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Lanzarote CF rettet Remis gegen mutige Conquense - Müller trifft, Penas glänzt

42927 Zuschauer auf der sonnigen Insel Lanzarote erlebten am 31. Spieltag der 1. Liga Spanien ein Spiel, das irgendwie alles hatte: ein Teenager, der eiskalt trifft, ein Außenverteidiger, der sich als Torjäger versucht, und zwei Trainer, die sich nach dem Abpfiff mit einem schiefen Lächeln in die Augen sahen. Lanzarote CF und Conquense trennten sich 1:1 - ein Ergebnis, das keinem so richtig schmeckte, aber irgendwie allen passte.

Conquense begann forsch, fast unverschämt selbstbewusst. Trainer Andreas Sch hatte seine Elf auf Offensive und Konter eingestellt - und das klappte. Bereits in der 12. Minute zappelte der Ball im Netz: Der gerade einmal 17-jährige Aitor Penas vollendete eiskalt nach Vorarbeit des ebenfalls blutjungen Alex Berenguer. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Penas nach dem Spiel, "und gehofft, der Torwart denkt, ich bin noch in der Jugend." Der Torwart dachte es nicht, aber der Ball war trotzdem drin.

Doch kaum hatten die Festlandsgäste den Torjubel beendet, antwortete Lanzarote. Nur vier Minuten später, in der 16. Minute, fasste sich Linksverteidiger Klaus Müller - ja, der Linksverteidiger! - ein Herz und schloss nach Pass von Alfred Detari trocken ab. Der Ball flatterte in die linke Ecke, und das Stadion explodierte. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Müller später mit einem Grinsen, das irgendwo zwischen Scham und Stolz pendelte.

Danach entwickelte sich ein Spiel, das sich wie ein unentschiedenes Schachduell auf Rasen anfühlte. Lanzarote hatte mehr Ballbesitz (54 Prozent), Conquense dafür die klareren Chancen (12 Torschüsse zu 8). Der 17-jährige Penas blieb die ständige Unruhequelle - mal mit einem Dribbling, mal mit einem Abschluss, mal einfach durch sein jugendliches Dauergrinsen. "Ich musste ihn in der Halbzeit bremsen", meinte Sch. "Er wollte sich den Ball bei jedem Freistoß schnappen. Sogar beim Einwurf."

Lanzarote-Coach Meister Leverkusen, ein Mann mit dem Namen eines deutschen Fußballmärchens, reagierte in der Pause mit gleich drei Wechseln. Unter anderem kam Manuel Tiago für den wackligen Van Keuren in die Abwehr. Außerdem ersetzte Georg Heller den müde wirkenden Nikitin im Mittelfeld, und im Tor durfte Xabier Xuarez für Vincent Maurice ran. "Ich wollte neue Impulse setzen", erklärte Leverkusen. "Und ehrlich gesagt: Maurice hatte Sonne im Gesicht, Xuarez im Herzen."

Die zweite Halbzeit begann mit viel Kampf, wenig Glanz. Lanzarote drückte, Conquense konterte - und beide verpassten den Lucky Punch. Marcos Vazques kurvte gleich mehrfach durch den Strafraum (Minute 54, 65, 78, 79), doch seine Abschlüsse fanden nur den Torwart oder die Werbebande. Auf der anderen Seite prüfte Iker Valdes Lanzarotes neuen Keeper mit einem satten Schuss in der 76. Minute - Xuarez bestand die Prüfung mit Bravour.

In der 88. Minute dann noch ein bisschen Dramatik: Jiri Trojan holte sich Gelb ab, wohl aus purer Nostalgie an frühere Zeiten. "Ich wollte zeigen, dass ich noch da bin", sagte er trocken. Sekunden später wechselte Sch gleich drei Spieler aus - offenbar, um allen Beteiligten noch ein bisschen Spielzeit zu gönnen oder das Chaos perfekt zu machen: Ein Mittelfeldspieler für den Torwart, ein Keeper für den Innenverteidiger und ein Teenie für den Veteranen. Lanzarotes Fans quittierten das mit einem kollektiven "Was macht der da?" und einer La-Ola-Welle - weil man auf Lanzarote eben auch bei Verwirrung feiert.

Am Ende stand ein 1:1, das keiner so recht einordnen konnte. Conquense hatte mehr Torschüsse, Lanzarote den Ball länger. Ein gerechtes Unentschieden also - wenn man Gerechtigkeit in 90 Minuten Fußball überhaupt finden kann.

"Wir hätten das zweite machen müssen", haderte Sch. "Aber hey, wir haben einen 17-Jährigen, der trifft. Ich hatte mit 17 nicht mal einen Führerschein." Leverkusen konterte charmant: "Wir hätten das zweite machen wollen, aber unsere Linksverteidiger treffen halt nur einmal pro Monat."

So endete der Abend unter dem Flutlicht von Arrecife mit Applaus, Gelächter und einer leichten Brise vom Atlantik. Lanzarote bleibt im Mittelfeld, Conquense sammelt Erfahrung - und Aitor Penas dürfte ab morgen in seiner Schule einige neue Freunde haben.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wenn der Müller weiter so schießt, muss er bald vorne spielen. Aber dann fehlt hinten einer - und das wäre ja auch wieder typisch Lanzarote."

03.09.643993 06:11
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