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Lanzarote dreht das Spiel - Real Jaen verschenkt sicheren Sieg in letzter Minute

Ein milder Februarabend, 31.133 Zuschauer im Estadio de la Victoria, Flutlicht, Spannung - und am Ende ein kollektives Kopfschütteln bei den Fans von Real Jaen. Denn ihre Mannschaft verlor ein Spiel, das sie längst in der Tasche zu haben schien, mit 1:2 gegen Lanzarote CF. Es war das klassische Beispiel für "Wer seine Chancen nicht nutzt, wird bestraft".

Dabei begann alles nach Maß: Bereits in der 25. Minute ließ Fabian Schade die Heimfans jubeln. Nach einem feinen Zuspiel von Owen Preston zog der rechte Mittelfeldspieler trocken ab - 1:0! "Ich hab einfach draufgehalten, und plötzlich war der Ball drin", grinste Schade später, während er noch immer ungläubig den Kopf schüttelte. "Schade nur, dass das kein Siegtreffer war - Wortspiel beabsichtigt."

Real Jaen kontrollierte das Geschehen über weite Strecken der ersten Halbzeit. 55 Prozent Ballbesitz, passsicher, geduldig - fast schon zu geduldig. Lanzarote dagegen lauerte auf Konter, brachte es bis zur Pause aber nur auf wenige gefährliche Szenen. Trainer Meister Leverkusen (ja, der Mann heißt wirklich so) blieb dennoch gelassen: "Wir sind ein Team, das spät aufblüht. Manchmal sehr spät. Heute war es fast zu spät - aber eben nur fast."

Nach dem Seitenwechsel veränderte sich das Bild zusehends. Lanzarote kam aggressiver aus der Kabine, während Real Jaen den berühmten Gang zurückschaltete - vielleicht einen zu viel. Der Druck der Gäste wuchs, und in der 57. Minute passierte, was sich längst abgezeichnet hatte: James Young, der quirlig-schnelle rechte Flügelstürmer, traf zum Ausgleich. Nach einem idealen Pass von Mittelstürmer Srdan Vuk schob Young eiskalt ein. "Ich hab gesehen, dass der Keeper ein bisschen zu weit draußen war - das musste ich nutzen", sagte der 26-Jährige später mit einem breiten Grinsen.

Von da an war Lanzarote die klar bessere Mannschaft. Young wirbelte auf seiner Seite unermüdlich, schoss noch gefühlt fünf weitere Male aufs Tor (es waren laut Statistik tatsächlich sieben Torschüsse allein von ihm), während Real Jaen kaum noch Entlastung fand. Trainer des Heimteams - der Name blieb an diesem Abend in den Schatten gestellt - gestikulierte wild an der Seitenlinie, schrie Anweisungen, doch seine Elf wirkte zunehmend verunsichert.

In der 84. Minute sah Alberto Fagnano von Lanzarote noch Gelb für ein etwas übermotiviertes Tackling - eine Aktion, die sinnbildlich für den steigenden Adrenalinspiegel war. "Ich wollte nur zeigen, dass wir das hier nicht herschenken", erklärte Fagnano nach dem Spiel, bevor er lachend hinzufügte: "Okay, vielleicht war’s ein bisschen zu deutlich."

Und dann kam die 89. Minute. Wieder James Young. Wieder eiskalt. Nach Vorarbeit von Alfred Detari zog er aus spitzem Winkel ab - drin! 1:2. Der Gästeblock explodierte, während sich im Rest des Stadions eine bleierne Stille ausbreitete.

"Ich wusste, dass er trifft, als er zum Schuss ansetzte", sagte Meister Leverkusen später mit einem kaum verhohlenen Schmunzeln. "James ist wie ein guter Espresso - klein, stark, und er weckt dich auf, wenn du’s am wenigsten erwartest."

Real Jaen versuchte in den letzten Minuten noch einmal alles, doch außer einem harmlosen Schuss von William Bedard in der 87. Minute kam nichts Zwingendes mehr. Lanzarote verteidigte clever, mit leicht erhöhter Aggressivität (was auch die Statistik bestätigte), und brachte den Sieg routiniert über die Zeit.

Am Ende stand ein 1:2, das die nackten Zahlen durchaus widerspiegeln: 14 Torschüsse für Lanzarote, 7 für Jaen. Ballbesitz hin oder her - Effizienz schlägt Ästhetik.

"Uns fehlt manchmal einfach der Killerinstinkt", murmelte Real-Spielmacher Seppo Litmanen (der in der 26. Minute Gelb gesehen hatte) in der Mixed Zone. "Wir spielen schön, aber Fußball ist kein Kunstwettbewerb."

Ein Satz, den man sich in Jaen vielleicht einrahmen sollte. Lanzarote dagegen feierte ausgelassen - nicht nur, weil man einen Rückstand drehte, sondern auch, weil dieser Sieg den Inselclub näher an die Spitzengruppe der Liga heranbringt.

Zum Abschied fragte ein Reporter Trainer Leverkusen, ob er mit dem Auftritt zufrieden sei. "Ich bin immer zufrieden, wenn wir mehr Tore schießen als der Gegner", sagte er trocken. Dann drehte er sich um, grinste und fügte hinzu: "Aber erzählen Sie’s keinem - sonst halten mich noch alle für einen Philosophen."

Ein Spiel also, das alles bot: Spannung, Emotionen, späte Dramatik - und die Erkenntnis, dass Fußball manchmal eben doch ein bisschen ungerecht ist. Aber genau deshalb lieben wir ihn.

01.12.643990 06:23
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Man darf das Spiel doch nicht so schlecht reden wie es wirklich war.
Olaf Thon
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