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Lanzarote überrascht Barcelona - 3:2 auf der Sonneninsel

Es war ein Freitagabend, an dem man in Barcelona lieber ans Meer gefahren wäre. Stattdessen quälten sich 33.888 Zuschauer ins Stadion, um den SC Barcelona gegen Lanzarote CF zu sehen - und wurden Zeugen eines Spiels, das so gar nichts mit Urlaub zu tun hatte. Lanzarote, die Underdogs mit der Aura eines Strandklubs, entführten mit einem frechen 3:2 (2:1) tatsächlich alle Punkte aus Katalonien.

Schon die erste Szene ließ ahnen, dass die Gäste nicht zum Sonnenbaden gekommen waren: Nach kaum zwölf Minuten stand Srdan Vuk, der bullige Mittelstürmer Lanzarotes, im Strafraum goldrichtig. Ein scharfer Pass von Ulf Berg - und Vuk drosch den Ball humorlos in die Maschen. 1:0 Lanzarote, die Heimfans rieben sich ungläubig die Augen. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", murmelte Barcelonas Keeper Vicente Rielo später mit gespielter Fassungslosigkeit.

Doch Barcelona reagierte. Der 18-jährige Antonio Perez, ein Stürmer mit der Frechheit eines Schuljungen, besorgte in der 19. Minute den Ausgleich. Nach feinem Zuspiel von Henri Celine schob er überlegt ein. "Ich hatte kurz Angst, dass er stolpert - er ist ja noch im Wachstum", witzelte Trainer Thomas Göstl später.

Kaum hatte das Publikum den Torjubel beendet, traf Lanzarote erneut. In der 31. Minute zog Georg Heller, Mittelfeldmann mit der Ruhe eines Schachspielers, aus 20 Metern ab. Wieder stand Ulf Berg Pate mit der Vorlage - und wieder klingelte es. 2:1, diesmal schauten sich die Heimverteidiger gegenseitig an, als hätten sie die Bedienungsanleitung fürs Verteidigen verloren.

Zur Pause sah man bei Barcelona betretene Gesichter. Göstl wechselte doppelt, brachte Connor Gady und Xavier del Olmo, um frischen Wind ins Offensivspiel zu bringen. Lanzarote hingegen blieb gelassen. "Wir wussten, sie kommen mit Wucht", sagte Gästecoach Meister Leverkusen später, "aber wir hatten Sonnencreme Faktor 90 - nichts brannte an."

Die zweite Hälfte begann mit einem Feuerwerk an Chancen - allerdings oft in die Wolken. Barcelona schoss insgesamt 15-mal aufs Tor, Lanzarote elfmal. Der Ballbesitz war mit 49 zu 50 Prozent fast ausgeglichen, doch die Effizienz machte den Unterschied. In der 70. Minute legte Heller, diesmal als Passgeber, für Marcio Galisteo auf - und der Linksaußen traf eiskalt. 3:1, Lanzarote jubelte, und man hörte im Gästeblock tatsächlich ein paar sangfreudige Urlauber "¡Vamos, Lanzarote!" skandieren.

Doch wer Barcelona kennt, weiß: Aufgeben ist keine katalanische Tugend. Nur eine Minute nach dem dritten Gegentor, in der 71. Minute, schob der 17-jährige Theo Kober den Ball über die Linie - sein erstes Saisontor. Kein Wunder, dass er danach den Himmel küsste und aussah, als hätte er gerade das Abitur bestanden. "Ich dachte, Theo sei noch im Jugendbus", lachte Göstl nach dem Spiel. "Aber offenbar ist er schon reif für die große Bühne."

Die Schlussphase wurde hektisch. Gelbe Karten für Helgi Geirsson (68.) und Jose Pelayo (69.) dokumentierten Barcelonas steigendes Frustlevel. Ein letztes Aufbäumen brachte zwar noch Chancen für Gady in der 89. Minute, doch Lanzarotes Keeper Vincent Maurice pflückte alles weg, als hätte er Saugnäpfe an den Händen.

"Wir haben mit Herz verteidigt, nicht mit Statistik", sagte Leverkusen nach dem Abpfiff. Seine Mannschaft hatte zwar weniger Zweikämpfe gewonnen (48 Prozent), aber die entscheidenden. Auf der anderen Seite suchte Göstl nach Erklärungen: "Vielleicht haben wir zu viel gepasst und zu wenig getroffen." Eine Analyse, die treffender kaum sein könnte - und von den Fans mit einem resignierten Nicken quittiert wurde.

Am Ende blieb ein 2:3, das Lanzarote CF wie einen Pokalsieg feierte. Die Spieler tanzten ausgelassen auf dem Rasen, während die Heimfans sich fragten, ob sie wirklich gerade gegen eine Inselmannschaft verloren hatten, die Pressing offenbar nur aus dem Wörterbuch kennt.

"Wir nehmen die Sonne mit nach Hause", grinste Vuk beim Verlassen des Stadions - und man glaubte ihm jedes Wort. Barcelona dagegen bleibt im Schatten, zumindest an diesem Abend.

Fazit: Lanzarote CF zeigte, dass man auch mit entspanntem Lebensstil und cleverer Spielanlage große Klubs ärgern kann. Und Barcelona? Muss dringend lernen, dass Ballbesitz ohne Tore ungefähr so viel bringt wie ein Liegestuhl ohne Sonne.

16.01.643991 14:05
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