La Hora
+++ Sportzeitung für Ecuador +++

Last-Minute-Drama: Grecia Chone stiehlt Audaz den Sieg in der Nachspielzeit

Es war ein Abend, an dem 26.363 Zuschauer im Estadio de Audacia alles sahen - außer einem Tor. Zumindest bis zur 95. Minute. Dann nahm das Schicksal, in Form des flinken Griechen Ophir Mofaz, das Spiel beim Kragen und rüttelte es wach. Grecia Chone gewann mit 1:0 bei Sporting Audaz - ein Ergebnis, das in seiner Grausamkeit fast schon poetisch war.

Dabei hatte Sporting Audaz alles getan, was man so tut, wenn man gewinnen will: 15 Torschüsse, 50 Prozent Ballbesitz, eine Abwehr, die bis zur letzten Minute hielt. Nur das Wichtigste fehlte - das Tor. "Wir haben uns Chancen erarbeitet, aber der Ball wollte einfach nicht rein", seufzte Stürmer Morgan Rushton, der gleich mehrfach den Ball Richtung Tribüne donnerte, als wolle er das Publikum persönlich bekehren.

Grecia Chone dagegen war das Paradebeispiel für Geduld. Trainer Flasche Leer - nomen est omen - zeigte sich nach dem Spiel betont trocken: "Wir wussten, dass Audaz viel Ballbesitz haben würde. Wir warteten auf den einen Moment. Und dann kam Mofaz."

Und wie er kam. 95. Minute, Nachspielzeit. Rechtsaußen Jacek Kukielka, der zuvor vor allem durch seine unermüdliche Laufarbeit auffiel, brachte eine flache Flanke in den Strafraum. Mofaz startete, als wäre er vom Blitz getroffen, und drückte den Ball an Torwart Hugo Tarrega vorbei. Ein Tor, das nicht nur die Gästebank explodieren ließ, sondern auch die Heimmannschaft in kollektive Schockstarre versetzte.

Bis dahin hatte das Spiel eher den Charakter eines Geduldsspiels. Schon in der ersten Minute prüfte Rafael Hoffmann den Gästekeeper Bruno Goncalves mit einem Distanzschuss - der Ball flog knapp vorbei, aber immerhin war das Publikum kurz wach. Danach entwickelte sich eine Partie, die man freundlich als "taktisch ausgeglichen" bezeichnen könnte. In Wahrheit war es ein zähes Ringen zwischen zwei Teams, die beide so ausgewogen aufgestellt waren, dass man sich fragte, ob die Trainer denselben Taktiklehrgang besucht hatten - laut Daten jedenfalls spielten beide "balanced" in fast jeder Disziplin.

Im Mittelfeld glänzte Alexander Lineback mit Übersicht, während Ami Greenberg über rechts zwar rannte, als ginge es um ein Bewerbungsvideo, aber selten den richtigen Abnehmer fand. Grecia Chone hingegen vertraute auf ihre Flügelspieler - Morten Halvorsen und Alain Bellegarde sorgten immer wieder für Unruhe, auch wenn sie mehrmals an Tarrega scheiterten.

In der 13. Minute sah Eduardo Mourino von Chone Gelb, weil er meinte, man könne mit ausgestrecktem Bein einen Ball stoppen, der drei Meter entfernt war. Später, in der 50. Minute, revanchierte sich Hoffmann - ebenfalls Gelb, nachdem er seinen Gegenspieler mit der Eleganz eines Holzfällers stoppte.

Zur Pause stand es 0:0, die Zuschauer begannen, die Snackstände interessanter zu finden als das Spiel. Ein Fan rief von der Tribüne: "Vielleicht trifft wenigstens die Stadionuhr!" - ein Satz, der den Abend gut zusammenfasst.

In der zweiten Hälfte drehte Audaz auf, zumindest optisch. Rushton hatte mehrere gute Szenen, besonders in der 43. und 89. Minute, doch Goncalves im Tor der Gäste hielt, was zu halten war. "Ich hatte heute einfach das Gefühl, dass alles klebt", lachte er hinterher - und meinte damit offenbar seine Handschuhe.

Als die Uhr auf 90 sprang, schien alles auf ein klassisches 0:0 hinauszulaufen. Doch Grecia Chone hatte andere Pläne. Trainer Leer winkte kurz, Kukielka verstand, Mofaz lief - und der Rest ist Geschichte.

Nach dem Abpfiff schüttelten die Spieler von Audaz fassungslos die Köpfe. "So ein Tor in der 95. Minute ist wie ein schlechtes Date - du denkst, es läuft gut, und dann kommt die Überraschung", meinte Mittelfeldmann Mateja Divic mit einem bitteren Lächeln.

Statistisch gesehen war das Spiel ausgeglichen: 15 zu 12 Torschüsse, 50,3 Prozent Ballbesitz für Audaz, eine Tackling-Quote von knapp 50 Prozent auf beiden Seiten. Doch Fußball ist eben kein Excel-Sheet, sondern ein Spiel für Menschen mit Timing - und das hatte an diesem Abend nur einer: Ophir Mofaz.

Grecia Chone springt mit diesem Sieg in der Tabelle nach oben, während Sporting Audaz sich die alte Fußballweisheit notieren darf: Wer seine Chancen nicht nutzt, wird bestraft - manchmal erst in Minute 95.

Und irgendwo in der Kabine murmelte ein frustrierter Verteidiger: "Das war kein verlorenes Spiel, das war Diebstahl mit Ansage." Doch selbst das konnte den Applaus der 26.363 Zuschauer nicht übertönen, die am Ende doch ein Tor gesehen hatten - wenn auch das falsche.

10.10.643987 15:07
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