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Lanzarote CF trotzt dem Sturm: 2:1 gegen Santa Cruz nach furioser Anfangsviertelstunde

Es war ein Abend, an dem selbst der Vulkan von Timanfaya neidisch gebrodelt hätte - zumindest, wenn er im Stadion gesessen wäre. Vor 37.286 Zuschauern besiegte Lanzarote CF am 18. Spieltag der 1. Liga Spanien den favorisierten CD Santa Cruz mit 2:1. Und das nach einer Anfangsphase, in der man kaum Zeit bekam, den ersten Schluck aus dem Plastikbecher zu nehmen.

Bereits in der 9. Minute ließ James Kober, der flinke Linksaußen der Gäste, die Heimfans kurz verstummen. Nach feiner Vorarbeit von Jannis Gruber traf er eiskalt ins lange Eck - 0:1. Trainer Tobi Schleder riss jubelnd die Arme hoch, während Lanzarote-Coach Meister Leverkusen an der Seitenlinie nur den Kopf schüttelte. "Ich wollte gerade rufen: ’Ruhig bleiben, Jungs’ - da war’s schon passiert", grinste er später.

Doch wer dachte, Lanzarote würde sich nun in die kanarische Sonne legen, irrte gewaltig. Keine 60 Sekunden nach Wiederanpfiff kombinierten sich Freddie O’Shea und Ulf Berg durch die Mitte. Berg zog aus gut 18 Metern ab, der Ball senkte sich frech über Torhüter Jaime Álvarez hinweg ins Netz - 1:1 (10.). "Ich hab einfach draufgehauen. Der Wind hier spielt ja manchmal mit", sagte Berg lachend, während er sich mit Sand aus den Stutzen beschäftigte.

Und weil Lanzarote an diesem Abend offenbar beschlossen hatte, Tempo über alles zu stellen, folgte in der 13. Minute der nächste Paukenschlag: Jake Miller flankte halbhoch von links, Enrique Penas hielt den Spann hin - Tor! 2:1, das Stadion tobte. Santa Cruz wirkte kurz desorientiert, als hätte man ihnen den Stadtplan falschrum gegeben.

Danach verflachte das Spiel etwas, was bei diesem Feuerwerk kaum verwundert. Beide Teams hatten ihre taktischen Marschrouten klar abgesteckt: Santa Cruz offensiv, Lanzarote ausgewogen - und das blieb über 90 Minuten so. Die Gäste kamen am Ende auf 14 Torschüsse, Lanzarote auf 12. Doch die Effizienz war der Schlüssel: Zwei Tore aus zwei frühen Chancen, das war die halbe Miete.

Santa Cruz drückte besonders im zweiten Durchgang heftig. Kober probierte es in der 61. und 91. Minute, Capucho scheiterte zweimal knapp (22., 62.), und Gruber prüfte Keeper Vincent Maurice mit einem Distanzschuss (36.). "Ich glaube, ich hab heute mehr geflogen als mein Urlaub im Sommer", witzelte der junge Lanzarote-Torwart hinterher - und das nicht ganz zu Unrecht.

Die Defensive der Gastgeber, angeführt vom robusten Jaime Farinos, hielt dem Druck stand. Farinos selbst hatte kurz vor der Pause sogar einen Kopfball aufs Tor gesetzt (43.), doch Álvarez parierte stark. Auf der anderen Seite sammelte sich Santa Cruz fleißig Gelbe Karten - erst Javier Martínez (26.), dann Yves Vetter (40.). Lanzarotes Marcio Galisteo wollte da offenbar nicht abseitsstehen und holte sich in der 19. Minute ebenfalls Gelb ab. "Das war kein Foul, das war ein freundlicher Rempler", verteidigte er sich mit verschmitztem Lächeln.

In der Schlussphase brachte Trainer Leverkusen frische Beine: In der 71. Minute kam der junge Rene Oklestek für O’Shea und Wsewolod Nikitin ersetzte Torschütze Berg. Oklestek sorgte prompt für Betrieb, hatte in der 82. und 84. Minute selbst zwei Abschlüsse - beide knapp vorbei. "Wenn der reingeht, steh ich morgen auf dem Titelblatt", meinte er lachend nach Abpfiff. Nun, lieber Rene, hier bist du tatsächlich.

Santa Cruz drängte bis zuletzt, doch Lanzarote verteidigte mit Leidenschaft. "Wir haben alles gegeben, aber das frühe Chaos hat uns das Genick gebrochen", gestand Gästecoach Schleder. Meister Leverkusen dagegen fasste es gewohnt trocken zusammen: "Wir wollten gewinnen, also haben wir’s gemacht."

Unterm Strich war es ein Spiel, das mehr Unterhaltung bot als so mancher Netflix-Abend. Lanzarote nutzte die Gunst der frühen Minuten, Santa Cruz den Ballbesitz (54,4%) - und doch blieb am Ende nur das Resultat: 2:1. Das Publikum verabschiedete sein Team mit stehenden Ovationen und einem Hauch von Stolz in der Abendbrise.

Vielleicht war es kein taktisches Meisterwerk, kein Lehrbuchspiel für Fußballpuristen. Aber es war ehrlich, wild und voller Emotionen - genau das, was man von einem Inselduell erwartet.

Und während die Sonne über Lanzarote langsam hinter dem Stadiondach versank, hörte man einen Fan sagen: "Wenn sie immer so spielen, bleib ich sogar im Winter hier." Nun ja - bei diesen Temperaturen und diesem Fußball kann man’s ihm kaum verdenken.

15.08.643987 11:14
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Wenn es einmal hart auf hart kommt, kommt es meistens ganz hart.
Jens Jeremies
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