// Startseite
| De Standaard |
| +++ Sportzeitung für Belgien +++ |
|
|
|
Challenger League | 18. Spieltag | 29.08.26 | KSV Diksmuide - SC Kortrijk 2:4 Der Anstoß um 20.30 Uhr war kaum verhallt, da war die taktische Ausrichtung von KSV Diksmuide - offensiv, aber ohne übertriebene Hektik - bereits Makulatur. In der achten Minute schlug Maarten Lardenoit zu. Sam Verbuyst hatte vorbereitet, Lardenoit vollendete zum 1:0 und eröffnete damit seinen persönlichen Festabend. "Der Ball kam genau dorthin, wo ein Stürmer ihn gerne hat", hätte der Kortrijker später sagen können. Und vermutlich wäre das noch die nüchternste Zusammenfassung seiner Leistung gewesen. Diksmuide antwortete mit Wucht. Matthias Panis prüfte die Kortrijker Defensive mehrfach und belohnte sich in der 24. Minute. Nach Vorarbeit von François Van Vlierberghe traf der linke Mittelfeldspieler zum 1:1. Vier Minuten später drehte Mathias Mul die Partie sogar komplett. Brent Piersens legte auf, Mul schloss ab - 2:1 für die Hausherren. Im Stadion dürfte zu diesem Zeitpunkt der eine oder andere Fan bereits vorsichtig über einen Heimsieg nachgedacht haben. Ein riskantes Hobby, wie sich zeigen sollte. Denn Kortrijk hatte ebenfalls keine Lust auf eine defensive Nebenrolle. In der 44. Minute war erneut Lardenoit zur Stelle. Sein zweiter Treffer stellte den 2:2-Pausenstand her und sorgte dafür, dass beide Mannschaften in der Kabine wenigstens beim Ergebnis Gleichstand vermelden konnten. Beim Ballbesitz war es ähnlich eng: Diksmuide kam auf 49,5 Prozent, Kortrijk auf 50,5. Auch bei den gewonnenen Zweikämpfen lag das Heimteam mit 50,2 zu 49,8 Prozent nur hauchdünn vorne. Es war also alles ausgeglichen - außer der Anzahl der Tore, die schon beunruhigend schnell anwuchs. Nach der Pause blieb Kortrijk seiner ausgewogenen Spielweise treu, während Diksmuide offensiv blieb. Das klang auf dem Papier nach einem Plan. Auf dem Rasen war es eher eine Einladung zum offenen Schlagabtausch. In der 53. Minute brachte Lardenoit Kortrijk erneut in Führung, diesmal nach Zuspiel von Alexander Debeule. 3:2 - und Lardenoit hatte nun mehr Tore als manche Mannschaft an diesem Spieltag Chancen. Die Entscheidung fiel in der 64. Minute. Sam Verbuyst, der bereits den ersten Treffer vorbereitet hatte, traf nun selbst. Luca Nuyts lieferte die Vorlage, Verbuyst den Abschluss zum 4:2. Diksmuide gab nicht auf, kam insgesamt auf zwölf Torschüsse, Kortrijk auf 13. Doch zwischen engagiertem Bemühen und erfolgreicher Aufholjagd liegt im Fußball bekanntlich ungefähr die Breite eines Torpfostens. In der 67. Minute sah Kortrijks Thibaut Hanssens Gelb, ehe er in der 86. Minute mit Rot vom Platz musste. Die Gäste mussten die Schlussphase also in Unterzahl überstehen, verteidigten ihren Vorsprung aber konsequent. "Wir haben heute nicht alles perfekt gemacht, aber vier Tore sind ein ziemlich überzeugendes Argument", lautete ein augenzwinkernder, hier ausdrücklich sinngemäß formulierter Kabinensatz, der zu Kortrijks Abend gepasst hätte. So blieb es beim 4:2. Diksmuide spielte mutig, Kortrijk spielte effizienter - und Maarten Lardenoit spielte, als hätte er mit dem Torpfosten einen privaten Termin. Für die Zuschauer war es ein Spektakel. Für die Trainer vermutlich eher eine Partie mit erhöhtem Bedarf an Kopfschmerztabletten. 30.08.2026 11:15 |
Sprücheklopfer
Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht!
Rudi Völler