Außenseiter
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Lamstedt dreht das Spiel spät - Laustsen trifft in der 89. Minute

Es war ein kalter Januarabend in Lamstedt, aber die 3774 Zuschauer im kleinen Stadion erlebten ein Spiel, das ihnen ordentlich einheizte. Am Ende siegte Lamstedt mit 2:1 über den TSV Hillerse - dank eines späten Treffers des 19-jährigen Ingolf Laustsen. Der junge Rechtsaußen wurde damit zum Helden eines Spiels, das alles hatte: Tempo, Emotionen und ein paar gelbe Karten zum Aufwärmen.

Dabei sah es zunächst gar nicht gut aus für die Männer von Hardy Hate. Nach einer knappen halben Stunde brachte Taylor Lankford die Gäste aus Hillerse in Führung. Der 32-jährige Flügelspieler, der aussieht, als würde er lieber Jazz hören als sprinten, zog nach einem Pass von Max Rohde von links in die Mitte und hämmerte den Ball aus 18 Metern trocken ins rechte Eck. "Ich dachte, ich probier’s einfach mal. Und siehe da - der Ball war drin", grinste Lankford später in die Kameras.

Doch Lamstedt reagierte. Keine zehn Minuten später - in der 41. Minute - schlug Evan Burton zu. Der 31-jährige Linksfuß verwandelte nach Vorarbeit von Karl Merz zum 1:1. "Karl hat den Ball einfach perfekt reingeflankt. Ich musste nur noch meinen Fuß dranhalten", sagte Burton, während er noch nach Luft schnappte. Trainer Hardy Hate kommentierte trocken: "Endlich hat Evan mal das gemacht, was wir im Training üben - aufs Tor schießen, nicht daneben."

Mit diesem 1:1 ging es in die Pause. Die Statistik sprach da schon leicht für die Hausherren: 52 Prozent Ballbesitz, 9:4 Torschüsse bis dahin. Doch wer dachte, das Spiel würde in der zweiten Hälfte gemütlich vor sich hinplätschern, der irrte gewaltig.

Lamstedt kam mit mehr Biss zurück auf den Platz. Besonders der 18-jährige Aaron Badham rannte über den rechten Flügel, als gäbe es dort einen geheimen Preis für die meisten Meter. In der 56. Minute prüfte Burton noch einmal Hillerses Keeper Finn Weise, der sich mit einer artistischen Parade auszeichnete. Kurz darauf sah Lamstedts Innenverteidiger Vicente Zahinos Gelb, weil er offenbar vergessen hatte, dass man Gegenspieler nicht mit den Händen bremsen darf.

Trainer Hate reagierte: In der 55. Minute brachte er den erfahrenen Jacinto Martinez für Zahinos - "ein bisschen Routine hinten rein", wie er sagte. Und vorne wechselte er später Erik Rohde ein, der prompt für frischen Wind sorgte.

Hillerse hielt dagegen, vor allem kämpferisch. Knud Kaufmann und Fynn Sonnenschein kassierten zwar Gelb, aber wenigstens zeigten sie Einsatz. Coach Hardy Hate kommentierte das mit einem Augenzwinkern: "Wenn der Gegner mehr Karten hat als wir Tore, sind wir auf dem richtigen Weg."

Die Minuten vergingen, der Druck stieg. Lamstedt drängte, Hillerse verteidigte - und irgendwo in der 89. Minute verlor die Defensive der Gäste für einen Moment die Nerven. Karl Merz, erneut als Vorlagengeber, flankte von rechts butterweich in den Strafraum. Der Ball segelte über zwei Verteidiger hinweg, und Ingolf Laustsen nahm Maß. Ein Schuss, ein Strich - 2:1. Der Jubel war ohrenbetäubend.

"Ich hab einfach draufgehalten", sagte Laustsen mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Stolz und Unglauben pendelte. "Ich glaube, ich hab noch nie so laut geschrien nach einem Tor." Trainer Hate grinste bei der Pressekonferenz: "Der Junge ist 19. Wenn er so weitermacht, muss ich bald Eintritt zahlen, um ihn spielen zu sehen."

Hillerse versuchte in den letzten Minuten noch einmal alles, aber Lamstedts Defensive - jetzt mit dem abgeklärten Martinez - ließ nichts mehr anbrennen. Zwei harmlose Schüsse von Max Schmidt und Rohde in der Schlussphase wurden sichere Beute für Keeper Berndt Hagen, der ansonsten einen ruhigen Abend verbracht hatte.

Am Ende stand ein verdienter 2:1-Sieg für Lamstedt auf der Anzeigetafel. 16 Torschüsse zu 7, leichtes Übergewicht im Ballbesitz, mehr Zweikämpfe gewonnen - die Statistik passte zum Resultat.

TSV-Coach wirkte nach Abpfiff gefasst: "Wir haben gut mitgespielt, aber Lamstedt hatte das Quäntchen mehr Willen. Und Laustsen - na ja, den hätten wir vielleicht mal enger decken sollen."

Hardy Hate dagegen verschwand mit einem breiten Grinsen in die Kabine. "War doch ein schöner Abend", rief er den Reportern zu. "Und wenn wir jetzt noch lernen, in der 60. Minute zu treffen statt erst in der 89., dann wird’s richtig entspannt."

Ein Fazit, dem niemand widersprechen wollte - außer vielleicht Taylor Lankford, der draußen noch immer missmutig in seine Trinkflasche blickte.

Lamstedt feiert, Hillerse hadert - Fußball kann manchmal so unfair gerecht sein.

21.04.643987 15:48
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