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Lanzarote fegt Barcelona vom Platz - 4:0 und die Sonne lacht

Ein lauer Februarabend, 20:30 Uhr, das Stadion auf Lanzarote ausverkauft: 34.399 Zuschauer, die Sonne gerade untergegangen, doch der Glutofen auf dem Rasen blieb. Und was dort passierte, war nichts weniger als ein Lehrstück in Spielfreude, Entschlossenheit - und gnadenloser Effektivität. Lanzarote CF überrollte den SC Barcelona mit 4:0 (2:0).

Dabei hätte man meinen können, Barcelona, trainiert von Thomas Göstl, würde mit seiner offensiven Grundordnung wenigstens phasenweise die Kontrolle übernehmen. Doch die Katalanen wirkten eher wie Touristen, die versehentlich auf einem Vulkan gewandert sind: viel Staub, wenig Orientierung. Lanzarotes Trainer Meister Leverkusen hatte sein Team hervorragend eingestellt - und das zeigte sich vom Anpfiff an.

Schon nach zwei Minuten prüfte Alfred Detari Barcelonas Keeper Nelio Ronaldo mit einem satten Schuss aus 20 Metern. Es war ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte. In der 16. Minute fiel das erste Tor, und wie: James Young, der rechte Flügelflitzer, verwertete einen butterweichen Pass von Freddie O’Shea zum 1:0. Der Ire grinste später: "Freddie hat mir den Ball so sanft serviert, ich hätte fast noch einen Tee trinken können, bevor ich schieße."

Barcelona schien kurz aufzuwachen - Daniel Vogel versuchte es in der 17. Minute aus der Distanz, aber Lanzarotes Keeper Vincent Maurice war aufmerksam. Danach spielte nur noch die Heimmannschaft. Detari und Ulf Berg wirbelten über die Flügel, Bisson lauerte in der Mitte, und kurz vor der Pause (40.) war es soweit: Detari flankte, Bisson stieg hoch wie ein junger Delphin - 2:0. "Ich hab nur gedacht: nicht drüber!", lachte der 21-jährige Franzose später.

Während Göstl an der Seitenlinie mit den Händen rang ("Wir haben die Räume gesehen, aber offenbar nur aus der Ferne"), wechselte Leverkusen zur Halbzeit fröhlich durch: Fagnano und Penas kamen, und die beiden sollten das Spiel endgültig entscheiden.

Denn in der 59. Minute machte Enrique Penas das 3:0 - ein wuchtiger Schuss nach einem Abpraller. Barcelonas Verteidigung stand da wie Touristen vor einer geschlossenen Strandbar: irritiert, aber höflich. Und als ob das nicht genug war, legte Penas in der Nachspielzeit (91.) noch einen drauf. 4:0 - und das Stadion tobte.

"Wir wollten zeigen, dass Lanzarote mehr ist als Sonne und Sangria", grinste Trainer Leverkusen nach dem Spiel. "Und ich glaube, heute haben wir ein bisschen Vulkan gezeigt." Das passte auch zu den Zahlen: 25 Torschüsse der Hausherren gegen magere vier von Barcelona. Der Ballbesitz: 52,7 zu 47,3 Prozent - also durchaus ausgeglichen, aber was Lanzarote mit dem Ball machte, hatte Hand, Fuß und Feuer.

Barcelona dagegen? Ratlos, ideenlos, kraftlos. Selbst Kapitän Pablo Hernandez winkte nach dem dritten Gegentor entnervt ab. Als Laurens Van Cortlandt in der 72. Minute verletzt vom Platz musste, war das sinnbildlich für die gesamte Partie: alles tat weh.

Im Pressegespräch versuchte Göstl Fassung zu bewahren: "Wir haben offensiv gespielt, vielleicht zu offensiv. Lanzarote war heute in jeder Hinsicht schneller - sogar beim Denken." Und dann schob er mit einem gequälten Lächeln hinterher: "Aber das Buffet im Hotel soll gut sein."

Die Fans der Kanaren dagegen tanzten auf den Rängen. "So was haben wir hier selten gesehen", sagte ein älterer Herr mit rot-gelbem Schal. "Normalerweise gewinnt Barcelona. Heute nicht. Heute war Lanzarote Barcelona."

Und tatsächlich: Es war nicht nur ein Sieg, es war eine Machtdemonstration. Jeder Angriff der Gastgeber hatte Zielstrebigkeit, jede Kombination Präzision. Selbst als der Schiedsrichter in der 90. Minute schon auf die Uhr sah, stürmte Bisson noch zweimal gefährlich in den Strafraum - als wolle er sicherstellen, dass der Sieg auch wirklich im Gedächtnis bleibt.

Statistisch gesehen war es eine klare Sache. Tackling-Quote: 58 Prozent für Lanzarote, 42 für Barcelona. Und wenn man ehrlich ist, fühlte es sich nach noch mehr Dominanz an.

Am Ende blieb die Erkenntnis: Lanzarote CF ist kein Außenseiter mehr, sondern ein ernstzunehmender Vulkan im spanischen Fußball. Und Meister Leverkusen, sonst ein Mann der wenigen Worte, fasste es trocken zusammen: "Wir haben heiß gespielt, aber nicht überhitzt."

Ein Satz, der wohl noch lange nachglühen wird - genau wie dieser Abend, an dem Barcelona unterging und Lanzarote aufging.

03.07.643990 23:41
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