Sverige Fotboll
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Landskrona lässt Robertsfors im Eröffnungsspiel alt aussehen

Ein kalter Februarabend, Flutlicht über dem Stadion von Landskrona, knapp 6000 Zuschauer mit Wollmützen und heißen Getränken - und mittendrin ein FC Landskrona, der Robertsfors IK mit 4:0 das Fürchten lehrte. Wenn das der Maßstab für die neue Saison in der 3. Liga Schweden (2. Div) ist, dürfen die Fans der Schwarz-Weißen schon mal die Aufstiegsträume auspacken.

Die Partie begann, wie man es von einem Eröffnungsspiel erwartet: ein bisschen nervös, ein bisschen hektisch, aber mit jeder Menge Energie. Schon in der dritten Minute prüfte Jozsef Toth den gegnerischen Torhüter Marius Hoiland mit einem satten Schuss aus halbrechter Position. "Ich wollte ihm gleich mal zeigen, dass er heute keinen ruhigen Abend haben wird", grinste Toth nach dem Spiel. Er sollte Recht behalten.

Nach einer Reihe weiterer Annäherungsversuche war es schließlich in der 14. Minute soweit: Toth, wieder er, traf nach feiner Vorarbeit von Linksverteidiger Eskil Johnsson. Landskrona führte 1:0, die Fans sangen, und Trainer Magnus Lindström - man kennt ihn für gewöhnlich eher mit verschränkten Armen - lächelte tatsächlich. "Das sah schon nach Fußball aus", kommentierte er trocken.

Robertsfors versuchte es tapfer, kam aber über ein paar harmlose Distanzversuche von Goran Jankovic und Georg Lundqvist nicht hinaus. Drei Schüsse aufs Tor verzeichneten die Gäste insgesamt - ein Wert, der eher an Handball erinnert. Landskrona dagegen feuerte 27 Mal Richtung Hoiland, der mit zunehmender Spieldauer mehr zum Einzelkämpfer wurde als zum Torwart.

Nach der Pause drehte Landskrona auf. In der 56. Minute holte sich Olof Nilsson eine gelbe Karte ab - offenbar war ihm langweilig ohne Eintrag auf dem Spielberichtsbogen. Kurz darauf sorgte Jack Boyd für das 2:0 (62.), nach wunderbarem Zuspiel von Rechtsverteidiger Alrik Bengtsson. Der Ball zappelte im Netz, Boyd riss die Arme hoch und schrie in Richtung Fanblock: "Endlich wieder Fußball!" - eine Mischung aus Freude und Erleichterung nach einer langen Winterpause.

Robertsfors taumelte, und Landskrona roch Blut. Nur fünf Minuten später schlug Valter Björklund zu (67.). Ein Schuss wie ein Strich, keine Chance für Hoiland. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Björklund später, "wenn man 26 Minuten lang den Ball laufen lässt, darf man sich auch mal was gönnen."

Das 4:0 in der 86. Minute war dann wieder Toths Werk - diesmal nach Vorlage von Boyd, der sich die rechte Seite entlangtanzte wie auf Glatteis, nur mit mehr Kontrolle. Toth schob überlegt ein und grinste beim Jubel in Richtung Trainerbank. "Ich dachte kurz, er wechselt mich vorher aus, also hab ich’s lieber schnell erledigt", flachste der Doppeltorschütze.

Robertsfors? Kämpfte bis zum Schluss, aber ohne Plan und ohne Schussglück. Trainer Anders Holmström wirkte nach dem Spiel gefasst. "Wir wussten, dass Landskrona stark ist. Aber dass sie so viele Wege finden, uns zu ärgern, war lehrreich. Nächste Woche versuchen wir’s mit mehr als drei Torschüssen", sagte er mit einem Lächeln, das wohl eher Schmerz war.

Statistisch gesehen war’s eine klare Sache: 53,5 Prozent Ballbesitz für Landskrona, 58,9 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und ein Schussverhältnis von 27 zu 3 - das liest sich wie eine PowerPoint-Präsentation aus einem Trainerseminar.

Im Stadion applaudierten die knapp 6000 Zuschauer nach Abpfiff stehend. "Das war ein Statement", sagte ein älterer Fan im dicken Schal, während er sich den Schnee von der Jacke klopfte. Und tatsächlich: Landskrona hat an diesem Abend nicht nur gewonnen, sondern auch gezeigt, dass man in dieser Liga mit ihnen rechnen muss - und zwar ernsthaft.

Zum Schluss erlaubte sich Trainer Lindström noch einen kleinen Scherz. Auf die Frage, was ihm am besten gefallen habe, antwortete er: "Dass keiner meiner Spieler das Tornetz zerschossen hat - das wäre teuer geworden."

Wenn der FC Landskrona diesen Rhythmus hält, könnte die Saison länger dauern, als Robertsfors sie sich nach diesem Start wünscht. Und wer weiß - vielleicht wird man in Landskrona bald nicht mehr über warme Getränke reden, sondern über kaltschnäuzige Aufsteiger.

30.05.643990 09:00
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
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