 0. Ein spätes Happy End für die Geduldigen.

Oder, wie ein Fan auf der Tribüne es zusammenfasste: "Das war kein Spiel - das war eine Glaubensprüfung."

09.12.643987 03:52
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Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.
Peter Neururer
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