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Lanzarote überrascht Espanyol - Inselmut schlägt Hauptstadtstolz

Wenn ein Klub aus der Sonne kommt, scheint er manchmal einfach wacher zu sein. Lanzarote CF jedenfalls schien beim 3:2-Auswärtssieg bei Espanyol Madrid bereits vor Anpfiff auf Betriebstemperatur. Kaum hatte Schiedsrichter Montero um 20.30 Uhr den Ball freigegeben, zappelte er schon im Netz. In der vierten Minute war es Alfred Detari, der nach feinem Zuspiel von Marcio Galisteo eiskalt abschloss. "Ich dachte, ich träume, so früh führe ich sonst nur auf der Playstation", grinste der 26-jährige Linksaußen später.

Espanyol, taktisch von Trainer Doc Zab gewohnt ausgewogen eingestellt, brauchte lange, um sich von diesem Blitzschock zu erholen. Der Ballbesitz (50,9 Prozent) sprach zwar für die Katalanen, die Zielstrebigkeit aber eindeutig für die Gäste. Lanzarote spielte offensiv, aber ohne Hektik, und ließ Espanyol laufen wie ein Hund seinem Schwanz hinterher.

Die ersten Madrider Chancen kamen erst um die 20. Minute herum: Nestor Roi prüfte Keeper Vincent Maurice, kurz darauf zog Rechtsverteidiger Marc Makukula zweimal beherzt ab - beide Male ohne Fortune. Als Makukula in der 23. Minute Gelb sah, murmelte sein Trainer Doc Zab Richtung Seitenlinie: "Der Junge verwechselt Einsatz mit Selbstmord."

Zur Pause führte Lanzarote verdient mit 1:0. Und wer dachte, die Inselkicker würden sich in der zweiten Hälfte einigeln, sah sich getäuscht. Drei Wechsel zur Halbzeit - alle offensiv! Trainer Meister Leverkusen grinste nach dem Spiel: "Ich habe gesagt, wir bleiben auf Sonne eingestellt. Also weiter nach vorn."

Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, da rappelte es erneut. In der 48. Minute zirkelte Wsewolod Nikitin, der gerade noch beim Trainer für seinen Fitnesszustand gescholten worden war, den Ball aus 20 Metern ins Eck. Freddie O’Shea, der Passgeber, rief ihm lachend nach: "Siehst du, alte Knochen treffen doch noch!"

Espanyol wirkte nun konsterniert. Die Zuschauer - 34.892 an der Zahl - pfiffen, als Lanzarotes Ulf Berg in der 77. Minute nach feinem Doppelpass mit O’Shea sogar auf 3:0 stellte. "Da dachte ich kurz, wir werden hier vorgeführt", gestand Espanyols junger Mittelfeldmann Alberto Ochoa später.

Doch irgendwo zwischen Stolz und Verzweiflung erwachte das Heimteam. In der 83. Minute war es Nestor Roi, erst 19 Jahre alt, der nach Vorlage von Ricardo Gamoneda den Bann brach. Ein flacher Schuss rechts unten - endlich Jubel in Blau-Weiß. Und als fünf Minuten später Ochoa selbst mit einem präzisen Schlenzer auf 2:3 verkürzte, stand das Stadion plötzlich Kopf. "Da war wieder dieses Espanyol-Feuer", sagte Doc Zab nach dem Spiel, "leider kam’s zu spät, wie so oft im Leben."

Die letzten Minuten waren ein wilder Tanz: Espanyol rannte, Lanzarote konterte, und irgendwo dazwischen lag die Wahrheit. Ein letzter Schuss von Ochoa in der 88. Minute strich knapp über die Latte - und Trainer Leverkusen feuerte von der Seitenlinie seine Abwehr lautstark an: "Jetzt keine Urlaubsgrüße mehr verschicken, Jungs!"

Statistisch hatte Espanyol mit 7 Torschüssen und minimal mehr Ballbesitz zwar das Nachsehen gegenüber Lanzarotes 12 Abschlüssen, doch die Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte. Die Gäste waren schlicht effizienter. "Wir trainieren auf Sand, da muss jeder Schuss sitzen", witzelte Doppeltorschütze Nikitin später.

Für Espanyol bleibt die Erkenntnis, dass Talent allein nicht reicht - auch wenn die jungen Wilden Roi und Ochoa zeigten, dass sie bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. "Wir lernen", meinte Roi schulterzuckend, "heute leider auf die harte Tour."

Trainer Zab fasste es mit sarkastischem Charme zusammen: "Wir haben uns vorgenommen, Lanzarote das Schwimmen beizubringen - am Ende sind wir selbst untergegangen."

Und Lanzarote? Feierte in der Kabine angeblich mit Ukulele und Sonnenbrille. Meister Leverkusen zwinkerte: "Wir sind eben Kinder der Sonne - und manchmal brennen wir auch in Madrid."

Ein Spiel, das alles hatte: frühe Tore, späte Hoffnung, ein bisschen Chaos - und eine Mannschaft, die beweist, dass Fußball auch 2000 Kilometer vom Festland entfernt erstaunlich ernst genommen wird.

Fazit: Espanyol wacht zu spät auf, Lanzarote bleibt cool. Und irgendwo in der katalanischen Nacht fragt sich Doc Zab, ob man gegen Inselteams künftig besser Sonnencreme statt Taktiktafel einpackt.

07.11.643990 23:38
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