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Larsson dreht das Spiel: San Sebastian siegt spät auf Lanzarote

Ein lauer Abend auf den Kanaren, 40.755 Zuschauer im Estadio de los Volcanes - und ein Spiel, das anfangs nach Urlaubsfußball roch, später aber zum heißen Tanz wurde. Lanzarote CF verlor am 26. Spieltag der 1. Liga Spanien mit 1:2 gegen den FC San Sebastian, obwohl die Hausherren über weite Strecken Ball und Gegner kontrollierten.

"Wir hatten sie im Griff - bis wir’s nicht mehr hatten", seufzte Lanzarote-Trainer Meister Leverkusen nach dem Abpfiff und blickte dabei so resigniert wie jemand, der gerade feststellt, dass seine Sangria verdünnt wurde.

Dabei begann alles vielversprechend: Nach 27 Minuten fasste sich Marcio Galisteo, der flinke Linksaußen der Insulaner, ein Herz und vollendete einen feinen Angriff über Ulf Berg zum 1:0. Galisteo riss die Arme hoch, Berg grinste - und der Stadionsprecher überschlug sich fast vor Begeisterung. "Da haben wir endlich mal gezeigt, dass wir Fußball spielen können", meinte Berg später mit einem Augenzwinkern.

Doch San Sebastian ließ sich nicht lange bitten. Nur elf Minuten später war es Jakob Larsson, der in Minute 38 eine Flanke des Innenverteidigers Asier Pacos - ja, richtig gelesen, des Innenverteidigers! - per Direktabnahme ins Netz zimmerte. 1:1, und plötzlich war die Urlaubsstimmung auf den Rängen dahin.

"Ich habe gesehen, dass keiner rausging, also dachte ich mir: Warum nicht?", erklärte Pacos lachend. Trainer Daniel Derksen hingegen beschrieb es analytischer: "Wir haben gemerkt, dass Lanzarote zu weit aufrückte. Da mussten wir sie einfach mal an der Sonne erwischen."

Zur Pause stand es also unentschieden, und von der taktischen Marschrichtung her blieb alles beim Alten: Lanzarote mit 55 Prozent Ballbesitz, aber wenig Durchschlagskraft (nur sechs Torschüsse), San Sebastian dagegen mit neun Abschlüssen und dem effizienteren Spiel nach vorn.

Nach Wiederanpfiff versuchten die Gastgeber, den Druck zu erhöhen. Ignacio Mendivil zog aus 20 Metern ab (49.), Freddie O’Shea prüfte Keeper Pierre Guillory mit einem Distanzschuss (55.), doch der französische Schlussmann blieb cool, als wäre er gerade beim Strandspaziergang.

Dann begann die große Zeit des Jakob Larsson. In der 80. Minute setzte ihn Sturmkollege Jozef Kisel perfekt in Szene, und der Schwede blieb eiskalt: flach, präzise, unhaltbar - 2:1 für San Sebastian. Der Auswärtsblock tobte, während Lanzarotes Verteidiger ratlos die Hände hoben. "Ich schwöre, ich war dran!", rief Verteidiger Jaime Farinos seinem Torwart Vincent Maurice zu. Der zuckte nur mit den Schultern - und grinste.

In den letzten Minuten warfen die Hausherren noch einmal alles nach vorn. Enrique Penas, der zuvor schon in der 17. Minute Gelb gesehen hatte, drosch den Ball in der 82. Minute knapp über die Latte. Trainer Leverkusen schrie "Rein damit!", doch der Ball hatte wohl andere Urlaubspläne.

San Sebastian verteidigte clever, wechselte spät noch den 18-jährigen Juan Pablo Yague ein, um Zeit von der Uhr zu nehmen, und brachte den Sieg souverän nach Hause. "Wir wollten zeigen, dass man auch auf Lanzarote brennen kann, ohne Sonnenbrand zu kriegen", witzelte Derksen bei der Pressekonferenz.

Statistisch gesehen war das Ergebnis fast schon ein Lehrstück in Effizienz: Lanzarote mehr Ballbesitz, aber weniger Ziel. San Sebastian bissiger in den Zweikämpfen (52 Prozent gewonnen) und mit dem besseren Plan im letzten Drittel.

Und was meinte der doppelte Torschütze Larsson selbst? "Ich dachte, ich hätte nur einmal getroffen", grinste er, "aber dann kam der Stadionsprecher und sagte, ich hätte das Spiel entschieden. Da hab ich’s geglaubt."

So endete der Abend mit einem 1:2, das Lanzarote noch lange beschäftigen dürfte. Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus - vielleicht aus Mitgefühl, vielleicht aus Routine, vielleicht auch, weil das Bier im Stadion zu gut war, um schlechte Laune zu haben.

Trainer Leverkusen versprach: "Wir fahren jetzt nicht in Urlaub. Wir bleiben auf der Insel - und trainieren." Ob das eine Drohung oder ein Versprechen ist, bleibt offen.

Fazit: San Sebastian nimmt drei Punkte mit, Lanzarote den Sonnenbrand - und wir den Beweis, dass auch auf den Kanaren Fußball kein Strandspaziergang ist.

16.11.643987 06:00
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Rainer Calmund
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