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1. Liga Island | 29. Spieltag | 03.08.26 | Vikingur Reykjavik - KR Stjarnan 0:1 Trainer Robert Koch hatte seine Mannschaft offensiv aufgestellt, ließ sie aber vor allem auf Konter lauern. Lange Bälle sollten die Abkürzung zum Tor sein. Das Problem: Der Weg dorthin war an diesem Abend ungefähr so gut ausgeschildert wie ein Wanderpfad im isländischen Nebel. KR Stjarnan übernahm von Beginn an die Initiative. Bereits in der 4. Minute prüfte Matthew Carr den jungen Vikingur-Torwart Alrik Johnsen. Drei Minuten später kam Gabri Tellez zur ersten nennenswerten Antwort der Gastgeber, doch der Versuch blieb ebenso folgenlos wie Theos Dunns Abschluss in der 20. Minute. "Wir wollten schnell nach vorne spielen", sagte Koch später. "Manchmal waren wir dabei sogar so schnell, dass der Ball schon wieder beim Gegner war." Die Gäste kombinierten ruhiger und zielstrebiger. Dirk Schoonhoven tauchte in der 17. und 34. Minute gefährlich auf, Sergio Nani versuchte es in der 28. und kurz vor der Pause. Auch Claudio Venturi, Alrik Carlsson und Eric Berglund meldeten Ansprüche an. Der Ballbesitz von 56,1 Prozent für KR Stjarnan war dabei kein bloßer Zahlenfriedhof, sondern spiegelte das Geschehen ziemlich präzise wider. Vikingur kam auf 43,9 Prozent - genug, um gelegentlich mitzuspielen, aber zu wenig, um das Spiel zu bestimmen. Zur Pause stand es dennoch 0:0. "Ich habe den Jungs gesagt: Wir müssen geduldig bleiben", erklärte Gästetrainer Andri Ólafsson. "Und ich habe ihnen versprochen, dass Geduld nicht automatisch langweilig bedeutet." Ein kühnes Versprechen angesichts der ersten 45 Minuten, in denen der Torjubel ungefähr so häufig ertönte wie ein Walzer in einer Autowerkstatt. Nach dem Seitenwechsel wurde Stjarnan belohnt. In der 51. Minute traf Eric Berglund zur Führung. Sergio Nani bereitete den Treffer vor, Berglund vollendete - und plötzlich war all die Geduld nicht mehr philosophischer Natur, sondern schlicht drei Punkte wert. "Nani hat den Ball perfekt serviert", sagte Berglund. "Da musste ich nur noch ruhig bleiben. Das war schwieriger, als es klingt." Vikingur versuchte zu reagieren, blieb aber offensiv harmlos. Der Gastgeber schoss insgesamt viermal auf das Tor, die Gäste 14-mal. Auch bei den Zweikämpfen hatte KR Stjarnan mit einer Quote von 54,8 Prozent gegenüber Vikingurs 45,2 Prozent die Nase vorn. Petar Krasic sah in der 70. Minute die Gelbe Karte, nachdem er zuvor bereits mehrfach kräftig aufgeräumt hatte. "Ich wollte ein Zeichen setzen", meinte der Innenverteidiger. Das Zeichen war gelb und wurde vom Schiedsrichter offenbar problemlos gelesen. In der Schlussphase drängte Vikingur noch einmal. Krasic kam in der 89. Minute zu einem späten Abschluss, doch der Ausgleich blieb aus. Kurz zuvor musste Adam Corraface verletzt vom Feld und wurde durch Iban Tiago ersetzt. Ein kleiner Hoffnungsschimmer für Vikingur war damit endgültig verglommen. KR Stjarnan brachte den knappen Vorsprung über die Zeit. Ólafsson konnte zufrieden feststellen: "Wir haben nicht spektakulär gewonnen, aber sehr erwachsen." Das klingt nach einem Kompliment - und zugleich nach der höflichsten Umschreibung für ein Spiel, in dem eine Mannschaft Chancen sammelte und die andere sie suchte. Für Vikingur bleibt die Erkenntnis: Wer nur viermal aufs Tor schießt, braucht entweder außerordentlich viel Glück oder einen sehr guten Torwart. An diesem Abend reichte beides nicht. 04.08.2026 06:28 |
Sprücheklopfer
Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht!
Rudi Völler